Stewardessenkrankheit: Oft sind zu viel Schminke und trockene Haut schuld.
Hautkrankheiten: Von Akne bis Warzen •

Was ist die Stewardessenkrankheit?

Die Stewardessenkrankheit, medizinisch Periorale Dermatitis, ist eine Hautkrankheit, die vor allem Frauen betrifft. Auslöser ist unter anderem die Verwendung von zu viel Kosmetika. Erstes Symptom ist ein Ausschlag um den Mund.

Stewardessenkrankheit: Die Auslöser

Die Stewardessenkrankheit, auch Periorale Dermatitis oder Mundrose genannt, ist eine Hautkrankheit, die mit der Verwendung von zu viel Kosmetika beziehungsweise mit bestimmten Inhaltsstoffe in Kosmetika in Zusammenhang steht. Diese greifen die Hautschutzbarriere an. Dazu gehören unter anderem Konservierungsstoffe, Farbstoffe und Parfum. Da Stewardessen sich meist stark schminken müssen und die Luft im Flugzeug sehr trocken ist, haben sie häufig mit Hautproblemen zu kämpfen – daher auch der Name Stewardessenkrankheit.

Die Stewardessenkrankheit ist weder ansteckend noch gefährlich. Auch hinterlässt sie keine Narben. Allerdings wird sie meist optisch als störend empfunden und ist für viele betroffene Frauen eine große psychische Belastung. Die genauen Ursachen sind unklar. Allerdings stehen bestimmte Auslöser in Verdacht, die Stewardessenkrankheit zu begünstigen:

  • eine empfindliche Haut
  • eine übertriebene Verwendung von Kosmetika
  • eine übertriebene Verwendung von Hautpflegeprodukten
  • Stress
  • Hormonschwankungen
  • Infektionen mit Hefepilzen und Bakterien
  • Magen-Darm-Erkrankungen
  • Allergien und Neurodermitis

Stewardessenkrankheit: Symptome der Hautkrankheit

Erstes Symptom der Stewardessenkrankheit ist ein Ausschlag, der sich überwiegend um den Mund herum bildet: Kleine rote Knötchen, eitrige Bläschen und leicht erhabene Hautflecke entstehen auf der Haut. Die Haut ist zudem trocken und gerötet; sie spannt und juckt. Im weiteren Verlauf kann sich die Erkrankung in den Bereich der Nase und des Kinns ausbreiten. Auch der Bereich um die Augen herum kann betroffen sein. Charakteristisch für die Periorale Dermatitis ist ein dünner Streifen direkt am Rand der Lippen, der von dem Ausschlag verschont bleibt.

Stewardessenkrankheit ist keine Akne

Die Stewardessenkrankheit ist keine Akne. Die Pusteln und Knötchen entstehen nicht aufgrund einer erhöhten Talgproduktion, sondern aufgrund einer Überforderung der Haut beziehungsweise einer gestörten Hautschutzbarriere. Zu viel Schminke, Cremes und häufiges Reinigen greifen den Hautschutzmantel an. Kommen zusätzliche Reize von außen hinzu, etwa trockene Luft oder Bakterien, entzündet sich die Haut und der Ausschlag bildet sich. 

Stewardessenkrankheit behandeln: Geduld ist gefragt

Diagnostiziert der Hautarzt die Periorale Dermatitis, ist Geduld gefragt. Es braucht Zeit, bis die Haut ihre Schutzbarriere wieder aufgebaut hat und der Ausschlag abgeheilt ist. Als wichtigste Maßnahme wird die Benutzung von Kosmetika und Pflegeprodukten eingestellt – für mindestens sechs Wochen.

Sollte eine Gesichtspflege zum Einsatz kommen, wird diese vom Arzt verschrieben. Das Präparat ist frei von reizenden Inhaltsstoffen und unterstützt die Heilung der Haut. Die betroffenen Hautbereiche werden in der Akutphase nur mit lauwarmem Wasser gereinigt. Später kann ein mildes Waschgel hinzukommen – das ebenfalls vom Hautarzt empfohlen wird.

Kortison ist für die Behandlung einer Perioralen Dermatitis nicht geeignet

Zu Beginn der Behandlung kann es sein, dass sich die Symptome zunächst verschlimmern. Die Haut kann trockener werden und beginnen zu nässen. Nach etwa drei Wochen bessern sich die Beschwerden meist. Regelmäßige Kontrollen beim Hautarzt sind sinnvoll, um den Hautzustand im Blick zu behalten und bei Bedarf die Behandlung anzupassen. In schweren Fällen kann ein Antibiotikum zum Auftragen notwendig sein. Kortison sollte nicht zum Einsatz kommen, da sich die Haut nicht nur schnell an den Wirkstoff gewöhnt, sondern sie auch dünner und empfindlicher macht. Der Hautzustand verschlechtert sich nach Absetzen solcher Präparate oft.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ann-Kathrin Landzettel
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