Wenn chronische Druckbelastung oder Reibung für lokale Verhornungen der Haut sorgt, entsteht schnell ein Hühnerauge. Entfernt wird die schmerzhafte Hornhautverdickung am besten durch den Hautarzt oder Podologen. Erfahren Sie hier mehr über Hühneraugen und wie Sie sie loswerden.
Ratgeber: Fußpflege

Hühnerauge entfernen: Was tun gegen die schmerzhafte Verhornung?

Wenn chronische Druckbelastung oder Reibung für lokale Verhornungen der Haut sorgt, entsteht schnell ein Hühnerauge. Entfernt wird die schmerzhafte Hornhautverdickung am besten durch den Hautarzt oder Podologen. Erfahren Sie hier mehr über Hühneraugen und wie Sie sie loswerden.

Was hilft gegen Hühneraugen? Was ist die richtige Therapie?

Zwischen 5 und 8 mm groß, rundlich und mit einem leicht dunkleren Hornhautdorn in der Mitte: Hühneraugen sind nicht nur unangenehm, sondern oftmals auch noch äußerst schmerzhaft. Vielen Betroffenen stellt sich da die Frage: Selber tätig werden oder doch lieber zum Arzt? Die Antwort lautet: Das kommt nicht zuletzt auf den Schweregrad der Verhornung an.

Wann sollte der Arzt Hühneraugen entfernen?

Tiefsitzende, schmerzende oder immer wiederkehrende Hühneraugen sollten Sie vom Hautarzt oder Podologen entfernen lassen. Nach einem Fußbad trägt der Arzt oder Fußpfleger die überschüssige Hornhaut mit einer Fräse oder einem Skalpell ab. Der Hornhautdorn lässt sich oft mit Wasserstoffperoxid aufweichen und anschließend herauslösen.

Gelingt dies nicht, wird die Behandlung wiederholt oder das Hühnerauge operativ entfernt. Anschließend gilt es, Druck und Reizung der betroffenen Hautstelle zu vermeiden, damit das Hühnerauge nicht wiederkommt. Nach der Operation empfehlen sich Schaumstoffringe oder spezielle Einlagen, um die gereizten Hautstellen zu schonen.

Was können Sie selbst gegen Hühneraugen tun?

Ist die Verhornung noch nicht allzu weit fortgeschritten und das Hühnerauge noch recht flach, gibt es eine Reihe Hausmittel, die Sie selbst anwenden können. Nehmen Sie ein Fußbad und reiben Sie sanft mit einem Bimsstein über die Fußsohlen, um überschüssige Hornhaut zu entfernen. Sie können diese auch mit Zwiebelpaste, Knoblauchzehen oder Zitronensaft aufweichen – sobald Ihre Haut empfindlich reagiert, sollten Sie das Experiment jedoch abbrechen und einen Fachmann aufsuchen.

Hühneraugenpflaster aus der Apotheke oder Drogerie sind in leichten Fällen ebenfalls hilfreich. Sie lindern den Druck und enthalten einen Wirkstoff (z. B. Salicylsäure oder Milchsäure), der die Verhornung aufweicht. Der Dorn lässt sich dadurch besser herauslösen.

Lassen Sie das Hühneraugenpflaster dafür einfach so lange auf der betroffenen Stelle, bis es anfängt, sich von alleine abzulösen – das dauert in der Regel 3 bis 5 Tage. Dann ziehen Sie es vorsichtig ab. Die überschüssige Hornhaut und der Dorn bleiben am Pflaster haften, sofern der Dorn nicht zu tief sitzt. Wenn die Anwendung beim ersten Mal nicht vollständig zum Erfolg führt, wiederholen Sie das Ganze mit einem neuen Pflaster.

Aber Achtung! Hühneraugenpflaster können verrutschen, sodass der Wirkstoff nicht nur in die Verhornung eindringt, sondern auch die gesunde Haut um das Hühnerauge herum reizen und gegebenenfalls schädigen kann. Die Folge: Es können Bakterien oder Keime eindringen und schwere Hautentzündungen auslösen. Es ist dementsprechend ratsam, den Sitz des Pflasters ab und an zu kontrollieren.

Unter keinen Umständen sollten Sie versuchen, Hühneraugen selbst herauszuschneiden. Dies kann zu schweren Verletzungen oder gar einer Blutvergiftung führen.

Wie entstehen Hühneraugen und wie kann man ihnen vorbeugen?

Damit Hühneraugen nach der Entfernung nicht wiederkehren oder gar nicht erst entstehen, sollten Sie den ihnen zugrunde liegenden Ursachen entgegenwirken. Die schmerzhaften Verhornungen kommen durch lokale Überlastungen der Haut zustande und treten meistens an den Füßen auf. 

Sie entstehen häufig, wenn durch unpassendes Schuhwerk oder Fußfehlstellungen permanent Druck auf dieselbe Hautstelle ausgeübt wird. Die Hühneraugen bilden sich z. B. zwischen den Zehen oder am Zeh, an der Fußsohle, am Fußballen oder an der Ferse. Die Hände sind üblicherweise nicht so starken Belastungen ausgesetzt, weshalb Hühneraugen an Händen bzw. Fingern eher selten vorkommen.

Die Überreizung der Haut sorgt dafür, dass sich diese verdickt. Das ist normalerweise eine Schutzreaktion. In diesem Anfangsstadium können Sie das Hühnerauge noch verhindern, indem Sie auf bequeme Schuhe umsteigen oder orthopädische Schuheinlagen gegen Fußfehlstellungen tragen.

Denn lässt der Druck nicht nach, verhornt die Haut an der überreizten Stelle immer mehr. Die überschüssige Hornhaut bohrt sich keilförmig wie ein Dorn in die Haut. In der medizinischen Fachsprache heißt das Hühnerauge „Clavus“ – das lateinische Wort für „Nagel“.

Reicht der Hornhautdorn so tief, dass er die Nervenstränge reizt, wird es schmerzhaft. In besonders schlimmen Fällen kann der Hornhautdorn sogar so tief in die Haut hineinwachsen, dass er eine Knochenhautreizung und -entzündung auslöst. Hier kann und sollte ein Arzt oder Podologe helfen.

Hühnerauge oder Warze – was ist der Unterschied?

Übrigens: Warzen, insbesondere Dornwarzen, können auf den ersten Blick wie Hühneraugen aussehen. Sie werden allerdings nicht von Reibung oder Druck, sondern von Viren verursacht. Sie sind etwas dunkler als Hühneraugen und unter der verhornten Haut lassen sich kleine dunkle Punkte erkennen – dabei handelt es sich um winzige getrocknete Blutungen. Auch Warzen am Fuß können Sie wieder loswerden.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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