Heilpflanzen-Tee ist ein beliebtes Hausmittel, um gesundheitliche Beschwerden zu lindern.
Heilpflanzen anwenden •

Heilpflanzen als Tee: Die richtige Zubereitung von Kräutertee

Heilpflanzen finden besonders häufig in Form von Tee Anwendung. Der Sud aus den Heilkräutern ist ein beliebtes Hausmittel gegen Erkältungsbeschwerden, Verdauungsprobleme und Einschlafschwierigkeiten. Damit der Heilpflanzen-Tee seine Wirkung entfalten kann, kommt es auf die richtige Zubereitung an.

Tee aus Heilkräutern: vier unterschiedliche Zubereitungen

Heilpflanzen-Tees können auf unterschiedliche Weise zubereitet werden. Das gilt sowohl für frische als auch für getrocknete Heilkräuter:

  • Aufguss
  • Aufkochung
  • Abkochung
  • Kaltansatz

Beim Aufguss werden die Heilpflanzen mit etwa 80 Grad heißem Wasser übergossen und in der Regel fünf bis zehn Minuten ziehen gelassen. Der Aufguss eignet sich vor allem für weiche Pflanzenteile wie Blüten und Blätter. Das Mischungsverhältnis ist meist zwei Teelöffel auf ein Viertel Liter Wasser. Machen Sie einen Deckel auf das Gefäß, während der Tee zieht, damit sich die ätherischen Öle nicht verflüchtigen. Der Tee wird am besten warm getrunken, kann aber auch kalt genossen werden.

Bei der Aufkochung werden härtere Heilkräuterbestandteile wie Wurzeln, Rinden und Hölzer, beispielsweise Eibischwurzeln, zusammen mit Wasser aufgekocht und fünf Minuten ziehen gelassen. 

Bei der Abkochung werden härtere Bestandteile der Heilpflanzen wie Hölzer, Rinden und Wurzeln zuerst kalt angesetzt und dann zum Kochen gebracht. So können weitere Heilsubstanzen herausgelöst werden. Pro Tasse wird in der Regel ein Teelöffel Heilkräuter für rund 15 Minuten gekocht. Manche Heilpflanzen müssen bis zu 30 Minuten kochen. In der Regel steht auf der Teepackung, wie lange das Heilkraut köcheln muss. 

Beim Kaltansatz werden die Heilpflanzen über acht bis zwölf Stunden hinweg in kaltes Wasser gelegt. Der Sud wird erst kurz vor der Anwendung vorsichtig erwärmt. Der Vorteil: Hitzeempfindliche Substanzen lassen sich lösen und werden nicht zerstört. Der Kaltansatz findet zum Beispiel bei Baldrian und Mistel Anwendung.

Äußerliche Anwendung von Heilkräutern: In Tee baden 

Ebenfalls möglich ist es, einen Sud aus Heilkräutern herzustellen und diesen dem Badewasser hinzuzufügen. In der Regel werden 100 Gramm Pflanzenteile mit einem Liter Wasser zubereitet und anschließend in das Badewasser gegeben. Möchten Sie ein Fußbad zubereiten, genügen 40 Gramm Heilpflanzen. Heilkräutertees sind zudem auch beliebt für die Inhalation, zum Gurgeln und für Kompressen.

Kräuter mischen? Weniger ist mehr

Kräuterheilkundler raten, bei der Zubereitung von Heilkräuter-Tees den Fokus auf eine Heilpflanze zu legen. So bekommt jede Pflanze die Teezubereitung, die für sie und die enthaltenen Heilsubstanzen am besten geeignet ist. Wer dennoch verschiedene Heilkräuter miteinander kombinieren möchte, sollte darauf achten, Pflanzen mit ähnlichen Aufgusszeiten zu wählen. Wer unsicher ist, kauft fertige Teemischungen.

Kräutertee ist nicht gleich Heiltee

In Supermärkten, Drogerien und Reformhäusern gibt es eine große Auswahl verschiedener Teesorten. Doch nicht jeder Kräutertee ist zugleich auch ein Heiltee. Nur wenn die Wirkung der Heilpflanze auf der Verpackung angegeben ist, etwa „zur Anwendung bei Blasenentzündung“ oder „zur Schleimlösung bei Brochitis“, ist in dem Tee eine ausreichend hohe Menge der Heilpflanze und ihrer Inhaltsstoffe enthalten. Nur wenn die Indikation angegeben ist, handelt es sich um einen Tee mit einem hohen gesetzlich verankerten Qualitätsstandard.

Dosier- und Anwendungsempfehlung beachten

Wer Heilpflanzen als Tee zubereiten möchte, sollte immer die Dosierempfehlung und die empfohlene Dauer der Anwendung beachten. Steht auf der Verpackung nichts, fragen Sie am besten bei Ihrem Apotheker nach. Haben Sie die Kräuter selbst gesammelt, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder schauen Sie in entsprechenden Kräuter-Lexika nach.

 

Schwangere, Stillende, Asthmatiker und Menschen mit Nierenkrankheiten oder Herz-Kreislauf-Beschwerden sowie Menschen, die bestimmte Medikamente einnehmen müssen, sollten vor der Anwendung von Heilkräuter-Tees immer einen Arzt sprechen. Neben Nebenwirkungen sind auch Wechselwirkungen möglich.

Heilkräuter-Tee richtig trinken: So wirkt er am besten

Damit die Tees gut wirken, sollten Sie ein paar Tipps beherzigen:

  • Trinken Sie den Heilkräuter-Tee in Ruhe. Entspannen Sie sich dabei und nehmen Sie kleine Schlucke.
  • Trinken Sie den Tee, sofern nicht anders angegeben, am besten auf nüchternen Magen, dann werden die Wirkstoffe besser aufgenommen. Bei möglicherweise magenreizenden Tees dürfen Sie ruhig etwas im Magen haben. Fragen Sie auch hier bei Ihrem Arzt nach, wenn sie unsicher sind.
  • Wenden Sie Heilpflanzen-Tees immer nur kurzzeitig an. Es sind keine Dauergetränke.
  • Versuchen Sie auf die Zugabe von Zucker zu verzichten. Ist es ein sehr bitterer Tee, können Sie eine kleine Menge Honig oder eine pflanzliche Süßungsalternative wie Kokosblütenzucker hinzugeben. Ein kleiner Schluck Apfelsaft verbessert den Geschmack ebenfalls.

Heilpflanzen mögen es kühl und dunkel

Damit die heilenden Inhaltsstoffe der Heilpflanzen möglichst lange erhalten bleiben, sollten getrocknete Pflanzenteile immer kühl und trocken gelagert werden. Wichtig ist zudem die Aufbewahrung in lichtgeschützten Gefäßen – UV-Licht zersetzt neben den Aromen auch die Wirkstoffe. Werden Kräutertees richtig gelagert, sind sie bis zu einem Jahr haltbar.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ann-Kathrin Landzettel
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