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Bärlauch: Wirkung und Anwendung der würzigen Heilpflanze

Bärlauch (Allium ursinum) ist nicht nur ein leckeres Gewürz, er hat auch eine heilsame Wirkung. Unter anderem schützt Bärlauch die Blutgefäße. Welche Beschwerden die knoblauchartig schmeckende Pflanze lindern kann und wie Sie Bärlauch in Ihren Speiseplan integrieren können.

Bärlauch: Inhaltsstoffe der Heilpflanze

Schon bei den alten Römern war Bärlauch als Heilpflanze bekannt. Sie nannten ihn “Herba salutaris”, das “heilsame Kraut”. Die wie die Zwiebel und der Knoblauch zur Gattung Allium gehörende Pflanze wächst fast überall in Europa in Auwäldern und Laubwäldern und blüht im April und Mai. Dann verströmt Bärlauch einen knoblauchähnlichen Geruch. Die Lauchpflanze hat einen großen Vorteil: Der “Knoblauch ohne Hauch” schmeckt genauso lecker wie die Knolle, riecht aber wesentlich weniger intensiv.

Bärlauch enthält ähnliche Inhaltsstoffe wie sein Verwandter, der Knoblauch. Vor allem die schwefelhaltigen ätherischen Öle sind es, die die Wirkung der Heilpflanze ausmachen. Die schwefelhaltige Aminosäure Alliin wandelt sich bei Zerstörung der Zellstruktur – etwa, wenn ein Blatt der Pflanze geschnitten oder stark gerieben wird – in das stark nach Knoblauch riechende Umsetzungsprodukt Allicin um. Dieses wirkt antibakteriell, entzündungshemmend, durchblutungsfördernd und blutreinigend. Ebenso senkt es den Cholesterinspiegel.

Bärlauch ist ein guter Eisenlieferant

Darüber hinaus enthält die Waldpflanze auch zahlreiche wertvolle Vitamine und Nährstoffe. Als Frühlingspflanze ist Bärlauch reich an Vitamin C: 100 Gramm enthalten 150 Milligramm Ascorbinsäure. Mit 2,9 Milligramm Eisen pro 100 Gramm ist frischer Bärlauch zudem eisenhaltig und unterstützt so unter anderem die Blutbildung.

Bärlauch: Anwendung und Wirkung der Heilpflanze

Allicin hat eine nachgewiesene Wirkung auf die Blutgefäße im menschlichen Körper. Allicin fördert die Durchblutung, indem es dazu beiträgt, die Blutgefäße elastischer zu machen und Ablagerungen an den Gefäßwänden vorzubeugen. Bärlauchextrakte werden daher gegen Arteriosklerose (Arterienverkalkung) eingesetzt und können vorbeugend gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder gegen Bluthochdruck wirken.

Bärlauch: Zwei leckere Rezeptideen

Die gesunde Wirkung des Bärlauchs machen Sie sich vor allem zunutze, wenn Sie die frische Pflanze als Gewürz auf Ihren Speiseplan setzen. Getrocknet verliert die Pflanze dagegen einen großen Teil ihrer Wirkung. Ein Kräuterquark mit Bärlauch etwa schmeckt ebenso gut wie Bärlauch-Pesto.

  • Bärlauch-Pesto: Frische Bärlauchblätter mit Parmesan, Olivenöl und gerösteten Pinienkernen in einer Küchenmaschine pürieren und zusammen mit Vollkornpasta genießen.
  • Bärlauch-Quark: Quark, Crème fraîche, Olivenöl, Bärlauch, Zwiebeln und Petersilie mischen. Der Dip ist perfekt für den ersten Grillabend im Mai geeignet und schmeckt lecker auf Baguette und Brot oder zu Quellkartoffeln.

Bärlauch: Nebenwirkungen

Wer Bärlauch selbst sammeln möchte, muss aufpassen: Die lanzettförmigen Blätter von Maiglöckchen und Herbstzeitlosen sehen denen des Bärlauchs zum Verwechseln ähnlich – sind jedoch beide giftig. Generell gilt: Wenn die Blätter nicht nach Knoblauch riechen, handelt es sich nicht um Bärlauch und Sie sollten die Pflanze lieber stehen lassen.

Wenn Sie Bärlauch sammeln, sollten Sie nicht nur aufpassen, keine Giftpflanze zu erwischen, sondern auch an den vielerorts bedrohten Bestand der beliebten Gewürz- und Heilpflanze denken. Pflücken Sie nur dort, wo es erlaubt ist und wo Bärlauch in großen Beständen wächst. Von der Blattrosette der einzelnen Pflanze lassen Sie am besten zwei Drittel stehen – so kann die Bärlauchpflanze weiterwachsen und sich von der Ernte erholen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Sascha Müller
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