Falscher Vibrationsalarm beim Handy: Smartphone-Nutzer leiden unter Phantomvibrationen
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Falscher Vibrationsalarm beim Handy: Smartphone-Nutzer leiden unter Phantomvibrationen

Über den Vibrationsalarm meldet sich das Smartphone diskret, wenn eine Nachricht eintrudelt oder jemand anruft. Bei einigen Smartphone-Junkies kann das ständige Lauern auf eine Regung des Mobiltelefons allerdings zu unangenehme Nebenwirkungen führen – es kommt zu sogenannten Phantomvibrationen.

Phantomvibration: Der eingebildete Vibrationsalarm

Praktisch, dass sich das kompakte Smartphone problemlos in die Hosentasche stecken lässt. Ist der Vibrationsalarm aktiviert, bekommen Sie nun selbst im Lautlosmodus mit, wenn ein Anruf oder eine Nachricht eingeht. Fischen Sie jedoch das Smartphone aus der Hosentasche, weil Sie das typische Brummen des Vibrationsalarms gespürt zu haben glauben, das Handy klingelt aber gar nicht, gehören Sie zu der immer größer werdenden Smartphone-Besitzer-Gemeinde, die unter Phantomvibrationen leidet – sie bilden sich schlicht ein, eine Vibration am Oberschenkel gespürt zu haben.

Mögliche Erklärung für die Sinnestäuschung

Wie das Gefühl der Phantomvibration entsteht, ist bisher wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt. Vermutungen gibt es hingegen mehrere. Eine davon macht die Hautrezeptoren für das eingebildete Klingeln verantwortlich. Diese gliedern sich demnach in zwei Gruppen: Die erste Gruppe von Nervenzellen reagiert demnach auf Vibrationen mit hoher Frequenz, die andere auf Vibrationen mit niedriger Frequenz. Das Vibrieren eines Smartphones läge jedoch zwischen den beiden Frequenzen, ließe sich also nicht eindeutig zuordnen. Komme es nun zu einer ähnlichen Stimulation der Haut, beispielsweise durch die Reibung des Hosenstoffes, versuche das Gehirn die Empfindung blitzschnell einem bereits bekannten Sinneseindruck zuzuordnen. Auf diese Weise könne es dazu kommen, dass das Gehirn die Falschmeldung losschicke, der Vibrationsalarm des Smartphones sei aktiv.

Gegenmaßnahmen bei Phantomvibration

Um den eingebildeten Vibrationsalarm wieder los zu werden, müssen Sie Ihre Konditionierung auf das Brummen auflösen. In den meisten Fällen schaffen Sie dies, ohne dass Ihnen ein Psychotherapeut dabei helfen muss – in schweren Fällen unterstützen Sie jedoch die Experten in Ihrer Nähe, die Sie unter diesem Artikel gelistet finden.

Am einfachsten bekämpfen Sie das Phantomvibrieren, indem Sie in Zukunft auf den Vibrationsalarm verzichten. Zudem richten Sie weniger Aufmerksamkeit auf Ihren Oberschenkel, wenn Sie das Smartphone an einem anderen Ort aufbewahren. Im günstigsten Fall tragen Sie Ihr Mobilfunkgerät gar nicht mehr direkt am Körper, sondern in der Handtasche oder der Aktentasche. So ist das Abfragen der aktuell eingegangenen Nachrichten zwar etwas aufwendiger, aber Ihr Körper lauert nicht mehr auf eine neue Stimulation, die er als Vibration einstufen kann. Langfristig könnte das helfen, die Phantomvibrationen wieder abzustellen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SM
Autor/-in
Sascha Müller
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