Helfen pflanzliche Medikamente gegen Depressionen?
(0)

Helfen pflanzliche Medikamente gegen Depressionen?

Antidepressiva haben einen schlechten Ruf. Entsprechend fragen sich viele Betroffene: Helfen pflanzliche Medikamente gegen Depressionen? Wie so oft ist die korrekte Antwort von den individuellen Umständen abhängig.

Auf den Schweregrad kommt es an


Sie können pflanzlich gegen Depressionen vorgehen, wenn diese nur leicht oder mittelschwer sind. Bei schweren Depressionen müssen Sie jedoch zu stärkeren Mitteln greifen. Grundsätzlich geht es beim Kampf gegen die Krankheit darum, die Angst, die Unruhe, die Traurigkeit und die Schlafstörungen in den Griff zu bekommen, damit die Betroffenen wieder am normalen Leben teilnehmen und Freude daran haben können. Das können Sie in nicht zu schweren Fällen durch eine Psychotherapie und pflanzliche Antidepressiva erreichen.


Wie helfen pflanzliche Medikamente gegen Depressionen?


Gute Dienste leistet Johanniskraut bei Depressionen. Die Pflanze wird schon seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts eingesetzt. Welche der zahlreichen Inhaltsstoffe genau stimmungsaufhellend wirken, ist bislang noch nicht bekannt. Dass diese Wirkung besteht, ist allerdings unumstritten – Medikamente mit Johanniskraut-Extrakten gelten als pflanzliche Antidepressiva. Die Nebenwirkungen sind deutlich weniger stark als bei chemisch hergestellten Medikamenten. Allerdings sollten Frauen, die Johanniskraut-Extrakte zu sich nehmen, nicht mit der Pille verhüten: Die pflanzliche Arznei verringert die Wirkung des Verhütungsmittels.


Vorsicht vor Billigpräparaten!


Die Fachleute von Öko-Test haben unter der Fragestellung “Helfen pflanzliche Medikamente gegen Depressionen?” 18 verschiedene apothekenpflichtige Johanniskraut-Präparate untersucht. Sie alle erhielten die Noten “gut” oder “sehr gut” – dass diese Medikamente Hilfe bei Depressionen bieten, ist gut belegt. Allerdings sollten Sie die Arzneien wirklich in der Apotheke kaufen und nicht in der Drogerie oder im Supermarkt: Was hier verkauft wird, ist meist deutlich niedriger dosiert und wirkt entsprechend schlechter. Hinzu kommen in manchen Fällen unidentifizierbare Inhaltsstoffe, vor allem bei Billigprodukten aus China. Diese können Gesundheitsrisiken bergen. Halten Sie sich daher besser an die Produkte aus der Apotheke, deren Zusammensetzung bekannt und deren Wirksamkeit belegt ist.


Hilfe suchen bei starken Depressionen


Zeigen pflanzliche Mittel bei Ihnen keine Wirkung, müssen Sie andere Therapiewege einschlagen. Auf jeden Fall brauchen Sie Hilfe bei Depressionen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und zögern Sie nicht, eine Therapie mit Antidepressiva zu beginnen, die keine pflanzliche Basis haben. Diese stellen allmählich das Gleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn wieder her und sorgen dafür, dass es Ihnen besser geht. Die Behandlung dauert mehrere Monate und wird durch eine Psychotherapie unterstützt. Antidepressiva sind heutzutage deutlich besser verträglich als noch in den 1980er Jahren, und entgegen anderslautenden Vermutungen verändern sie auch nicht die Persönlichkeit der Patienten.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

S H
Autor/-in
Svenja Hauke
Wie finden Sie diesen Artikel?