HIV-Selbsttest
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HIV-Selbsttest

Der HIV-Selbsttest erleichtert Menschen, die sich aus Unsicherheit, Angst oder Scham ansonsten nicht auf HIV testen lassen würden, die Entscheidung. Für andere ist die Möglichkeit des Selbsttests eine Erleichterung, die dazu führt, dass sie sich selbst häufiger testen. Somit trägt der HIV-Selbsttest dazu bei, dass mehr Menschen sehr früh von einer Infektion erfahren und sich gezielt einer Behandlung unterziehen. Weil Aids unter Therapie nicht mehr ansteckend ist, wirkt der Selbsttest auch der HIV-Übertragung entgegen und trägt dazu bei, weitere Aids-Erkrankungen zu verhindern.

Was genau ist ein HIV-Selbsttest?

Der Selbsttest, häufig auch als HIV-Heimtest bezeichnet, ist ein Test, den Sie sehr einfach zu Hause, allein durchführen können. Sie geben einfach ein wenig Blut, beispielsweise aus der Fingerkuppe, in das Testgerät, welches Ihnen das Ergebnis nach etwa 15 Minuten anzeigt. Wie viele andere Testverfahren weist der HIV-Selbsttest die Aids-Erkrankung nicht direkt, sondern lediglich die Antikörper gegen das Virus, nach.

Seit wann gibt es den Test?

Der HIV-Selbsttest ist in Deutschland seit Oktober 2018 frei erhältlich. Sie können ihn in Apotheken, in autorisierten Drogerien und im Internet legal kaufen.

Worauf sollten Sie achten?

Experten der Deutschen Aids-Hilfe weisen darauf hin, dass ausschließlich Tests verwendet werden sollten, die folgende Kriterien erfüllen:

- der Test muss für die Anwendung durch Laien konzipiert sein
- er muss in Europa zugelassen sein
- er sollte das CE-Prüfzeichen besitzen
- seine Empfindlichkeit sollte nahezu 100 Prozent betragen.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, ist es wichtig, dass Sie den Selbsttest korrekt durchführen und das Ergebnis richtig interpretieren. So ist es beispielsweise erst 12 Wochen nach einer Infektion möglich, ein negatives Selbsttest-Ergebnis zuverlässig zu bewerten und somit eine HIV-Erkrankung sicher auszuschließen. Im Zweifelsfall sollten Sie unbedingt einen weiteren Labortest durchführen lassen.

Wichtiger Hinweis: Liegt der Risikokontakt erst wenige Stunden zurück und Sie vermuten bei sich eine HIV-Infektion, sollten Sie keine Zeit verlieren! Suchen Sie bitte umgehend eine Notaufnahme auf und lassen Sie sich bezüglich einer PEP (Postexpositionsprophylaxe) beraten. 

Welche Risiken birgt der Test?

- Während der HIV-Selbsttestest eine bestehende HIV-Infektion sofort nachweisen kann, lässt sich eine mögliche Übertragung des Virus erst 12 Wochen nach dem Risikokontakt ausschließen. Das hängt damit zusammen, dass Ihr Körper so lange braucht, um Antikörper zu bilden. Somit steht das Ergebnis "HIV negativ" erst nach dieser Zeit zuverlässig fest.

- HIV-Selbsttests sind extrem empfindlich und reagieren zuweilen über. Obwohl keine Infektion vorliegt, zeigen sie möglicherweise ein positives Ergebnis. Daher muss jeder HIV-Selbsttest mit einem professionellen Labortest von einem Arzt bestätigt werden.

- Falls Ihr Testergebnis positiv ausfällt, sind Sie zunächst einmal allein. Falls Sie sich davor scheuen, mit einer Person, die Sie kennen, direkt zu reden, sollten Sie sich online, telefonisch oder persönlich an einen Berater der Deutschen Aids-Hilfe wenden.

Wer sollte sich testen?

Jeder, der zweifelt und darüber nachdenkt, dass die Möglichkeit bestünde, sich mit dem HIV-Virus infiziert zu haben, sollte einen Test machen. Ob beim Arzt, Gesundheitsamt oder zu Hause in Form eines HIV-Selbsttests: Wer rechtzeitig von seiner HIV-Erkrankung weiß und sie behandeln lässt, hat in Deutschland inzwischen eine nahezu normale Lebenserwartung.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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