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Fußpilz erkennen und behandeln: Was hilft gegen die Pilzinfektion?
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Fußpilz erkennen und behandeln: Was hilft gegen die Pilzinfektion?

Je eher Sie ihn erkennen, desto besser lässt sich Fußpilz behandeln. Hat sich die hartnäckige Pilzinfektion erst einmal ausgebreitet, wird es schwierig, sie loszuwerden. Auf welche Anzeichen Sie achten müssen und wie der Hautarzt den Fußpilz therapiert, erfahren Sie im Folgenden.

Fußpilz: Ursachen einer Infektion

Fußpilz ist hoch ansteckend. Die befallenen Hautschüppchen fallen ab und verteilen die Erreger auf dem Boden, wo sie teils wochenlang überleben. Läuft nun jemand barfuß darüber und nimmt die Sporen auf, kann er sich mit Fußpilz anstecken, wenn seine Hautschutzbarriere geschwächt ist.

In den meisten Fällen ist ein Fadenpilz (Trichophyton rubrum) für die Fußpilzerkrankung verantwortlich. Er kann auch zu Nagelpilz führen. Manchmal können auch Hefepilze oder Schimmelpilze die Ursache einer Fußpilzinfektion sein.

Risikofaktoren für eine Ansteckung mit Fußpilz

Besonders groß ist das Risiko einer Infektion an Orten, wo viele Menschen barfuß umherlaufen, insbesondere, wenn dort ein feucht-warmes Klima herrscht:

  • Schwimmbäder
  • Gemeinschaftsduschen
  • Saunen
  • Umkleidekabinen
  • Hotelzimmer

Haben sich Familienmitglieder oder Mitbewohner mit Fußpilz angesteckt, kann auch das heimische Badezimmer zur Brutstätte für Pilzsporen werden.

Die größten Fußpilz-Risiken: Fußpilz mag Feuchtigkeit

Können die Füße in Socken und Schuhen schlecht atmen und wird der Schweiß kaum abgeleitet, bietet das den Fußpilzsporen ideale Bedingungen, um sich zu vermehren: warm und feucht. Daher können Socken und Schuhe aus Synthetikmaterial, Sportschuhe sowie Sicherheitsschuhe das Fußpilzrisiko erhöhen. Zu den Risikogruppen für eine Fußpilzinfektion zählen daher Sportler und Bauarbeiter.

Fußfehlstellungen können ebenfalls eine Fußpilzinfektion begünstigen. Das liegt daran, dass derartige Fehlstellungen oft mit Druckstellen einhergehen, die die Haut reizen und sie beschädigen. An diesen gereizten Hautstellen können die Pilzsporen dann leicht eindringen.

Wer ein schwaches Immunsystem hat, läuft vermehrt Gefahr, sich mit Fußpilz anzustecken. Denn ein starkes Immunsystem äußert sich durch gesunde Haut mit intaktem Säureschutzmantel. Diese kann die meisten Pilzsporen in der Regel abwehren, bevor sie sich einnisten und ausbreiten können. Weil ihnen dieser Schutz fehlt, sind Diabetiker, Senioren sowie Menschen mit einer Immunschwächekrankheit häufiger von Fußpilz betroffen als andere.

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Fußpilz-Symptome: Wie kann ich Fußpilz erkennen?

Am häufigsten findet sich Fußpilz zwischen den Zehen - vor allem zwischen dem kleinen und dem benachbarten Zeh. Doch auch Fußsohlen, Fersen und Fußrücken können befallen sein. Fußpilz macht sich erst bemerkbar, wenn sich die Sporen schon eingenistet haben. Doch woran erkennt man Fußpilz? Achten Sie auf folgende Fußpilz-Symptome:

  • trockene und gerötete Hautstellen zwischen den Zehen
  • Juckreiz an den Füßen oder zwischen den Zehen
  • schuppende Hautbereiche an den Füßen (die durch cremen nicht verschwinden)
  • verfärbte Ränder der betroffenen Hautstellen
  • starke Hornhautbildung
  • rissige Haut 
  • Haut kann dick, weiß und aufgeweicht wirken
  • nässende, juckende Bläschen

Der Fußpilz sorgt dafür, dass die Haut gereizt und wund wird. Die Wunden und Risse können als Eintrittspforte für Bakterien dienen und schwere Entzündungen hervorrufen, wenn der Fußpilz nicht behandelt wird.

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Fußpilz behandeln: Gehen Sie zum Hautarzt

Gehen Sie auf jeden Fall zum Hautarzt, wenn Sie Fußpilz bei sich vermuten. Warten Sie dafür nicht zu lange ab, denn hat sich der Pilz erst einmal ausgebreitet und auch die Fußsohlen, die Ballen und Fersen befallen, müssen Sie sich auf eine langwierige und komplizierte Behandlung einstellen. Fußpilz kann auch zu einer Infektion der Nägel führen (Nagelpilz), die eine monatelange Behandlung nach sich ziehen kann.

Im Anfangsstadium lässt sich der Fußpilz jedoch meist mit einer äußerlichen Anwendung bekämpfen. Der Hautarzt (Dermatologe) verschreibt Ihnen Cremes, Gels, Sprays oder Puder mit antimykotischen (pilzabtötenden) Wirkstoffen, Antimykotika genannt. Diese müssen Sie dann vier Wochen lang auf den betroffenen Hautbereich auftragen. Damit verhindern Sie, dass der Pilz weiterwachsen und sich ausbreiten kann. Auf diese Weise kann die erkrankte Hautpartie heraus- und gesundes Gewebe nachwachsen. Wichtig: Führen Sie die Behandlung solange fort, wie es Ihr Hautarzt empfiehlt - auch wenn die Symptome bereits nachlassen. Brechen Sie die Fußpilz-Behandlung zu früh ab und sind nicht alle Pilzsporen abgetötet, vermehrt sich der Pilz am Fuß erneut.

Im fortgeschrittenen Stadium genügt die äußere Anwendung nicht mehr. Dann müssen Sie den Fußpilz zusätzlich mit Tabletten oder flüssigen Antimykotika zur inneren Anwendung bekämpfen. Halten Sie sich hierbei ebenfalls exakt an die Anweisungen des Arztes.

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Helfen Hausmittel gegen Fußpilz?

Bei der Internetrecherche zur Fußpilzbehandlung werden Sie auf zahlreiche Empfehlungen zu Hausmitteln gegen Fußpilz stoßen. Dabei sind unter anderem vermeintliche Alleskönner wie

  • Kokosöl
  • Essig und Apfelessig
  • Backpulver
  • Natron
  • Teebaumöl
  • Schwarzer Tee

Auch Urin ist ein angeblich wirksames Hausmittel gegen Fußpilz. Allerdings ist bei keinem dieser Mittel eine Wirkung zur erfolgreichen Fußpilzbekämpfung wissenschaftlich nachgewiesen. 

Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Hautarzt, wenn Sie Hausmittel gegen Fußpilz ausprobieren möchten und fragen Sie nach, ob diese die von Ihrem Dermatologen verordnete Fußpilz-Behandlung möglicherweise sogar stören können. Einige der vermeintlichen Wundermittel können die wunde Haut zusätzlich reizen und Entzündungen verschlimmern. Sie verzögern dann den Heilungsprozess und die Behandlung zieht sich unnötig in die Länge.

Fußpilz vorbeugen: Sporen aus dem Weg gehen

Was hilft sonst noch gegen Fußpilz? Richtig vorbeugen. Möchten Sie Fußpilz vorbeugen, beherzigen Sie folgende Tipps:

  • Tragen Sie im Schwimmbad, in der Sauna und in Umkleidekabinen immer Badelatschen – die Desinfektionsfußdusche im Schwimmbad genügt leider nicht zur Fußpilzvorbeugung. Das Mittel entfaltet erst nach fünf Minuten Einwirkzeit seine schützende Funktion und greift in die Hautschutzbarriere ein. Die Inhaltsstoffe können zudem die Haut reizen und bei manchen Menschen Allergien auslösen.
  • Auch in Hotelzimmern sollten Sie nirgends barfuß umherlaufen, auch nicht auf dem Teppichboden. Tragen Sie auch hier Badelatschen oder Hausschuhe. Sollte jemand in Ihrem Haushalt unter Fußpilz leiden, ist das Barfußlaufen auch daheim tabu.
  • Sorgen Sie außerdem dafür, dass Ihre Füße und insbesondere die Zehenzwischenräume trocken bleiben. Lassen Sie Ihre Füße „atmen“. Das heißt, tragen Sie Sportschuhe und Schuhe aus nicht-atmungsaktivem Material nur so lange wie nötig und wechseln Sie täglich die Schuhe. So kann ein Paar trocknen, während Sie ein anderes tragen.
  • Im Sommer und zu Hause tragen Sie am besten offene Schuhe. Es ist zudem ratsam, die Socken täglich zu wechseln und bei 60 Grad zu waschen.
  • Sollten Sie eine bestehende Fußpilzinfektion auskurieren, denken Sie daran, Ihre Schuhe nach jedem Tragen zu desinfizieren. Sonst besteht die Gefahr, dass Sie sich immer wieder neu mit Fußpilz anstecken.
  • Fragen Sie immer Ihren Hautarzt, was Sie während der Fußpilz-Behandlung beachten müssen und wie Sie die Antimykotika richtig anwenden.

Starke Immunabwehr und gesunde Haut zur Fußpilzvorbeugung

Fußpilz nistet sich insbesondere dann ein, wenn die Immunabwehr grundsätzlich geschwächt ist. Stärken Sie also Ihr Immunsystem, um Fußpilz vorzubeugen. Gesunde Abwehrkräfte gewährleisten Sie zum Beispiel durch:

  • abwechslungsreiche Ernährung
  • ausreichend Schlaf
  • Bewegung
  • frische Luft
  • Stress vermeiden

Eine gute Fußpflege und pflegende Fußcremes halten außerdem die Haut geschmeidig und stärken die Hautschutzbarriere. Das erschwert es dem Pilz, in die Haut einzudringen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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