Hautkrebs betrifft auch junge Menschen. Daher übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für das Hautkrebs-Screening. Die Früherkennungsuntersuchung führt ein Hautarzt durch. Wie das Hautscreening abläuft und wann Leberflecken entfernt werden müssen.
Der Hautarzt

Hautkrebs-Screening: Was macht der Hautarzt?

Hautkrebs betrifft auch junge Menschen. Daher übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für das Hautkrebs-Screening. Die Früherkennungsuntersuchung führt ein Hautarzt durch. Wie das Hautscreening abläuft und wann Leberflecken entfernt werden müssen.

Ab 35 Jahren zum Hautkrebs-Screening gehen

Junge Menschen ab 35 Jahren haben alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening. Die Kosten der Untersuchung werden von der Krankenkasse übernommen. Das Hautkrebs-Screening soll helfen, bösartige Veränderungen der Haut frühzeitig zu erkennen. Dazu gehören der schwarze Hautkrebs und der weiße Hautkrebs.

UV-Licht lässt Hautzellen entarten

UV-Strahlung ist der Risikofaktor Nummer eins für Hautkrebs. Auch ohne Sonnenbrand steigt das Hautkrebsrisiko, denn UV-Licht schädigt die Zellen. Versagt der Reparaturmechanismus der Haut, können die geschädigten Zellen entarten, also bösartig werden.

Eine Gefahr für die Haut: weißer und schwarzer Hautkrebs

Laut der Deutschen Krebsgesellschaft erkranken jedes Jahr etwa 170.000 Menschen an weißem Hautkrebs (Basaliom). Das Durchschnittsalter liegt bei 60 Jahren. Vor allem der Kopf-Hals-Bereich ist betroffen. Aufmerksam werden muss man bei kleinen Wunden, die nässen, jucken, bluten und nicht abheilen. An schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom) erkranken jährlich etwa 21.000 Deutsche. Schwarzer Hautkrebs bildet Metastasen. Das heißt, er streut in den Körper, wenn er nicht frühzeitig erkannt wird. Schwarzer Hautkrebs ist für etwa ein Prozent aller Krebstodesfälle verantwortlich.

Vier Tipps für den Besuch beim Hautarzt

  • Um dem Arzt das Hautkrebs-Screening zu erleichtern, sollten Sie ungeschminkt und ohne Make-up kommen. Nur so hat der Arzt einen ungetrübten Blick auf Ihre Haut. Vor allem weißer Hautkrebs ist oft schwer zu erkennen.
  • Entfernen Sie Ohrringe und Piercings, sofern diese die Untersuchung der Haut erschweren können.
  • Verzichten Sie auf Nagellack. Leberflecken können sich auch unter den Nägeln bilden.
  • Verzichten Sie auf Kaugummi und essen Sie direkt vor der Untersuchung nichts. Der Arzt wird in Ihren Mund schauen. Kaugummi stört dann nur und mögliche Speisereste behindern die Sicht.

Check beim Dermatologen: So funktioniert das Hautkrebs-Screening

Der Dermatologe untersucht im Rahmen des gesetzlichen Hautkrebs-Screenings die Haut nach Auffälligkeiten. Dabei orientiert er sich beim Check der Leberflecken an der ABCDE-Regel:

  • A-Asymmetrie: Der Leberfleck ist nicht gleichmäßig rund, oval oder länglich.
  • B-Begrenzung: Der Leberfleck zeigt verwaschene, gezackte oder unebene und raue Ränder.
  • C-Colour (engl. Farbe): Der Leberfleck zeigt unterschiedliche Färbungen.
  • D-Durchmesser: Der Leberfleck ist an der breitesten Stelle größer als fünf Millimeter.
  • E-Evolution: Der Hautarzt wird Sie fragen, ob Ihnen Veränderungen aufgefallen sind und ob sich neue Leberflecken gebildet haben. Optional wird er Leberflecken für einen späteren Vergleich fotografieren. Leberflecken, die sich innerhalb von drei Monaten verändern, sind auffällig.

Untersuchung von Kopf bis Fuß 

Der Hautarzt untersucht den Körper von Kopf bis Fuß. Manchmal gilt es hierbei, die eigene Scham zu überwinden. Denn auch Leberflecken im Intimbereich wird der Hautarzt genau untersuchen. Aber keine Sorge: Für den Arzt ist diese Untersuchung Routine und völlig normal. Die Mundschleimhäute gehören ebenfalls zum Check dazu.

Auflichtmikroskop unterstützt die Augen

Ein Auflichtmikroskop kann die Untersuchung begleiten. Dabei handelt es sich um eine Lupe, die mit einem hellen Licht versehen ist und es dem Arzt ermöglicht, tiefer in die Hautschichten zu schauen. Achtung: Viele Hautärzte rechnen den Einsatz der Lichtlupe als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) ab. Das heißt, der Patient muss für diese Zusatzleistung zahlen. Informieren Sie sich vor der Untersuchung, welche Leistungen Sie in Anspruch nehmen möchten und welche Kosten auf Sie zukommen.

Eine IGeL ist auch das Fotografieren auffälliger Leberflecken. Die Bilder werden anschließend gespeichert und bei der nächsten Untersuchung zum Vergleich herangezogen.

Bei Verdacht auf Hautkrebs kommt das Skalpell

Bei Auffälligkeiten und bei Verdacht auf Hautkrebs wird der Arzt empfehlen, den Leberfleck entfernen zu lassen. Der Eingriff verläuft schmerzlos. Die betroffene Hautstelle wird betäubt und der Leberfleck entweder abgeschabt oder großzügiger herausgeschnitten. Das Gewebe wird anschließend in einem Labor untersucht.

Diagnose Hautkrebs: weitere Untersuchungen notwendig

Handelt es sich tatsächlich um Hautkrebs, ist es wahrscheinlich, dass die Hautstelle nochmals – diesmal etwas großflächiger – operiert wird. Dadurch hofft der Arzt, alle Krebszellen zu entfernen. Anschließend stehen weitere Untersuchungen an. Es ist wichtig zu schauen, ob sich an anderen Körperstellen oder in Organen Krebs gebildet hat. Auch das Hautkrebs-Screening wird im Folgenden bei Risikopatienten deutlich engmaschiger durchgeführt.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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