Die Bildschirme vom Smartphone oder Tablet werden mit LED-Licht erhellt. Dieses sogenannte blaue Licht kann unter Umständen Schlafstörungen begünstigen, da es dem Tageslicht ähnelt und dem Gehirn dadurch eine falsche Tageszeit suggeriert. Warum das so ist und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier.
Schlafprobleme •

LED-Licht von Smartphone, Tablet und Co.: Blaues Licht sorgt für Schlafstörungen

Die Bildschirme vom Smartphone oder Tablet werden mit LED-Licht erhellt. Dieses sogenannte blaue Licht kann unter Umständen Schlafstörungen begünstigen, da es dem Tageslicht ähnelt und dem Gehirn dadurch eine falsche Tageszeit suggeriert. Warum das so ist und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier.

LED-Licht hemmt Melatonin-Produktion

Einer der Hauptgründe für das Gefühl der Müdigkeit ist das sogenannte Schlafhormon Melatonin. Es wird vor allem dann ausgeschüttet, wenn es dunkel wird – insbesondere Tageslicht hemmt die Melatoninproduktion. LED-Licht vom Smartphone- oder Tablet-Bildschirm ist dem Tageslicht durch seine bläuliche Farbe sehr ähnlich. Zudem kommen die Augen dem Licht sehr nahe, im Vergleich zum Fernsehbildschirm oder dem Monitor eines Computers.

Wissenschaftler des US-amerikanischen Lighting Research Center (LRC) des Rensselaer Polytechnic Institute haben in einer Studie herausgefunden, dass die Melatoninproduktion offenbar noch stärker gedrosselt wird, je näher das LED-Licht dem Auge kommt. Um bis zu 22 Prozent weniger Melatonin wurde bei den Testpersonen produziert, die zwei Stunden lang am Abend auf Smartphone- oder Tablet-Bildschirme geblickt hatten.

Machen Smartphone und Co. wach?

Das bläuliche LED-Licht gaukelt dem Gehirn somit vor, es sei mitten am Tag und nicht Schlafenszeit. Der Leiter des Zentrums für Chronobiologie der schweizerischen Universität Basel, Christian Cajochen, sagt: “Eine solche ‘Blaudusche’ macht uns sehr schnell wach.” Er vergleicht den Blick aufs Smartphone mit der Wirkung von Koffein.

Umgang mit Bildschirmen bei Schlafstörungen

Wer gern abends vor dem Schlafengehen noch nach E-Mails auf seinem Smartphone oder Tablet schaut, Artikel liest oder guckt, was es in den sozialen Netzwerken Neues gibt, kann dadurch also allmählich Schlafstörungen entwickeln. Entscheidend ist, wie ausgeruht man sich am nächsten Tag fühlt. Bei anhaltender Müdigkeit ist anzunehmen, dass die Nachtruhe gestört oder zu gering ist.

Beobachten Sie das bei sich, versuchen Sie, die Bildschirme mit LED-Licht mindestens zwei Stunden vor dem Zubettgehen nicht mehr anzuschalten. Legen Sie das Smartphone oder Tablet beiseite, am besten nicht im Schlafzimmer, um der Versuchung besser zu widerstehen, doch noch kurz etwas nachzuprüfen. Lassen Sie den Abend lieber ruhig mit einem Buch, Kräutertee mit Lavendel oder einen entspannten Spaziergang an der frischen Luft ausklingen – möglicherweise hilft Ihnen das bereits, besser zu schlafen. Wenn nicht, sollten Sie sich mit Ihrem Hausarzt besprechen und gegebenenfalls ein Schlaflabor aufsuchen, um den Ursachen auf den Grund zu gehen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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