Heutzutage sind wirksame Behandlungen verfügbar, die den Ausbruch von AIDS viele Jahre hinauszögern können.
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HIV-Behandlung - So wird die Krankheit behandelt

Bei der Infektion mit dem Humanen Immundefizienz-Virus handelt es sich um eine schwere und nach wie vor unheilbare Krankheit, die AIDS hervorruft. Wenn Sie betroffen sind, sollten Sie das jedoch nicht zum Anlass nehmen, aufzugeben. Denn heutzutage sind wirksame Behandlungen verfügbar, die den Ausbruch von AIDS viele Jahre hinauszögern und ein weitgehend unbeeinträchtigtes Leben ermöglichen. 

Antivirale Therapie

Wenn Sie ungeschützten Sex mit einer Person hatten, über deren HIV-Status Sie im Unklaren sind, sollten Sie zunächst einen HIV-Test machen, um Sicherheit bezüglich einer möglichen Infektion zu erlangen. Ist dieser positiv, ist es wichtig, sofort einen in der HIV-Behandlung versierten Arzt aufsuchen. Denn es gilt: Je früher damit begonnen wird, HIV zu behandeln, desto wirksamer ist die Therapie. Allerdings bedeutet das nicht, dass Sie sofort Medikamente bekommen werden. Denn heutige Präparate sind zwar gut verträglich, dennoch nicht nebenwirkungsfrei, zudem können Resistenzen entstehen. Daher folgt nun eine engmaschige Überwachung der relevanten Werte: Symptome und Krankheitszeichen des Patienten, Viruslast im Blut (Erregerzahl) und CD4+-Wert (T-Helferzellen). Treten Symptome auf, ist die Viruslast hoch und die Anzahl der Helferzellen niedrig, beginnt die medikamentöse Therapie.

Schädigung des Immunsystems herauszögern

Um den HI-Viren die Ausbreitung zu erschweren und damit die Schädigung des Immunsystems so lange wie möglich hinauszuzögern, wird eine antivirale Therapie genutzt (HAART). Da HI-Viren als ausgesprochen anpassungsfähig gelten, besteht diese aus einem Kombinationspräparat von mindestens drei Wirkstoffen, das einmal am Tag eingenommen wird. Hier stehen unterschiedliche Ansätze zur Auswahl: Nukleosid-Analoga nutzen ein Enzym, das zur Vervielfältigung der Virus-RNA notwendig ist. Das Medikament sorgt dafür, dass ein anderes Molekül eingebaut wird, durch das es später zu einer instabilen Kette im Erbgut des Erregers kommt. Nichtnukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren greifen dasselbe Enzym an, binden jedoch direkt an dieses und hindern es so an seiner normalen Funktion. Auch Proteaseinhibitoren hemmen ein Enzym, die HIV-Protease, wodurch die Reproduktion der Viren behindert wird.Weiterhin kommen Entry- und Fusionsinhibitoren zum Einsatz. Diese verhindern die Bindung oder Fusion der Viruspartikel an die Wirtszelle an unterschiedlichen Stellen. Integrase-Inhibitoren schädigen das Enzym Integrase, das für die Entwicklung der Viruszellen notwendig ist. 

Mehrere Stoffe zur Auswahl

In jeder dieser Klassen stehen mehrere Stoffe zur Auswahl. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil unterschiedliche HIV-Stämme unterschiedliche Wirkprofile aufweisen. Zudem sind die Nebenwirkungen individuell verschieden. Unter Umständen müssen daher mehrere Präparate getestet werden, bis das für den Betroffenen am besten geeignete gefunden ist. In jedem Fall ist jedoch die konsequente Einnahme der Medikamente - Therapietreue genannt - ausschlaggebend für die Wirksamkeit der Therapie.

Weitere Maßnahmen

Die durchschnittliche Lebenserwartung mit einer HIV-Infektion beträgt ohne Behandlung lediglich weitere acht Jahre. Mit einer Behandlung sind einem 20-Jährigen Infizierten jedoch durchschnittlich knapp 50 weitere Lebensjahre vergönnt. Damit liegt die heutige Lebenserwartung nur ungefähr 10 Jahre unter dem Bevölkerungsdurchschnitt. Neben einer dauerhaften Medikamenteneinnahme zur Unterdrückung des Virus trägt der eigene Lebensstil maßgeblich zum Krankheitsverlauf bei. Da das Immunsystem Betroffener besonders empfindlich auf Erkrankungen reagiert, sollten diese auf einen gesunden Lebensstil achten. Hierzu gehört der Verzicht auf Drogen, Nikotin und übermäßige Mengen Alkohol ebenso wie ausreichend Bewegung, eine gesunde Ernährung und regelmäßige Gesundheitsvorsorge. Auch wenn es bei gut eingestellter Medikation lange Phasen gibt, in denen Sie nichts von der Infektion merken, sollten Sie sich darüber bewusst sein, dass Ihr Immunsystem anfälliger als das eines gesunden Menschen ist und dementsprechende Sorgfalt walten lassen.

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