Sport kann Herzschwäche-Symptome lindern
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Sport kann Herzschwäche-Symptome lindern

Lange Zeit galt bei Herzschwäche die Devise: Viel schonen und keinen Sport treiben. Doch Studien haben gezeigt, dass regelmäßige Bewegung bei Herzschwäche die Leistungsfähigkeit des Herzens verbessert und die Symptome lindert. Allerdings sind nicht alle Sportarten empfehlenswert und insbesondere bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz sollte das Training nur unter fachkundiger Anleitung stattfinden.

Was Sport bei Herzschwäche bewirkt

Regelmäßige Bewegung hat viele Effekte: Häufig sinkt der Ruhepuls, dadurch wird das Herz entlastet. Die Sauerstoffaufnahme der Zellen steigt um bis zu 25 Prozent, wodurch nicht nur Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit verbessert werden, sondern auch die Lebensqualität der Patienten. Die Betroffenen fühlen sich fitter, die Symptome der Herzschwäche wie Atemnot oder Herzrasen werden gelindert. Studien zeigen, dass auch das Risiko eines Krankenhausaufenthaltes verringert wird.

Vor Beginn die Belastbarkeit testen

Jeder Patient mit Herzschwäche sollte seine Belastbarkeit testen lassen, bevor er mit dem Sport beginnt. Diese lässt sich mit Hilfe eines Belastungs-EKGs oder durch Spiroergometrie messen. Auch die maximale Herzfrequenz sollte bestimmt und der Trainingspuls festgelegt werden. Zu Beginn trainieren sie am besten unter ärztlicher Aufsicht oder in einer Herzsportgruppe.

Welche Sportarten sind bei Herzschwäche geeignet?

Besonders gut geeignet sind bei Herzschwäche Sportarten, die die Ausdauer trainieren und bei denen sich die Belastung gut steuern lässt. Je nach Belastbarkeit sind das Spazierengehen, Wandern, Radfahren oder Nordic Walking. Auch leichte Gymnastik ist empfehlenswert, da sie gleichzeitig die Beweglichkeit fördert. Bei guter Belastbarkeit sind auch Skilanglauf, Tanzen oder leichtes Krafttraining möglich. Wichtig ist, während des Trainings auf Beschwerden zu achten und gegebenenfalls den Puls zu kontrollieren.

Bei folgenden Symptomen sollten Sie das Training abbrechen:

Welche Sportarten nicht geeignet sind

Sportarten, die mit einer hohen muskulären Belastung einhergehen, wie Liegestütze oder Krafttraining mit schweren Gewichten, sind bei Herzschwäche nicht geeignet. Ebenso raten Ärzte von Sportarten ab, bei denen sich die Belastung schlecht steuern lässt. Hierzu zählen viele Spiel- und Ballsportarten, aber auch der Ski-Abfahrtslauf.

Wie viel Sport ist bei Herzschwäche gesund?

Den größten Effekt erzielen Sie, wenn Sie mindestens dreimal pro Woche körperlich aktiv sind. Wer vorher völlig inaktiv war, kann mit kurzen Einheiten à fünf Minuten beginnen und die Dauer allmählich steigern. Wer sich fit fühlt, kann sich auch täglich oder länger als 30 Minuten belasten. Wichtig ist, dass Sie während der Belastung keine Beschwerden haben und sich genügend Pausen gönnen. 

Wann Sport bei Herzschwäche tabu ist

Patienten im NYHA-Stadium 4 haben bereits in Ruhe Beschwerden wie Atemnot. Sport, selbst leichte Anstrengung, ist in diesem Zustand nicht möglich. In diesem Stadium müssen Patienten zunächst mit Medikamenten stabilisiert werden, bevor sie sich körperlich belasten können.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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