Tachykardie: Ursachen für Herzrasen
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Tachykardie: Ursachen für Herzrasen

Der Puls steigt, das Herz schlägt kräftig, es pocht und klopft: Herzrasen. Ursachen für dieses verbreitete Phänomen können Aufregung oder Stress sein – aber auch ernsthafte Erkrankungen. Wann Sie zum Arzt gehen sollten, erfahren Sie hier.

Tachykardie: Ursachen für Herzrasen

Der Puls steigt, das Herz schlägt kräftig, es pocht und klopft: Bei Tachykardie kommt es zu Herzrasen. Ursachen für dieses verbreitete Phänomen können Aufregung oder Stress sein – aber auch ernsthafte Erkrankungen. Wann Sie zum Arzt gehen sollten, erfahren Sie hier.

Harmlose Ursachen für Herzrasen

Kurzfristiges Herzrasen - medizinisch Tachykardie - hat in den meisten Fällen harmlose Ursachen. Alltägliche Situationen wie Lampenfieber oder die “Schmetterlinge im Bauch” bei der ersten Liebe sorgen für Herzrasen.

Auch die körperliche Anstrengung beim Sport treibt den Puls nach oben. Es handelt sich dabei um ganz normale Reaktionen. Der Herzschlag verlangsamt sich wieder, sobald Auslöser wie die folgenden vorüber sind:

  • Stress
  • Aufregung
  • Vorfreude
  • Angst
  • körperliche Anstrengung

Kaffee und Zigaretten

Nikotin und Koffein beschleunigen den Herzschlag. Wenn das Herzrasen immer zeitgleich mit dem Genuss von Energy-Drinks, Kaffee oder Zigaretten auftritt, sollten Sie den Konsum reduzieren, um ernsthafte Schäden zu vermeiden.

Medikamente als Ursache für Herzrasen

Manche Medikamente weisen Herzrasen oder Bluthochdruck explizit als Nebenwirkung aus. Wenn Sie das Gefühl haben, das Herzrasen hängt mit Ihren Medikamenten zusammen, werfen Sie einen Blick auf den Beipackzettel und sprechen Sie Ihren Arzt an. Unter Umständen gibt es Alternativen, die Sie besser vertragen.

Psychische Auslöser

Dass es bei Aufregung oder Angst kurzzeitig zu Herzrasen kommt, ist normal. Bei einer Angststörung hingegen verfestigt sich die Angst: Betroffene empfinden das Herzrasen als bedrohlich. Die Angst verstärkt das Herzrasen und umgekehrt. Für Betroffene ist zunächst wichtig zu klären, ob das Herzrasen eine medizinische Ursache hat. Ist das nicht der Fall, sollten sie mithilfe einer Therapie lernen, mit dem Herzrasen umzugehen.

Herzerkrankungen als Ursache für Herzrasen

Kehrt das Herzrasen immer wieder oder tritt es dauerhaft auf, sprechen Ärzte von Tachykardie. Als Ursache kommen unter anderem Herzerkrankungen in Frage:

Vorhofflimmern: Dieses Flattern der Herzmuskulatur führt zu einem regelmäßigen Puls von über 100 Schlägen pro Minute, wird von vielen Betroffenen aber nicht wahrgenommen. Es besteht eine erhöhte Schlaganfallgefahr.

Koronare Herzkrankheit: Engstellen oder Verschlüsse in den Blutgefäßen behindern die Versorgung des Herzens. Es können Herzrhythmusstörungen wie Herzrasen auftreten. Die Verengung der Gefäße kann zu einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall führen.

Diese beiden Herzkrankheiten treten besonders häufig auf. Darüber hinaus gibt es noch eine ganze Reihe anderer Herzerkrankungen, die die Ursache für Herzrasen sein können. Genaue Aufklärung leistet der Facharzt für Kardiologie.

Bluthochdruck und zu niedriger Blutdruck

Ein zu hoher Blutdruck (Hypertonie) kann sich durch Unruhe und das Gefühl von Herzrasen bemerkbar machen. Langfristig kann er die Gefäße von Herz, Gehirn, Nieren und Augen schädigen und sollte deshalb unbedingt auf ein normales Niveau gesenkt werden.

Allerdings kann auch ein zu niedriger Blutdruck (Hypotonie) zu Herzrasen führen. Die Ursache: Um den Druck zu erhöhen, schlägt das Herz entsprechend schneller. Dieses Phänomen tritt vor allem nach dem Essen oder beim Aufstehen auf.

Schilddrüsenüberfunktion als Ursache für Herzrasen

Die Schilddrüse hat erheblichen Einfluss auf den Stoffwechsel. Ist sie überaktiv (Hyperthyreose), produziert sie mehr Hormone als nötig, was den Organismus in permanente Aufregung versetzt. Herzrasen, Gewichtsabnahme, Haarausfall und häufiges Schwitzen sind klassische Symptome.

Hormone bei Frauen können Herzrasen auslösen

Wenn der Hormonhaushalt durcheinander gerät ist nicht immer die Schilddrüse schuld. Frauen erleben Herzrasen häufig als Begleiterscheinung der Wechseljahre oder kurz vor ihrer Periode als Teil des Prämenstruellen Syndroms (PMS). Auch während der Schwangerschaft ist Herzrasen nicht ungewöhnlich.

Blutarmut als Ursache für Herzrasen

Bei einer Blutarmut (Anämie) befinden sich nicht genügend rote Blutkörperchen im Blut. Deshalb wird zu wenig Sauerstoff zu den Organen transportiert. Der Körper reagiert mit einem schnelleren Blutfluss, um das Defizit auszugleichen, was sich durch Herzrasen äußert. Auch bei Verletzungen mit Blutverlust kann es zu einem Blutdruckabfall mit Herzrasen kommen.

Lungenembolie

Hierbei wird eine Arterie in der Lunge durch ein Blutgerinnsel verstopft. Der Druck im Lungenkreislauf erhöht sich und das Herz muss deshalb stärker pumpen. Die Embolien kleiner Blutgefäße bleiben häufig unbemerkt. Verstopfen aber große Gefäße, kann es lebensbedrohlich werden.

Vergiftungen

Giftige Pilze, Drogen oder die Überdosierung von Medikamenten können zu Vergiftungen führen, die sich unter anderem durch Herzrasen bemerkbar machen. Streng genommen fallen auch Nikotin und Koffein in die Kategorie der Gifte.

Herzrasen als Warnsignal

Im Durchschnitt schlägt das erwachsene Herz etwa 60 bis 80 Mal pro Minute. Mehr als 120 Schläge pro Minute sind bedenklich. Ab 150 Schlägen handelt es sich um eine ausgeprägte Tachykardie. Wenn Ihr Puls permanent schneller schlägt als normal, sollten Sie wachsam sein. Suchen Sie in diesem Fall unbedingt einen Arzt auf!

Ursachen für Herzrasen nachts

Die oben beschriebenen Ursachen beziehen sich vor allem auf Herzrasen, das tagsüber erlebt wird. Nachts befindet sich der Körper in einem Ruhezustand, weshalb eine plötzliche Beschleunigung des Herzschlages anders bewertet werden muss. Auch bei nächtlichem Herzrasen ist dringend ein Arzt zu konsultieren.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

CK
Autor/-in
Christopher Kiel
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