Heilpflanze Johanniskraut: Hellt die Stimmung auf
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Heilpflanze Johanniskraut: Hellt die Stimmung auf

Johanniskraut (Hypericum perforatum) wird aufgrund seiner stimmungsaufhellenden Wirkung seit Jahrhunderten als Heilpflanze geschätzt und ist im Handel in Form von verschiedenen Präparaten erhältlich.

Johanniskraut: Inhaltsstoffe der Heilpflanze

Die Heilpflanze Johanniskraut wird oftmals als natürliches Antidepressivum bei leichten bis mittelschweren Fällen von Depressionen verwendet. Sie enthält unter anderem die Wirkstoffe Hypericin und Pseudohypericin. Außerdem enthält die Pflanze sogenannte Phloroglucinderivate, insbesondere Hyperforin. Diese Wirkstoffe helfen, dass sich die Konzentration der stimmungsaufhellenden Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin im Körper erhöht. So kann die Heilpflanze gegen Angstzustände und nervöse Unruhe helfen und die Stimmung heben.

Johanniskraut: Anwendung und Wirkung der Heilpflanze

Zubereitungen aus Johanniskraut sind als pflanzliches Arzneimittel gegen leichte bis mittelschwere Depressionen zugelassen. Als Stimmungsaufheller wird Johanniskraut meist in Form von Tabletten oder Kapseln eingenommen. Diese hochdosierten Zubereitungen sind nur in der Apotheke erhältlich. Von der Wirkung her sollen sie mit synthetischen Alternativen mithalten können.

In geringen Dosen, in Tees etwa, hat Johanniskraut hingegen nur eine sehr leichte Wirkung auf die Stimmung. Depressionen können auf diese Weise nicht behandelt werden.

Johanniskraut wirkt nicht sofort

Die Wirkung von Johanniskraut bei leichten Depressionen oder depressiven Verstimmungen setzt allerdings auch dann nicht sofort ein, wenn Sie hochdosierte Kapseln aus der Apotheke verwenden. Sie müssen zwei bis drei Wochen abwarten, bis das Kraut seine Wirkungskraft entfaltet. Wenn sich in den ersten Tagen nach Einnahme von Johanniskraut-Tabletten noch keine Besserung der Symptome zeigt, sollten Sie das pflanzliche Medikament also noch nicht absetzen. Dauerhaft wirksam zeigt sich das Präparat manchmal sogar erst nach vier bis sechs Monaten.

"Rotöl" hilft bei Hautproblemen

Johanniskraut ist unter dem Namen “Rotöl” auch als Öl verfügbar. In dieser Form soll es bei verschiedenen Hautproblemen helfen können. Das Öl hat eine entzündungshemmende Wirkung und wird oft bei schuppiger, trockener Haut empfohlen. Auch bei der Wundheilung sowie leichten Verbrennungen kann sich die Wirkung der Heilpflanze zeigen. Wenden Sie sich für weitere Informationen an Ihren Hausarzt oder Dermatologen.

Johanniskraut: Nebenwirkungen

Wenn Sie die Heilpflanze gegen depressive Verstimmungen einnehmen möchten, sollten sie dies unbedingt ärztlich abklären. Es kann sein, dass Ihr Arzt eine andere Behandlung empfiehlt. Auch die richtige Dosierung bedarf professioneller Beratung.

Johanniskraut schwächt Wirkung der Anti-Baby-Pille

Johanniskraut kann die Wirkung verschiedener anderer Medikamente schwächen – so zum Beispiel die von Zytostatika, die bei der Behandlung von Krebs eingesetzt werden, von Medikamenten gegen HIV und von blutverdünnenden Mitteln. Auch Herz-Kreislauf-Medikamente und die Pille können durch Johanniskraut in ihrer Wirkung beeinflusst werden.

Johanniskraut macht die Haut lichtempfindlich

Darüber hinaus kann die Heilpflanze die Haut lichtempfindlicher machen. Wer eine helle, lichtempfindliche Haut hat, sollte sich während der Einnahmedauer nicht zu lange in der Sonne aufhalten und eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor wählen. Schwangeren und Stillenden wird allgemein von Johanniskraut abgeraten.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

GS
Autor/-in
Gisèle Schneider
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