Nach einem Herzinfarkt gehören Medikamente und Kontrolluntersuchungen zum Leben dazu.
Nach dem Herzinfarkt

Nach dem Herzinfarkt: Das müssen Sie beachten

Je rascher die Behandlung des Herzinfarkts erfolgt, desto geringer ist der Schaden am Herzmuskel. Und desto besser sind die Genesungschancen des Betroffenen. Um eine langfristige Therapie kommt allerdings kein Patient herum: Der Lebensstil sollte nach einem Herzinfarkt angepasst werden – und auch eine Reihe Medikamente und Vorsorgeuntersuchungen gehören von nun an zum Leben dazu.

Herzinfarkt-Behandlung: je schneller desto besser

Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute. Setzt die Therapie zwei bis drei Stunden nach Auftreten der ersten Herzinfarkt-Symptome ein, stehen die Chancen gut, dass sich das Herz vollständig erholt. Nach sechs Stunden lassen sich noch gute Teilerfolge erzielen. Nach 24 Stunden kommt die Hilfe für den Herzmuskel oft zu spät.

Erstes Ziel nach dem Herzinfarkt: Blutstrom im Herzen wiederherstellen

Im Krankenhaus ist das Ziel der Ärzte, den Blutstrom wiederherzustellen. Während der Erstversorgung wird der Patient an ein EKG angeschlossen und überwacht. Erste Untersuchungen werden durchgeführt und Medikamente verabreicht. Ein wichtiges Medikament ist Acetylsalicylsäure, kurz ASS. Der „Blutverdünner“ verhindert, dass Blutplättchen in den Herzkranzgefäßen verklumpen und sich weitere Gerinnsel bilden. Andere Medikamente lindern den Schmerz und regulieren den Blutdruck.  

Dann versucht der Kardiologe den Verschluss entweder mit einem Medikament aufzulösen oder mit Hilfe eines Katheters die Verengung zu dehnen und als Stütze einen Stent in das Gefäß zu setzen. Durch diese Maßnahmen wird die Durchblutung des Herzens wieder gewährleistet. Zur Überwachung kommt der Patient anschließend auf die Intensivstation und bei guter Genesung auf die Normalstation. Nach wenigen Tagen kann der Patient, wenn alles gut läuft, wieder nach Hause. Ist eine Bypass-Operation notwendig, dauert der Krankenhausaufenthalt länger.

Leben nach dem Herzinfarkt: Ohne Medikamente geht es nicht

Auch wenn viele Patienten nach dem Herzinfarkt wieder unbeschwert leben können und nichts an Lebensqualität verlieren: Vergessen werden sie den Herzinfarkt nicht. Nach dem Herzinfarkt ist vor dem Herzinfarkt. Das heißt, das Ziel ist es, einen weiteren Infarkt zu verhindern. Die Herzinfarkt-Behandlung hört mit Verlassen der Klinik nicht auf. Der Betroffene muss von nun an Medikamente einnehmen, welche die Blutgerinnselbildung verhindern. Neben ASS gehören die Wirkstoffe Prasugrel und Ticagrelor zu der Medikamenten-Therapie. Betablocker und ACE-Hemmer regulieren Bluthochdruck und bringen die Blutdruckwerte auf ein normales Maß, Statine senken erhöhte Cholesterinwerte. 

Welche Medikamente der Arzt nach dem Herzinfarkt verschreibt, erfahren Sie hier.

Lebensstil nach dem Herzinfarkt

Zudem sollten Herzinfarkt-Patienten nach dem Infarkt auf eine gesunde Ernährung achten. Herzexperten empfehlen die Mittelmehrküche. Auch Ausdauertraining ist für einen gesunden und starken Herzmuskel wichtig: Fünf Mal in der Woche für 30 Minuten aktiv sein, so lautet der Rat von Medizinern. Wie intensiv der Sport betrieben werden darf, legt der Kardiologe fest. Das Herz soll gestärkt, aber auf keinen Fall überlastet werden. Stress sollte vermieden und auf das Rauchen verzichtet werden.

Rehamaßnahmen nach dem Herzinfarkt: Alles lernen für das Leben danach

In Rehzentren lernen Betroffene, wie sie einen gesunden Lebensstil am besten umsetzen. Außerdem ist auch die psychologische Betreuung eine wichtige Komponente. Viele Patienten haben nach einem Infarkt große Angst vor einem weiteren. Hier können Ängste genommen und zugleich auf wichtige Warnsignale hingewiesen werden. Auch der Umgang mit Medikamenten ist Teil der Rehamaßnahmen.

Nach dem Herzinfarkt regelmäßig zum Arzt gehen

Neben einer guten Nachbetreuung kommt es zudem auf regelmäßige Kontrollen an. Die erste Nachuntersuchung findet in der Regel ein bis drei Monate nach dem Eingriff am Herzen statt; später meist halbjährlich. Einmal im Jahr steht ein Belastungs-EKG und eine Echokardiografie an. So werden Engstellen in den Gefäßen und Schäden am Herzen frühzeitig erkannt. Außerdem sind regelmäßige Besuche beim Hausarzt wichtig, um die Medikamente richtig einzustellen und den Kaliumspiegel im Blut sowie die Nierenfunktion zu überprüfen.

Nach dem Herzinfarkt kann die Herzschwäche kommen

Eine häufige Komplikation eines Herzinfarkts ist die Herzmuskelschwäche. Sie entsteht, wenn beim Herzinfarkt große Teile des Herzmuskels zerstört werden. Es bildet sich Narbengewebe, das jedoch nicht die Kraft hat, Blut durch die Adern zu treiben. Das restliche Herz muss diese Arbeit nun übernehmen. Die Folge ist, dass die gesunden Anteile des Herzmuskels überstrapaziert werden und langfristig an Kraft verlieren. Die regelmäßige Einnahme von Medikamenten nach dem Infarkt, darunter ACE-Hemmer und ASS, soll diese Überbelastung abfedern und das Herz bestmöglich unterstützen.

Wann wird ein Defibrillator oder ein Herzschrittmacher implantiert?

Manche Patienten bekommen nach dem Herzinfarkt einen Defibrillator eingesetzt. Ein Defibrillator wird dann implantiert, wenn das Herz zu schwach pumpt oder wenn ein Patient aufgrund schwerer Herzrhythmusstörungen wiederbelebt wurde oder Kammerflimmern aufgetreten ist. Mit Hilfe eines Stromstoßes findet das Herz wieder zu seinem Rhythmus zurück, wenn Störungen in der Gerzzfunktion auftreten. So wird dem Betroffenen das Leben gerettet. 

Eine weitere Möglichkeit ist ein Herzschrittmacher. Ein Herzschrittmacher ist ein kleines Gerät, das im Bereich des Brustmuskels unter die Haut implantiert wird und den Herzrhythmus überwacht. Der Herzschrittmacher wird dann eingesetzt, wenn das Herz dazu neigt, zu langsam zu schlagen oder Aussetzer hat. Dann steuert der Schrittmacher die Herzschläge durch elektronische Impulse.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ann-Kathrin Landzettel
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