Heilpflanzen von A bis Z: Heilkräuter auf einen Blick 

Heilpflanze

Wirkung

Einsatz

Hinweis

Aloe vera

(Aloe barbadensis)

Feuchtigkeitsspendend, hautberuhigend, kühlend, verdauungsfördernd

Hautreizungen wie Sonnenbrand, Insektenstiche und trockene Haut, Verstopfung

Kann eingenommen als Saft bei Verstopfung helfen. Sollte aber nur kurzzeitig angewendet werden. Bei Darmerkrankungen nicht geeignet.

Anis

(Pimpinella anisum)

Krampflösend, entzündungshemmend

Blähungen, Magenschmerzen, Rachenentzündungen

Anis nicht selbst sammeln, da die Früchte den giftigen Schierlingsfrüchten ähnlich sehen. 

Arnika

(Arnica montana)

Entzündungshemmend, abschwellend, keimtötend

Muskel- und Gelenkschmerzen, stumpfe Verletzungen, Insektenstiche, Hautentzündungen, Entzündungen in Mund und Rachen

Darf nicht innerlich angewendet werden.

Baldrian

(Valeriana officinalis)

Beruhigend, entspannend

Einschlafstörungen, Unruhe, Erschöpfung, Angst, Kopfschmerzen, Muskelverspannungen

Vermindert die Verkehrstüchtigkeit nach der Einnahme.

Bärentraubenblätter

(Arctostaphylus uva-ursi)

Entzündungshemmend, desinfizierend, bakterienhemmend

Erste Anzeichen einer Blasenentzündung

Tees mit Bärentraubenblättern maximal fünf Mal im Jahr für je eine Woche anwenden, da die Abbauprodukte des Tees die Leber schädigen können.

Bärlauch

(Allium ursinum)

Entzündungshemmend, durchblutungsfördernd, blutreinigend,Cholesterinspiegel senkend

Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen,Fieber, Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen

Bärlauch muss frisch angewendet werden, da die Wirkstoffe sonst verloren gehen. Aufgrund des Knoblaucharomas als Tee eher unbeliebt.

Basilikum

(Ocimum basilicum)

Antibakteriell, krampflösend, beruhigend, verdauungsfördernd

Menstruationsbeschwerden, Verdauungsprobleme, Kopfschmerzen, Nervosität

In der Schwangerschaft Basilikum nicht in größeren Mengen verzehren.

Bergamotte

(Citrus bergamia)

Antibakteriell, antiviral, angstlösend, entspannend, krampflösend, stimmungsaufhellend

Appetitlosigkeit, Blähungen, Erschöpfung, Schlaflosigkeit, Ängste

Die Frucht ist nicht zum puren Verzehr geeignet. Zum Einsatz kommt das aus der Bergamotte gewonnene Öl.

Brennnessel

(Urtica dioica)

Harntreibend, entzündungshemmend, entwässernd

Blasenentzündung und andere Harnwegsinfekte. Kann bei einer vergrößerten Prostata das Wasserlassen erleichtern.

Brennnesseln dürfen bei Wasseransammlungen im Körper, die durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nierenerkrankungen bedingt sind, nicht angewendet werden.

Fenchel

(Foeniculum vulgare)

Krampflösend, beruhigend, entzündungshemmend, schleimlösend

Magen-Darm-Beschwerden, Bronchitis, Erbrechen

Fenchelöl nicht bei kleinen Kindern, in der Schwangerschaft und Stillzeit verwenden.

Ginkgo

(Ginkgo biloba)

Durchblutungsfördernd, gedächtnisstärkend, hemmend bei der Blutgerinnung

Gedächtnisschwäche, Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten

Wer Blutgerinnungshemmer einnimmt, sollte Ginkgo nur in Absprache mit einem Arzt einnehmen. Für Schwangere ist Ginkgo tabu.

Ingwer

(Zingiber officinale)

Verdauungsfördernd, appetitanregend, lindert Übelkeit, schmerzlindernd, entzündungshemmend

Reiseübelkeit, Gelenkschmerzen, Verdauungsprobleme

Für Patienten, die Gerinnungshemmer einnehmen, Schwangere, Stillende und Menschen mit sensiblem Magen nicht geeignet.

Johanniskraut

(Hypericum perforatum)

Ausgleichend, stimmungsaufhellend, 

wundheilend, 

schmerzlindernd

Depressive Verstimmungen, Wundheilung, Hautpflege, Gicht, Rheuma und Bronchitis

Vor der Einnahme einen Arzt fragen, da Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten möglich sind. Macht die Haut sonnenempfindlich.

Echte Kamille

(Matricaria recutita)

Entzündungshemmend, beruhigend, wundheilend

Haut- und Schleimhautentzündungen, Erkrankungen der Atemwege, Blähungen, Bauchkrämpfe und Hämorriden

Wirksam ist nur die echte Kamille. Wer gegen Korbblütler allergisch ist, muss Kamille meiden.

Kreuzkümmel

(Cuminum cyminum)

Krampflösend, entspannend, verdauungsfördernd, antibakteriell

Blähungen, Magenschmerzen, Menstruationsbeschwerden

Die Körnchen können bei akuten Verdauungsproblemen gekaut werden. Sehr beliebt als Gewürz im Essen.

Kurkuma

(Curcuma longa)

Fördert die Fettverdauung, antientzündlich,

Blähungen, Völlegefühle

Die Wirkung der Gelbwurz kann durch Pfeffer verstärkt werden.

Lavendel

(Lavandula angustifolia)

Schlaffördernd, entspannend,

Schlafstörungen, Angstzustände, leichte Depressionen

Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fieber oder Krampfadern Vollbäder mit Lavendel erst nach Absprache mit dem Arzt anwenden.

Löwenzahn

(Taraxacum officinale)

Appetitanregend, verdauungsfördernd, entschlackend, wassertreibend

Verdauungsbeschwerden, Völlegefühle, Blähungen,

Löwenzahn bei Problemen mit den Nieren oder Gallenwegen nicht anwenden.

Melisse

(Melissa officinalis)

Virenhemmend, entspannend, beruhigend

Lippenherpes, Verdauungsbeschwerden, Unruhe, Schlafstörungen, Unterleibserkrankungen

Bei Einschlafstörungen wirkt Melisse in Kombination mit Hopfen, Baldrian oder Passionsblume gut.

Minze, Pfefferminze

(Mentha piperita)

Antibakteriell, krampflösend, entspannend, kühlend

Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Magenschleimhautentzündungen, Reizdarm, Übelkeit, Erkältungen, Spannungskopfschmerz, rheumatische Beschwerden

Pfefferminzöl nicht in die Nähe der Augen bringen und nicht bei Babys und Kleinkindern verwenden, da Atemstillstand möglich ist.

Mönchspfeffer

(Vitex agnus-castus)

Wirkt regulierend auf den weiblichen Hormonhaushalt.

Menstruationsbeschwerden, unregelmäßiger Zyklus, Wechseljahrsbeschwerden

Kann die Milchbildung stören und ist für Schwangere und Stillende nicht geeignet.

Ringelblume

(Calendula officinalis)

Entzündungshemmend, keimtötend, krampflösend

Wunden, Hautentzündungen, Schleimhautentzündungen, Magen- und Darmentzündungen, Menstruationsbeschwerden

Ringelblumen können im eigenen Garten leicht selbst angebaut werden.

Rosmarin

(Rosmarinus officinalis)

Verdauungsfördernd, durchblutungsfördernd, belebend, kreislaufunterstützend, entspannend

Muskelkater, Rückenschmerzen, Blähungen, Völlegefühl,

Rosmarinöl nur in verdünnter Form anwenden, sonst kann es zu Hautreizungen kommen. Nicht im Bereich von Nase und Mund anwenden. Für Babys, Kleinkinder und Asthmatiker nicht geeignet.

Safran

(Crocus sativus)

Krampflösend, schmerzstillend, nervenstärkend, menstruationsfördernd

Darmbeschwerden, Krämpfe, Husten, Magenschmerzen, Schlaflosigkeit, Schmerzen im Allgemeinen

Gehört zu den teuersten Gewürzen der Welt. Für ein Gramm Safran braucht es etwa 100 Blüten. Häufig wird gefälschter Safran verkauft.

Salbei

(Salvia officinalis)

Entzündungshemmend, zusammenziehend, schweißhemmend

Starkes Schwitzen, Entzündungen im Mund- und Rachenraum, Beschwerden im Magen-Darm-Bereich wie Durchfall und Blähungen, Entzündungen der Haut

Salbei ist für stillende Mütter nicht geeignet, da es die Milchbildung hemmt.

(Acker-)

Schachtelhalm

(Equisteum arvense)

Wassertreibend

Beginnende Blasenentzündung

Nicht selbst sammeln, da Schachtelhalm leicht mit dem giftigen Sumpf-Schachtelhalm verwechselt wird.

Schafgabe

(Achillea millefolium)

Antientzündlich, krampflösend, appetitanregend, verdauungsfördernd, wundheilend

Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Blähungen, Verdauungsbeschwerden, Verletzungen der Haut

Wer auf Korbblütler allergisch reagiert, sollte Schafgarbe nicht anwenden.

Spitzwegerich

(Plantago lanceolata)

Reizlindernd, lösend, antientzündlich, antibakteriell, schleimlösend

Husten mit Verschleimung, trockener Husten, Halsschmerzen, Fieber, Insektenstiche

Spitzwegerich findet vor allem als Tee bei Erkältung Anwendung.

Thymian

(Thymus vulgaris)

Schleimlösend, schmerzstillend, entspannend, antibakteriell, entzündungshemmend

Husten mit Verschleimung, Halsschmerzen, Erkältung,

Thymianöl nur in verdünnter Form anwenden, sonst kann es zu Hautreizungen kommen. Nicht im Bereich von Nase und Mund anwenden. Für Babys, Kleinkinder und Asthmatiker nicht geeignet.

Heilpflanzen anwenden: innere und äußere Anwendung von Heilkräutern

Heilpflanzen finden nicht nur in der Medizin Einzug. Für viele Menschen gehören Heilpflanzen zu einer vollständigen Hausapotheke dazu. Als Hausmittel besonders beliebt ist die Anwendung in Form von Tee. Der Aufguss eignet sich auch zum Gurgeln, für Kompressen zur Wundauflage, zum Inhalieren oder als Badezusatz. Viele Heilkräuter kommen zudem als Salat oder Gewürze auf den Teller, etwa Bärlauch, Basilikum, Rosmarin und Thymian.

Welche Anwendungsform geeignet ist, hängt vor allem von der Heilpflanze ab. Viele Heilpflanzen dürfen aufgrund ihrer giftigen Substanzen nur äußerlich angewendet werden, weil eine Einnahme zum Beispiel zu Leberschäden führen kann, die Heilpflanze ein hohes Allergiepotenzial besitzt oder sie in Verdacht steht, krebserregend zu sein.

Ein weiteres Anwendungskriterium ist das Beschwerdebild. Jede Heilpflanze hat einen Wirkungsbereich, in dem sie besonders gut hilft.  

Heilpflanzen nur nach Absprache mit einem Arzt einnehmen

Für Schwangere, Stillende, Asthmatiker und Menschen, die Medikamente einnehmen oder Allergien haben, gilt: Sprechen Sie die Anwendung von Heilpflanzen und Heilkräutern immer mit einem Arzt oder Apotheker ab. Es können Wechselwirkungen mit Medikamenten sowie Nebenwirkungen auftreten. In zu hohen Dosen angewendet sind zudem toxische Effekte möglich. Sichern Sie sich daher ab und klären Sie, welche Heilpflanze für Ihr Beschwerdebild am besten geeignet ist, wie sie die Pflanze an besten anwenden und welche Dosierung unbedenklich ist.

Heilpflanzen am besten in der Apotheke kaufen

Kaufen Sie Heilpflanzen am besten in der Apotheke. Dort werden sie entsprechend den Reinheitsgeboten und Gehaltsvorschriften des Deutschen Arzneibuchs verkauft. Heilkräuter aus Reformhäusern gelten ebenfalls als nicht mit Schwermetallen und Pestiziden belastet.

Weitere Informationen zu Heilpflanzen und Heilkräutern finden Sie in unserem Heilpflanzen-Ratgeber.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ann-Kathrin Landzettel
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