Wann übernehmen Krankenkassen die Kosten für Cannabis?
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Wann übernehmen Krankenkassen die Kosten für Cannabis?

Der Einsatz von Cannabis in der pharmakologischen Therapie wird zunehmend akzeptiert. Dabei stehen unterschiedliche Darreichungsformen für die verschiedenen Indikationen zur Verfügung. Die Präparate können, bei Vorliegen einer medizinischen Notwendigkeit, grundsätzlich von jedem Arzt abgesehen von Zahnärzten verschrieben werden, spezielle Voraussetzungen bestehen nicht. Die verordneten Präparate werden in der Apotheke ausgegeben und teilweise auch individuell dort angemischt. Wenn Sie unter einer chronischen Erkrankung oder anderen Zuständen leiden, die eine Cannabis-Therapie erforderlich machen, möchten Sie sicher wissen, ob Sie auf eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse hoffen können. Ob und unter welchen Bedingungen das der Fall ist, erfahren Sie hier.

Kostenübernahme bei Cannabis-Therapie

Wenn die gesetzliche Krankenkasse die Kosten einer Behandlung mit einem cannabishaltigen Medikament übernehmen soll, muss zunächst ein Antrag auf Bewilligung gestellt werden. Dieser wird in den meisten Fällen vom Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK) geprüft, was drei bis fünf Wochen in Anspruch nehmen kann. Lediglich im Rahmen palliativmedizinischer Versorgung ist eine Bearbeitungszeit von nur drei Tagen vorgesehen, auch Ablehnungen sind hier kaum bekannt.

Ärztliche Bescheinigung der Notwendigkeit nötig

Als Begründung ist lediglich die ärztliche Bescheinigung der Notwendigkeit einer Therapie vonnöten. Es ist nicht vorgeschrieben, dass im Vorfeld jede andere Behandlungsmöglichkeit getestet wurde. Eine Ablehnung der Kostenübernahme darf nur in einem Sonderfall und mit ausreichender Begründung erfolgen. In der Vergangenheit erwies sich jedoch der sehr vage formulierte Gesetzestext zur Genehmigung von Cannabis-Therapie als Problem, So ist das Vorliegen einer "schwerwiegenden Erkrankung" notwendig, die jedoch nicht näher definiert und daher von Krankenkasse zu Krankenkasse anders interpretiert wird. Zudem erfordert die Verschreibung, dass keine zumutbaren therapeutischen Alternativen bestehen, wobei unklar ist, welche Alternativen als zumutbar betrachtet werden dürfen. Daher betrug die Ablehnungsquote in der Vergangenheit 30-40 % - veränderte Richtlinien sollen diese Umstände in Zukunft verbessern. Die Genehmigung ist lediglich bei der Erstverordnung, nicht bei weiteren Folgeverordnungen notwendig.

Es ist nicht möglich, sich rezeptfrei in der Apotheke den Zugang zu Cannabis zu verschaffen - in jedem Fall benötigen Betroffene sowohl eine ärztliche Bescheinigung als auch ein Rezept.

Es ist nicht möglich, sich rezeptfrei in der Apotheke den Zugang zu Cannabis zu verschaffen - in jedem Fall benötigen Betroffene sowohl eine ärztliche Bescheinigung als auch ein Rezept.

Korrekt augestelltes Rezept notwendig

Für die Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist ein korrekt ausgestelltes Rezept notwendig. Auf diesem müssen das konkrete Präparat oder die spezielle Blütensorte und die konkrete Dosierung angegeben sein, da sich diese in der Wirkung unterscheiden können. Zudem müssen Arztstempel und Ausstellungsdatum vorhanden sein.
Auch die privaten Krankenkassen übernehmen die Kosten einer Cannabis-Therapie, sofern sie von einem Arzt als notwendig erachtet wird. Eine vorherige Genehmigung ist nicht generell notwendig, allerdings wird auch die Kostenübernahme nicht garantiert. Daher ist es für Betroffene sinnvoll, sich im Vorfeld über diese zu informieren und gegebenenfalls vorhandene Unterlagen einzureichen.

Umfang der Kostenübernahme durch Krankenkassen

Die Kosten für eine Cannabistherapie werden bei Genehmigung vollständig von der Krankenkasse übernommen. Es fällt lediglich die übliche Zuzahlung für Medikamente in Höhe von 5-10 Euro an. Die Kosten für Privatrezepte können nicht übernommen werden. Im Fall privater Krankenkassen hängt die Selbstbeteiligung vom jeweils vertraglich vereinbarten Satz ab.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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