Herpes genitalis wird meist vom Herpes-simplex-Virus Typ 2 ausgelöst.
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Herpes genitalis: Ursachen, Symptome und Behandlung

Herpes genitalis ist eine Virusinfektion, die für die Betroffenen sehr unangenehm ist. Sowohl Frauen als auch Männer können sich infizieren, Frauen tragen das Virus jedoch etwas häufiger in sich. Die schmerzhaften Bläschen können durch Medikamente gelindert werden.

Die Ursachen von Herpes genitalis

Herpes genitalis wird meist vom Herpes-simplex-Virus Typ 2 ausgelöst. Seltener sind Infektionen durch den Herpes-Simplex-Virus Typ 1 möglich, der Lippenherpes (Herpes labialis) verursacht. Üblicherweise wird die Krankheit beim Geschlechtsverkehr übertragen. Dies geschieht über Hautkontakt – man spricht dann von einer sogenannten Schmierinfektion. Durch Oralsex können außerdem die Lippenherpes-Viren in den Intimbereich gelangen. Ein Ansteckungsrisiko mit den Typ-2-Viren besteht überdies für Neugeborene; die infizierte Mutter kann die Erreger bei der Geburt auf ihr Kind übertragen. In Europa sind etwa 30 Prozent der Bevölkerung Träger des Herpes-simplex-Virus Typ 2.

Herpes genitalis Symptome: So machen sich die Herpesviren bemerkbar

Etwa zwei Wochen nach der Erstinfektion zeigen sich die ersten Symptome – ein Kribbeln im Bereich der Geschlechtsteile sowie ein Juckreiz sind typisch. Auch der Analbereich, die Oberschenkel und das Gesäß können betroffen sein. Die Haut rötet sich und schwillt oft an. Die betroffenen Stellen schmerzen und brennen. Anschließend bilden sich Bläschen, die klein und mit Flüssigkeit gefüllt sind. Frauen haben im Rahmen des Herpes genitalis häufig verstärkten Ausfluss. Im weiteren Verlauf platzen die Bläschen auf und verkrusten. Nach sieben bis zehn Tagen heilen die Verkrustungen narbenlos ab.

Herpes-Viren können auch Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber hervorrufen. Auch sind häufig die Lymphknoten an den Leisten geschwollen. Die Erstinfektion fällt in der Regel weitaus heftiger aus als die späteren Ausbrüche der Krankheit.

Herpes genitalis-Viren bleiben ein Leben lang im Körper

Nach der Erstinfektion mit Herpes-Viren setzen sich diese in den Zellen des Nervensystems fest. Somit bleiben sie ein Leben lang im Körper, sind ansteckend und können jederzeit zu einem erneuten Ausbruch des Herpes genitalis führen. Vor allem wenn das Immunsystem geschwächt ist, hat Genitalherpes leichtes Spiel.

Herpes genitalis behandeln: Therapie von Genitalherpes

Mit der richtigen medikamentösen Behandlung lässt sich die Ausbreitung der Viren hemmen – so werden weitere Infektionen potenziell seltener. Neben Tabletten gibt es auch virenhemmende Cremes oder Injektionen, die die Viren hemmen.

Derzeit gibt es noch keine Medikamente und Salben, die die Erreger erfolgreich bekämpfen oder einen Ausbruch der Krankheit dauerhaft verhindern können. Lediglich die Symptome werden behandelt und die Beschwerden gelindert, bis der akute Ausbruch ausgeheilt ist. Das dauert üblicherweise um die zehn Tage, manchmal auch bis zu drei Wochen.

Ausbrüche von Herpes genitalis vorbeugen: Geht das?

Bestimmte Faktoren begünstigen einen erneuten Ausbruch der Virusinfektion. Insbesondere ein geschwächtes Immunsystem begünstigt einen neue Ausbruch. Des Weiteren sind Hautreizungen, Verletzungen, Entzündungen und Fieber häufig der Anfang einer Reaktivierung der Erkrankung. Kommen dann noch Stress dazu oder hormonelle Schwankungen, zeigen sich meist bald die typischen Symptome. Am besten können Sie einem erneuten Ausbruch vorbeugen, wenn Sie Ihre Abwehrkräfte stärken. Eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und Stressreduzierung sind hierbei wichtige Bausteine. 

Um mit dem Herpes genitalis-Erreger gar nicht erst in Kontakt zu kommen, sollte man beim Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern immer Kondome benutzen. Bei einer akuten Herpesinfektion sollte man auf Geschlechtsverkehr und Oralsex komplett verzichten. Auch sollten Handtücher nicht geteilt werden. Unterwäsche immer bei hohen Temperaturen waschen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ann-Kathrin Landzettel
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