Die Behandlung von Warzen braucht Geduld.
Warzen

Warzen (Verrucae): HPV-Viren lösen Warzen aus

Warzen, medizinisch Verrucae, entstehen in den meisten Fällen aufgrund einer Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV). Über 40 verschiedene Warzen-HP-Viren sind bislang bekannt. Die kleinen Hautwucherungen sind ansteckend – in der Regel aber harmlos. Eine Übersicht über Warzenarten von Kopf bis Fuß.

Was ist eine Warze?

Eine Warze ist eine gutartige Hautwucherung. Sie kann sich an verschiedenen Körperstellen bilden und je nach Warzenart unterschiedlich aussehen. Warzen werden durch HPV-Viren ausgelöst und sind ansteckend. Dringen die Viren in die Haut ein, regen sie dort die Vermehrung der Zellen an. Es bildet sich eine dickere Hornhaut, die schließlich als Warze hervorsteht. Fast jeder macht in seinem Leben ein oder mehrere Male Bekanntschaft mit einer Warze auf der eigenen Haut. Besonders häufig betroffen sind Kinder und Jugendliche.

Auslöser von Warzen: HPV verursacht Warzen

Oftmals bilden sich Warzen an Händen und Füßen, doch auch andere Körperbereiche können betroffen sein. Ist die Hautbarriere gesund und das Immunsystem intakt, bleibt der Kontakt mit Warzen-Viren unbemerkt und verläuft folgenlos. Kommt es zu einer Infektion, bilden sich die Warzen nach Wochen oder Monaten häufig von selbst zurück. Manchmal braucht es allerdings eine Warzen-Behandlung.

Kleiner Exkurs zu humanen Papillomaviren:Insgesamt sind über 200 HP-Virentypen bekannt. Während einige Virenarten Warzen im Gesicht, an Händen und Füßen auslösen, verursachen andere HPV-Typen Infektionen im Genitalbereich. Experten unterscheiden diese genitalen humanen Papillomaviren in Niedrigrisiko- und Hochrisiko-Typen:

  • Niedrigrisiko-Typen lösen Warzen aus, darunter zum Beispiel harmlose Dornwarzen.
  • Hochrisiko-Typen hingegen können bösartige Tumoren verursachen, darunter Tumoren an Scheide und Penis, am After sowie im Mund- und Rachenbereich. Bei zwölf Hochrisiko-Typen gilt es als sicher, dass sie das Risiko für Gebärmutterhalskrebs erhöhen. Die wichtigsten sind HPV 16 und HPV 18.

Möchten Sie mehr über HPV erfahren, schauen Sie auf den Seiten des Krebsinformationsdienstes (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrumvorbei. 

Warzen-Symptome: Wie sehen Warzen aus?

Warzen sind kleine Hautwucherungen beziehungsweise kleine Hautknötchen. Häufig sind in ihr kleine schwarze Pünktchen zu erkennen. Diese entstehen durch Mikroverletzungen der Blutgefäße. Warzen können einzeln, aber auch gehäuft auftreten. Meist sind Warzen schmerzlos. Unangenehm werden sie dann, wenn sie an Körperstellen sitzen, an denen sie Reibung und Druck ausgesetzt sind, etwa an den Fußsohlen. Zu den weiteren Warzen-Symptomen gehören Juckreiz und Spannungsgefühle.

Häufige Warzenarten auf einen Blick: Diese Warzen gibt es

Warzenart

     

Andere Bezeichnung

   

Aussehen

   

Körperstelle

   

Auslöser

   

Symptome

Vulgäre Warzen

     

Stachelwarzen,

normale Warzen,

vulgäre Warzen,

Verrucae vulgaris

   

Stachelwarzen sind stecknadelkopf- bis erbsenkopfgroß. Sie sind rau und haben ein schuppiges Aussehen. Optisch erinnern sie viele Betroffene an Blumenkohl. Sie haben eine weiß-gelbliche Farbe.

   

Vulgäre Warzen kommen am häufigsten vor. Die Hautwucherung bildet sich vor allem am Handrücken, an den Fingern und um den Nagel herum.

   

Stachelwarzen werden von humanen Papillomaviren (HPV) übertragen.

   

Oft symptomlos, manchmal mit Juckreiz und Spannungsgefühlen verbunden.

Dornwarzen

     

Verrucae plantares,

Stechwarze

   

Dornwarzen haben eine stark verhornte Oberfläche. Häufig sind kleine schwarze Pünktchen zu sehen. Diese entstehen durch winzige Verletzungen der kleinen Blutgefäße. Dornwarzen können beetartig zusammenwachsen.

   

Dornwarzen bilden sich an den Füßen – vor allem an den Fußsohlen. Durch den Druck, den das Körpergewicht auf die Fußsohlen ausübt, wächst der Dorn der Warze in die Hautschichten hinein.

   

Dornwarzen werden von humanen Papillomaviren (HPV) übertragen.

   

Beim Gehen können Dornwarzen starke Schmerzen verursachen.

Mosaikwarzen

     

Mollusca contagiosa

   

Mosaikwarzen bilden sich in großer Zahl, haben eine weißliche Färbung und sind meist an den Fußballen oder unter den Zehen zu finden. Sie können sich großflächig auf der Unterseite des Fußes ausbreiten. Sie sitzen flach auf der Haut und sind etwa stecknadelkopfgroß.

   

Treten an den Fußsohlen auf.

   

Mosaikwarzen werden von humanen Papillomaviren (HPV) übertragen.

   

Verursachen in der Regel keine Beschwerden. Juckreiz ist möglich.

Flachwarzen

     

Plane Warze,

Planwarzen

   

Flachwarzen sind flach und nur wenige Millimeter groß. Manchmal zeigen sie eine leicht bräunliche Färbung.

   

Flachwarzen bilden sich oft an Händen, Unterarmen und im Gesicht, vor allem auf Stirn und Wangen.

   

Auslöser sind HPV.

   

Verursachen in der Regel keine Beschwerden. Juckreiz ist möglich.

Pinselwarzen

     

Filiforme Warze

   

Pinselwarzen haben ein fadenförmiges, stachelartiges Erscheinungsbild. Sie wirken „ausgefranst“.

   

Pinselwarzen bilden sich häufig im Gesicht.

   

Pinselwarzen werden von humanen Papillomaviren verursacht.

   

Pinselwarzen verursachen in der Regel keine Beschwerden. Juckreiz ist möglich.

Feigwarzen

     

Condylomata acuminata,

Genitalwarzen,

Kondylome

   

Feigwarzen treten oft als sogenannte „Warzenbeete“, also großflächig auf. Sie sind grau-weißlich oder rötlich gefärbt und zeigen sich in Form kleiner, fester Knötchen.

   

Feigwarzen bilden sich im Genital- und Analbereich.

   

Die HP-Viren werden durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Sie sind viel ansteckender als gewöhnliche Warzen. 

   

Verursachen in der Regel keine Beschwerden. Juckreiz und Brennen sind möglich.

Dellwarzen

     

Mollusca contagiosa,

Wasserwarze,

Molluske

   

Dellwarzen sind an ihrer stecknadelkopfgroßen Form und der hellroten Färbung erkennbar. In ihrer Mitte ist eine Delle erkennbar – daher auch der Name. Bei Druck auf die Warze tritt eine weißliche breiige Flüssigkeit aus.

   

Dellwarzen bilden sich vor allem im Gesicht, am Hals, an Armen und Beinen. Sie entstehen oft bei Kindern; bei Erwachsenen auch im Intimbereich und am Bauch. Eine trockene Haut sowie die Hautkrankheit Neurodermitis begünstigen die Bildung von Dellwarzen.

   

Auslöser von Dellwarzen sind Pockenviren.

   

Verursachen in der Regel keine Beschwerden. Juckreiz ist möglich.

Alterswarzen

     

Verrucae seborrhoicae

   

Alterswarzen sind rundlich-oval und meist linsen- bis erbsengroß. Ihre Optik ist rau und zerklüftet. Ihre Färbung bräunlich bis schwarz.

   

Alterswarzen treten meist ab dem 50. Lebensjahr auf der Haut auf. Vor allem Gesicht, Hals, Brust, Rücken und Arme sind betroffen.

   

Keine „echten“ Warzen, denn Alterswarzen werden nicht durch Viren verursacht und sind nicht ansteckend. UV-Strahlung begünstigt die Bildung von Alterswarzen.

   

Verursachen in der Regel keine Beschwerden.

Stielwarzen

     

Weiches Fibrom,

Fibroma molle

   

Stielwarzen sind harmlose, wenige Millimeter große Ausstülpungen der Haut. Ihre Form ist dünn und länglich, daher ihr Name. Sie sind weich und hautfarben. Entzünden sie sich, können sie dunkel werden.

   

Stielwarzen bilden sich oft am Hals, in den Achselhöhlen, an den Augenlidern und in der Leistengegend.

   

Keine „echten“ Warzen, denn Stielwarzen werden nicht von HP-Viren verursacht, sondern sind Wucherungen des Bindegewebes. Die erbliche Veranlagung spielt bei der Bildung eine Rolle.

   

Verursachen in der Regel keine Beschwerden. Unangenehm können sie sein, wenn sich Reibung ausgesetzt sind oder sich in der Kleidung "verhaken".

Warzen vorbeugen: Kontakt mit Warzenviren vermeiden

Warzen werden vor allem über direkten Hautkontakt weitergegeben. Doch auch über Gegenstände wie Handtücher oder Rasierapparate können die Viren übertragen werden. Das Ansteckungsrisiko ist erhöht, wenn das Immunsystem geschwächt oder die Hautbarriere gestört ist. Feuchte Haut bietet Warzenviren ebenfalls eine Eintrittspforte. In Schwimmbädern und Saunen besteht ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Badeschuhes sind daher ein wichtiger Schutz. Auch verletzte Haut, wie sie bei der Hauterkrankung Neurodermitis vorliegt, ist mit einem erhöhten Warzen-Risiko verbunden.

Warzen behandeln: Warzen entfernen – was hilft?

In den meisten Fällen müssen Warzen nicht behandelt werden. Das Immunsystem baut einen Schutz gegen die Viren auf und nach wenigen Wochen bis Monaten bilden sich die Warzen meist von selbst zurück. Aufgrund des Ansteckungsrisikos und der von vielen Betroffenen als belastend empfundenen Optik der Hautwucherungen, ist ein Besuch beim Hautarzt empfehlenswert.

Der Dermatologe hat verschiedene Therapiemöglichkeiten für die Warzen-Behandlung:

  • Vereisung (Kryotherapie): Flüssiger Stickstoff wird über mehrere Wochen hinweg auf die Warze aufgetragen. Dabei werden die Zellen der oberen Hautschicht zerstört.
  • Lösung mit Salicylsäure oder Milchsäure:Über mehrere Wochen hinweg wird Salicylsäure und/oder Milchsäure auf die Warze aufgetragen. Dadurch wird die verhornte Haut aufgeweicht und mit der Zeit aufgelöst. Lösungen mit Salicylsäure sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich.
  • Tinktur mit 5-Fluoruracil:Helfen Vereisung und Säure-Behandlung nicht, kann der Hautarzt eine Tinktur mit dem Wirkstoff 5-Fluoruracil verschreiben. Diese tötet auch die Viren ab. Allerdings greift die Tinktur die Hautzellen an und muss mit Vorsicht angewendet werden.
  • Chirurgischer Eingriff und Laser:Bei Warzenbeeten, also wenn Warzen in großer Anzahl auftreten, kann ein chirurgischer Eingriff notwendig werden. Auch mit Hilfe eines Lasers können Warzen abgetragen werden.

Bei der Behandlung von Warzen ist Geduld gefragt. Zudem kehren die Warzen oftmals wieder zurück.

 

Weitere Informationen zu Warzen finden Sie in unserem Ratgeber Hautkrankheiten.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ann-Kathrin Landzettel
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