Rosmarin (Rosmarinus officinalis) verfeinert nicht nur den Geschmack von Speisen, das Gewürz fördert auch die Gesundheit. Hier erfahren Sie, welche Pflanzenstoffe für die wohltuende Wirkung von Rosmarin verantwortlich sind und wie Sie die Heilpflanze am besten anwenden.
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Heilpflanze Rosmarin: Lindert Verdauungsbeschwerden

Rosmarin (Rosmarinus officinalis) verfeinert nicht nur den Geschmack von Speisen, das Gewürz fördert auch die Gesundheit. Hier erfahren Sie, welche Pflanzenstoffe für die wohltuende Wirkung von Rosmarin verantwortlich sind und wie Sie die Heilpflanze am besten anwenden.

Rosmarin: Inhaltsstoffe der Heilpflanze

Rosmarin ist ein immergrüner Strauch, der aus dem Mittelmeerraum stammt. Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von bis zu zwei Metern und wird auch als Brautkraut, Meertau und Marienkraut bezeichnet. In seinen nadelartigen Blättern konzentriert Rosmarin eine ganze Reihe wertvoller Pflanzenstoffe.

Besonders intensiv wirken diese, wenn aus den Rosmarinblättern durch ein Destillationsverfahren das ätherische Öl der Pflanze gewonnen wird. Rosmarinöl enthält neben Flavonoiden auch die gesundheitsfördernden Bestandteile Rosmarinsäure, Campher, Terpenen Cineol, Alpha-Pinen, Glykoside, Carnosolsäure und Diterpene. In ihrer Gesamtheit sorgen diese Stoffe unter anderem dafür, dass Hautverletzungen schneller abheilen und Verdauungsbeschwerden abklingen.

Rosmarin: Anwendung und Wirkung der Heilpflanze

Die heilende Wirkung von Rosmarin können Sie sich auf verschiedene Weise zunutze machen: Durch den Verzehr des Gewürzes, den Genuss eines Rosmarintees oder durch das Auftragen einer Creme oder einer Salbe mit Rosmarinbestandteil auf die Haut. Welche die geeignete Anwendungsart ist, hängt von Ihren Beschwerden ab.

Rosmarin lindert Völlegefühle

Rosmarin ist ein bewährtes Heilmittel bei Völlegefühl, Blähungen und Magenkrämpfen. Als Gewürz in schwer verdaulichen Mahlzeiten angewendet kurbelt es die Produktion der Verdauungssäfte an und wirkt gleichzeitig entkrampfend. Auf diese Weise erleichtert Rosmarin Magen und Darm die Verwertung der zugeführten Nahrungsbestandteile.

Rosmarin bei Muskelschmerzen

Neben seiner verdauungsfördernden Wirkung lindert Rosmarin auch muskuläre Verspannungen: Äußerlich angewandt steigert Rosmarinöl die Durchblutung der Haut. Durch die vermehrte Blutzufuhr und die Erwärmung der entsprechenden Hautpartie lockern sich die darunter liegenden Muskeln und die schmerzhafte Verspannung lässt nach. Für diesen Zweck können Sie sich ein Bad mit einigen Tropfen Rosmarinöl gönnen oder das ätherische Öl mit einem neutralen Öl – beispielsweise Mandelöl – verdünnen und die betroffene Körperpartie einreiben. Durch seine anregende Wirkung trägt Rosmarin auch zur Stabilisierung des Kreislaufs bei niedrigem Blutdruck bei.

Rosmarin bei Rheuma

Therapiebegleitend wird Rosmarin zudem äußerlich bei der Behandlung von Rheuma angewandt. Seine schmerzstillende Wirkung lindert die Gelenkschmerzen auf sanfte Weise und verschafft Rheumapatienten Erleichterung. Bei schlecht heilenden Wunden kann Rosmarin durch seine entzündungshemmende Wirkung ebenfalls wertvolle Dienste leisten.

Rosmarin passt du Kartoffeln und Fisch

Sie können sich und Ihrem Körper ganz nebenbei etwas Gutes tun, indem Sie Ihre Speisen mit Rosmarin würzen. Besonders köstlich schmeckt das herbe Gewürz zu Kartoffeln, Geflügel oder Braten. Aber auch Fisch erhält durch Rosmarin eine stimmige mediterrane Note.

Um Rosmarinkartoffeln zuzubereiten, müssen Sie die Kartoffeln lediglich halbieren, mit Olivenöl bestreichen und danach mit Salz und Rosmarin würzen. Nun backen Sie die Kartoffeln bei etwa 200 Grad für circa eine halbe Stunde – schon ist die Beilage servierfertig.

Rosmarin-Tee zubereiten

Möchten Sie sich hingegen einen frischen Rosmarintee zubereiten, zupfen Sie zuerst etwa einen Teelöffel Blätter von der Pflanze, waschen diese unter fließendem Wasser und geben Sie dann in einen Becher. Nun überbrühen Sie die Rosmarinblätter mit etwa 250 Milliliter Wasser und lassen den Tee zehn Minuten ziehen. Zum Schluss gießen Sie den Tee nur noch durch ein kleines Sieb in einen anderen Becher – fertig.

Rosmarin: Nebenwirkungen

Prinzipiell gilt: Verdünnen Sie das ätherische Öl des Rosmarins immer, bevor Sie es auf die Haut auftragen. Empfindliche Haut kann andernfalls schnell mit Irritationen auf die konzentrierten Wirkstoffe reagieren. Die ätherischen Dämpfe des Öls können zudem die Atemwege reizen.

Bei Babys und Kleinkindern sollte Rosmarinöl deswegen ebenso wenig zum Einsatz kommen wie bei Asthmatikern. Auch wenn Sie unter Krampfadern, hohem Blutdruck oder Herzproblemen leiden, schwanger oder Epileptiker sind, sollten Sie die Heilpflanze nicht ohne den Rat Ihres Arztes anwenden.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Gisèle Schneider
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