Heilfasten: Anleitung und Tipps für eine gesunde Kur •

Ist Fasten gesund? So wirkt Heilfasten auf den Körper

Schon seit Jahrtausenden gilt das Heilfasten in zahlreichen Kulturen als eine Stärkung für Körper und Geist. Tatsächlich berichten auch heute Menschen, die aus gesundheitlichen oder religiösen Gründen fasten, von der empfundenen Entlastung des Körpers, der Wiederbelebung von körperlicher wie geistiger Energie und der Linderung von Beschwerden unterschiedlicher Krankheitsbilder und Symptome. Doch was steckt hinter dem Heilfasten und wie wirkt sich der Verzicht auf feste Nahrung und Genussmittel auf den Körper aus und ist fasten wirklich gesund?

Verzicht auf feste Nahrung: Ist Fasten gesund?

Beim Heilfasten wird über einen begrenzten Zeitraum jedwede feste Nahrung aus dem Speiseplan gestrichen. Stattdessen werden die benötigten Nährstoffe über flüssige Lebensmittel zugeführt. Dabei wird die Flüssigkeitszufuhr mit Gemüsebrühen, Kräutertees, viel Wasser und eventuell verdünnten Obstsäften gewährleistet. 

Jede Zufuhr von Lebensmitteln sorgt im Körper für günstige oder weniger günstige Einflüsse auf den Stoffwechsel. Ist die Nährstoffzufuhr üppig, lagert der Körper überschüssige Nährstoffe ein, um für magere Zeiten gut gerüstet zu sein. Werden weniger Nährstoffe zugeführt als der Körper benötigt, entnimmt der Stoffwechsel diese Nährstoffe den eingelagerten Reserven. 

Die modernde Dauerverfügbarkeit von zahlreichen, oft vielfältig verarbeiteten Lebensmitteln und die Überversorgung des Körpers mit Nährstoffen aus nicht immer ausgewogenen Speisen können den Körper belasten. Insbesondere die Fettverbrennung aus körpereigenen Reserven erfolgt nicht mehr ausreichend, weil diese Reserven nicht für die Energiegewinnung benötigt werden. Stattdessen werden immer mehr Nährstoffe eingelagert, die mitunter von anderen Stoffen (z.B. Schadstoffen) begleitet werden.

Der Wechsel zwischen Einlagerung von Nährstoffen und Entnahme findet nicht oder nur noch sehr eingeschränkt statt und kann die Entstehung von zahlreichen Erkrankungen begünstigen. Die körpereigenen Abläufe verlangsamen sich aufgrund der mangelnden "Übung" im Einlagern und Entnehmen in den Nährstoffdepots. Der Stoffwechsel wird träge, das Immunsystem ebenfalls.

Frischer Wind im Stoffwechsel

Beim Fasten wird die Nährstoffzufuhr von außen auf ein Minimum reduziert und durch die gezielte Aufnahme von Flüssigkeit mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen eingeschränkt. Der Körper muss somit auf seine Nährstoffdepots zurückgreifen, um neue Energie für den Alltag zu erhalten. Der Stoffwechsel wird somit durch das Fasten aktiv und gezielt in Bewegung gebracht, was sich auf alle Körperbereiche auswirkt, die mit dem Stoffwechsel in Verbindung stehen. 

Die Stoffwechselrate wird durch das Fasten maßgeblich erhöht, die körpereigenen Kräfte dabei reaktiviert. Hierdurch entsteht zudem der positive Effekt, dass neben den Fetten und anderen Nährstoffen auch Fehleinlagerungen aus dem Gewebe gelöst werden. Die hohe Flüssigkeitszufuhr beim Fasten unterstützt das Ausschwemmen von überschüssigen und unnötigen oder gar schädlichen Stoffen im Gewebe. Auch das Immunsystem reagiert auf die Reaktivierung des Stoffwechsels mit erhöhter Aktivität.

Förderung der körpereigenen Regenerationsfähigkeit

Der Körper bildet durch den Fastenprozess als "Hungerzeit" mehr Enzyme, die für die Zellregeneration verantwortlich sind. Hierdurch zeigt sich nicht zuletzt oft nach einer intensiven Fastenkur eine deutliche Verbesserung der Hautstruktur. Viele Menschen mit Fastenerfahrungen berichten von einer verbesserten Konzentration, einer gestärkten psychischen Verfassung und einer erhöhten Ausdauer. Somit wird auch das Wohlbefinden nachhaltig gesteigert. Damit ist fasten gesund und das auch für die Haut. 

Zahlreiche Krankheiten profitieren von der Verbesserung des Stoffwechsels, treten in ihrer Symptomatik zurück oder zumindest deutlich gelindert auf. So können Bluthochdruck und erhöhte Blutwerte (Cholesterin, Blutzucker u.a.) ebenso eine Regulierung erfahren wie Übergewicht durch den Fettabbau. Zudem gilt das Fasten als förderlich bei chronischen Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt, bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und Stoffwechselstörungen. Auch entzündlichen Prozessen im Körper wird positiv entgegengewirkt, was sich beispielsweise lindernd auf Erkrankungen wie Rheuma, Arthritis, Gicht und andere Krankheitsbilder auswirken kann.

Heilfasten ist keine Diät!

Wenngleich die Fettverbrennung ein maßgeblicher Effekt beim Fasten ist, sollte das Heilfasten nicht als Diät zum Einsatz kommen. Damit Heilfasten gesund ist, bedarf es einer guten Vorbereitung und Auseinandersetzung mit der Thematik. So sollte für Anfänger verpflichtend sein, dass ein Gespräch mit dem Hausarzt der Fastenkur vorangehen. Die optimale Wirkung soll sich im begleiteten Heilfasten zeigen, die durch therapeutische Unterstützung gezielt auf die jeweiligen Beschwerden einwirkt und Schäden während der reduzierten Nährstoffaufnahme verhindert.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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