Getreideähnliche Körner: Von Amaranth bis Quinoa •

Quinoa

Quinoa oder Inkareis stammt aus der gleichen Pflanzenfamilie wie Amarant. Das glutenfreie und energiereiche Pseudogetreide bildet nicht nur für gluten-empfindliche Menschen eine interessante Speisealternative zu herkömmlichen Getreidesorten.

Was ist Quinoa?

Quinoa als Nahrungsmittel beschreibt allgemein die speziellen Samennüsschen, die sich wie Getreide zu verschiedenen Speisen verarbeiten lassen. In der ursprünglichen Heimat von Quinoa werden außerdem die Blätter der Pflanze als Salat verspeist. 

In den Anden wird Quinoa als Kulturpflanze bereits seit rund 6.000 Jahren kultiviert. Die Menschen in höheren Gebirgslagen schätzen an dieser Staude aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse, dass sie Höhen bis über 4.500 Meter als Lebensraum toleriert. Mais wächst dort nicht mehr. 

Insgesamt erweist sich Quinoa als zäh und ausdauernd, sogar bei Frost und Trockenheit. Die Reismelde oder Inkahirse, wie die Pflanze auch gern genannt wird, liebt einfache, durchlässige und stickstoffarme Böden, die sandig-lehmig sein dürfen. Unter diesen Bedingungen kann Quinoa in der Fruchtfolge nach stickstoffziehenden Pflanzen wie Getreide gepflanzt werden und Böden verbessern helfen. Bei der UN schätzt man die Zähigkeit des Andengewächses als Helfer gegen die Nahrungsmittelknappheit in der Welt. 2013 wurde deshalb zum Jahr der Quinoa erklärt.

Samen müssen vor der Verarbeitung getrocknet werden

Gärtner und Biolandwirte in Deutschland entdecken Quinoa allmählich für sich. Im August und September lassen sich nach einer Aussaat im April bei uns die begehrten nährstoffreichen Samen ernten, die Pflanzen hat dann eine Wuchshöhe von bis zu 150 cm erreicht. Die Samen weisen bei der Ernte unterschiedliche Reifegrade aus und müssen deshalb zunächst getrocknet werden, bevor sie als Nahrungsmittel verarbeitet werden können. 

Um 150.000 bis 160.000 Tonnen Quinoa wurden in den letzten Jahren pro Jahr weltweit geerntet, hauptsächlich in Peru sowie Bolivien und Ecuador. Auch andere Hochgebirgsregionen außerhalb von Südamerika wie der Himalaya ziehen eine Kultivierung von Quinoa in Betracht. 

Während die spanischen Eroberer bei ihrer Ankunft in Südamerika Quinoa als das "Essen armer Leute" verachteten, erregen die nussig-schmackhaften Körner der Inka insbesondere in den letzten Jahrzehnten bei gesundheitsbewussten Menschen viel Aufmerksamkeit. Die Bezeichnung "Superfood" fällt in diesem Zusammenhang häufig. 

Spannend ist auch diese Randnote: Quinoa gilt aufgrund seines speziellen Aminosäurenprofils und unkomplizierten Kultivierungsstils als besonders aussichtsreicher Kandidat für eine Verwendung im Rahmen von langandauernden Weltraumreisen sowie beim Aufbau von Raumstationen.

Quinoa - ein besonders interessantes Nährwertprofil 

Das Pseudogetreide ist eine ausgezeichnete pflanzliche Eiweißquelle, da es alle 9 essenziellen Aminosäuren enthält. Mit 16 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm kann Quinoa jeden Menschen mit Eiweiß versorgen, besonders aber Veganer, deren Ernährung oft eher proteinarm ausfällt. Daneben enthält der Inkareis viele gesunde ungesättigte Fette sowie eine Reihe weiterer wertvoller Vitalstoffe. Sein Gehalt an Mangan, Kupfer, Magnesium und Kalzium ist im Vergleich mit anderen pflanzlichen Nahrungsmitteln beeindruckend. Mit rund 7 Prozent ist Quinoa reich an Ballaststoffen. 

Ein hoher Gehalt an Lysin wird mit einigen gesundheitlichen Vorteilen in Beziehung gesetzt, die jedoch noch nicht abschließend erforscht wurden. Die essenzielle Aminosäure - sie muss mit der Ernährung aufgenommen werden und kann vom menschlichen Organismus nicht selbst hergestellt werden - ist für viele Prozesse wichtig wie etwa den Aufbau von Bindegewebe.

So kaufen und lagern Sie Quinoa

Es werden rote, weiße und schwarze Quinoa-Arten unterschieden. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in der Stabilität und damit in den Kochzeiten. Schwarze und rote Arten weisen längere Kochzeiten auf. In Deutschland ist nur geschälter Quinoa erhältlich. Der Inkareis kann auch nur im geschälten Zustand verarbeitet werden, da die Schalen der Körner einen Pflanzenschutzstoff enthalten, der die Darmschleimhaut schädigen kann. Auch die geschälten Körner sollten nochmals gründlich in Wasser gespült werden, um die letzten Reste dieser Saponine zu entfernen. 

Quinoa im Kühlschrank lagern

Aufbewahrt wird Quinoa dunkel, trocken, luftdicht und möglichst kühl. Deshalb ist auch der Kühlschrank als Lagerungsort geeignet. 

Unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten erscheint es angemessen, beim Kauf auf die Herkunft zu achten. Nur Produkte aus biologischem Anbau stellen in einem gewissen Maß sicher, dass nicht aus überbewirtschafteten Flächen geerntet wurde, wie das bei der weltweit stark gestiegenen Nachfrage nach dem Pseudogetreide zunehmend vorkommt. 

Durch die Begeisterung vieler westlicher Länder für Quinoa werden außerdem viele einheimische Erzeuger im Handel benachteiligt und können sich selbst das beliebte Lebensmittel nicht mehr leisten. Wer hier zu Fair Trade Produkten greift, leistet seinen Beitrag als Verbraucher zu einer gerechteren Verteilung der Handelsspannen.

Quinoa zubereiten und verzehren

Inkareis begeistert gekocht wie normaler Reis, geflockt und gepufft zu anderen Speisen, als Mehl im Verbund mit Getreide und in seiner Heimat sogar in Form von Quinoa-Bier. Energiereich wie Quinoa ist, ersetzt es auch Fleisch, zum Beispiel als Füllung für Gemüse wie Paprikaschoten oder in Chili-Gerichten.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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