Lavendel (Lavandula angustifolia) zeichnet sich nicht nur durch seine dekorativen Blüten und seinen angenehmen Duft aus, er ist auf für seine heilsame Wirkung bekannt. Erfahren Sie hier, wie Sie die Pflanze als Heilkraut nutzen können.
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Heilpflanze Lavendel: Beruhigt die Nerven

Lavendel (Lavandula angustifolia) zeichnet sich nicht nur durch seine dekorativen Blüten und seinen angenehmen Duft aus, er ist auf für seine heilsame Wirkung bekannt. Erfahren Sie hier, wie Sie die Pflanze als Heilkraut nutzen können.

Lavendel: ein Stück Frankreich

Als Gartenpflanze ist Lavendel vor allem wegen seines Duftes und seiner schönen, violetten Blüten beliebt. Dazu erinnert die pflegeleichte Pflanze so manchen Hobbygärtner an die weiten Lavendelfelder der französischen Provence. Doch Lavendel kann noch mehr. Bei der Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler handelt es sich zum Beispiel um ein beliebtes Gewürz für die mediterrane Küche, dessen Aroma dem des Rosmarins ähnelt. Die Pflanze ist daher häufig Teil einer Kräuter-der-Provence-Mischung.

Darüber hinaus spielt Lavendel eine Rolle in der Herstellung von Duftstoffen und Parfums und ist zudem eine traditionelle Heilpflanze, die bereits im antiken Rom bekannt war. Im 12. Jahrhundert empfahl die mittelalterliche Gelehrte und Heilkundlerin Hildegard von Bingen die Pflanze unter anderem als Mittel gegen Läuse.

Lavendel: Inhaltsstoffe der Heilpflanze

Das in den Blüten vorhandene Lavendelöl ist für die Wirkung der Heilpflanze hauptverantwortlich. Lavendelblüten enthalten etwa 1,5 Prozent des auch als Lavandulae aetheroleum oder Oleum Lavandulae bekannten ätherischen Öls. Wie viele andere ätherische Öle wird auch Lavendelöl durch Wasserdampfdestillation aus den frischen Blüten oder Blütenständen der Pflanze gewonnen: 120 Kilogramm Lavendelblüten müssen verwertet werden, um etwa ein Kilo Öl zu gewinnen. Zudem finden sich in den Blüten Gerbstoffe und Flavonoide.

Lavendel: Anwendung und Wirkung der Heilpflanze

Heutzutage wird Lavendel eine antiseptische, beruhigende, antidepressive sowie krampflösende Wirkung zugeschrieben. In der Aromatherapie wird Lavendelduft gegen Stress, Migränesymptome, leichte depressive Verstimmungen und gegen Schlafstörungen eingesetzt.

Als Heilmittel wird Lavendel entweder in Form der fast aufgeblühten und dann getrockneten Blüten oder als Lavendelöl verwendet. Für medizinische Zwecke setzt man allerdings nur den Echten Lavendel ein. Dufthersteller verwenden dagegen häufig auch Lavandin, eine Hybridform, die durch eine Kreuzung von Echtem Lavendel und dem sogenannten Speik-Lavendel entstanden ist.

Lavendel-Öl eigent sich für entspannende Massagen

Lavendelöl wird äußerlich gerne als Badezusatz oder als Tinktur zum Einreiben verwendet. Auf die Haut aufgetragen hat das Öl eine leicht durchblutungsfördernde und antiseptische Wirkung. Dazu wirkt sein Duft beruhigend und entspannend – in der Aromatherapie wird Lavendelöl daher für Duftlampen oder Massagen verwendet. Mischen Sie für die Massage einen Tropfen Lavendelöl mit einem Trägeröl wie Mandel- oder Jojobaöl. Pur auf die Haut aufgetragen kann Lavendelöl zu Hautreizungen führen.

Für die innere Anwendungkann Lavendelöl in Form von Kapseln oder Tropfen eingenommen werden, zum Beispiel, indem circa ein bis vier Tropfen des Öls auf einen Zuckerwürfel gegeben werden.

Lavendel unterstützt den Schlaf

Bei Schlafstörungen oder Kreislaufproblemen kann Lavendel als Badezusatz beruhigend und entspannend wirken. Auch bei Erschöpfung oder Muskelkater lohnt sich ein duftendes Lavendelbad. Dafür überbrühen Sie zuerst 100 Gramm getrocknete Lavendelblüten mit zwei Liter Wasser und lassen den Sud zugedeckt einige Zeit ziehen. Dann die Mischung absieben und das flüssige Konzentrat ins Badewasser geben.

Lavendel-Tee zubereiten

In Form eines Tees kann Lavendel den Schlaf unterstützen und Stresssymptome lindern. Denn Teekönnen Sie zubereiten, indem Sie ein oder zwei Teelöffel Lavendelblüten mit einem halben Liter 80 Grad heißem Wasser übergießen und drei bis vier Minuten ziehen lassen.

Lavendelkissen als Einschlaf-Hilfe

Ein Klassiker ist die Anwendung als Kräuterkissen. In ein Stoffsäckchen eingenäht, wirken Lavendelblüten beruhigend und helfen zum Beispiel Kleinkindern dabei, besser einzuschlafen. Im Kleiderschrank oder in Schubladen hält ein Lavendelkissen Kleidermotten fern und verleiht den dort aufbewahrten Kleidungsstücken einen angenehmen Duft.

Lavendel: Nebenwirkungen

In der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie Lavendelöl nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt anwenden. Menschen, die zu Allergien und Hautreizungen neigen, sollten Lavendelöl nicht äußerlich anwenden. Auch bei Babys und Kleinkindern sollte das ätherische Öl nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker angewendet werden, da ätherische Öle zu Atemnot führen können. Asthmatiker sollten ebenfalls vorsichtig sein und die Anwendung zuvor mit einem Arzt besprechen.

Lavendelöl immer verdünnen

Lavendelöl sollte immer nur stark verdünnt Anwendung finden, da es sonst haut- und schleimhautreizend wirkt. Hochdosiert als Kapseln eingenommen, kann es zu Blähungen und Magenschmerzen kommen. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fieber oder bei bestehenden Krampfadern ist die Anwendung von Lavendel nicht geeignet.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Christopher Kiel
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