Juckreiz am Kopf: Vor allem Männer sind vom seborrhoischen Ekzem betroffen.
Ekzeme •

Ekzem-Ursachen: Was die Hautentzündungen auslöst

Ein Ekzem ist ein entzündeter, nicht ansteckender Hautbereich. Die betroffene Stelle juckt, ist gerötet, zeigt Bläschen, Krusten und Schuppung. Welche Auslöser hinter der Entzündung stecken, ist abhängig von dem Ekzem-Typ. Häufige Ekzem-Ursachen auf einen Blick.

Exogene Ekzeme: Ursache liegt außerhalb des Körpers

Exogene Ekzeme werden durch chemische Substanzen (toxisches Kontaktekzem) oder Allergene (allergisches Kontaktekzem) hervorgerufen, mit denen die Haut in Berührung kommt. Da exogene Ekzeme nach dem Kontakt mit bestimmten Substanzen auftreten, werden sie auch Kontaktekzeme genannt. Meist zeigen sich die Symptome wie Juckreiz, Schwellungen, Rötungen, Bläschenbildung, Nässen und Schuppung nach 24 bis 72 Stunden nach dem Kontakt mit der entsprechenden Substanz. Am häufigsten sind Hände und Gesicht betroffen.

Die Nickelallergie ist die häufigste Kontaktallergie

Die häufigste Kontaktallergie ist die Nickelallergie. Doch auch Körperpflegeprodukte, Putzmittel, Haarfärbemittel oder chemische Produkte können die Ursache für ein exogenes Ekzem sein. Auf Medikamente oder bestimmte Nahrungsmittel kann der Körper ebenfalls mit Abwehr reagieren. Meidet man die Auslöser, bilden sich die Hautentzündungen zurück. Vor allem im beruflichen Umfeld ist das nicht immer ohne weiteres möglich. Kontaktekzeme sind die häufigste Ursache von anerkannten Berufskrankheiten. Wird der Auslöser nicht vermieden, kann das Ekzem chronisch werden.

Ursache endogener Ekzeme: Erbanlagen spielen eine Rolle

Bei endogenen Ekzemen ist die Ursache im Körper selbst zu finden. Bei der Neurodermitis (atopisches Ekzem) spielt die genetische Veranlagung eine bedeutende Rolle. Ist ein Elternteil betroffen, kann auch das Kind die Hautkrankheit entwickeln: Sein Risiko liegt bei etwa 40 Prozent. Sind beide Elternteile an Neurodermitis erkrankt, steigt das Erkrankungsrisiko für das Kind auf 70 Prozent. Kinder von Eltern mit Heuschnupfen oder allergischem Asthma haben ebenfalls ein erhöhtes Erkrankungsrisiko.

Bei Neurodermitis ist die Schutzbarriere der Haut gestört

Außerdem ist bei Neurodermitis die natürliche Barrierefunktion der Haut gestört. Krankheitserreger und reizende Stoffe können leichter eindringen und zu Hautschäden und Entzündungen führen. Zu viel Hygiene im Kindesalter steht als Ursache ebenfalls in der Diskussion: Sie soll die Entwicklung des Immunsystems behindern.

Neurodermitis-Schübe kommen immer wieder

Neurodermitis ist nicht heilbar und kennzeichnet sich durch immer wiederkehrende Entzündungsschübe der Haut. Stark juckende, sehr trockene, nässende und schuppende Hautbereiche kennzeichnen die Hauterkrankung. Neurodermitis zählt zu den häufigsten Hautkrankheiten. Vor allem Babys und Säuglinge sind betroffen, aber auch Erwachsene leiden unter dem Ekzem.  

Ursache seborrhoischer Ekzeme: Hefepilz macht der Kopfhaut zu schaffen

Das seborrhoisches Ekzem ist eine schuppende Hautentzündung, die sich durch scharf begrenzte, rötliche Entzündungsareale mit gelblich-fettiger Schuppung und Krusten zeigt – vor allem auf der Kopfhaut, der Stirn, der Nasenlippenfurche und im Genitalbereich.

Als Ursache vermuten Experten eine Überproduktion der Talgdrüsen – möglicherweise im Zusammenhang mit einer Überproduktion männlicher Sexualhormone. Als weiterer Auslöser steht der Hefepilz Pityrosporum ovale in Verdacht. Vermehrt er sich übermäßig auf der Kopfhaut, sind Entzündungen die Folge. Eine erbliche Veranlagung zum seborrhoischem Ekzem ist ebenfalls bekannt.

Fünf Prozent der Bevölkerung von seborrhoischem Ekzem betroffen

Bis zu fünf Prozent der Bevölkerung sind geschätzt vom seborrhischen Ekzem betroffen – Männer ab dem 40. Lebensjahr und Säuglinge besonders häufig. Doch auch Frauen haben mit der Hautkrankheit zu kämpfen: meist nach den Wechseljahren.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ann-Kathrin Landzettel
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