Eine Essstörung wie die Magersucht ist eine ernsthafte Erkrankung und muss behandelt werden. Je früher die Therapie beginnt, desto größer ist die Aussicht auf Erfolg – und desto geringer ist das Risiko, dauerhafte gesundheitliche Schäden davonzutragen oder gar zu verhungern. Die gesundheitlichen Folgen von Magersucht.
Magersucht •

Folgen der Magersucht: Wie Anorexie den Körper zerstört

Eine Essstörung wie die Magersucht ist eine ernsthafte Erkrankung und muss behandelt werden. Je früher die Therapie beginnt, desto größer ist die Aussicht auf Erfolg – und desto geringer ist das Risiko, dauerhafte gesundheitliche Schäden davonzutragen oder gar zu verhungern. Die gesundheitlichen Folgen von Magersucht.

Magersucht: von der Euphorie hin zur Belastung

Zu Beginn erleben Magersüchtige den starken Gewichtsverlust als positiv. Sie empfinden Gefühle der Euphorie, der Disziplin und der Stärke. Sie fühlen sich leicht und sind stolz auf die Kontrolle über den eigenen Körper. Doch die positiven Gefühle halten nicht lange an. Sie schlagen um in die quälende Angst zuzunehmen. Verbote, ständiges Hungergefühl und Magenschmerzen werden zum ständigen Begleiter. Weitere Magersucht-Folgen sind ein schlechtes Gewissen, Scham, Reizbarkeit und depressive Verstimmungen.

Schwindel und Kopfschmerzen: Magersucht zehrt den Körper aus

Die Betroffenen sind oft müde und frieren, leiden unter Kopfschmerzen und Schwindel. Konzentrationsstörungen treten auf. Der Grund: Bei starkem Untergewicht fährt der Körper sämtliche Funktionen herunter – es kommt zum sogenannten Hungerstoffwechsel.

Herzrhythmusstörungen: Magersucht macht dem Herzen zu schaffen

Der Puls sinkt, der Blutdruck fällt ab, ebenso die Körpertemperatur. Das sorgt für Kreislaufprobleme und allgemeine Schwäche. Im weiteren Verlauf kann es zu Herzrhythmusstörungen und im schlimmsten Fall zum plötzlichen Herztod kommen.

Ausbleibende Regel: Magersucht greift in den Hormonhaushalt ein

Des Weiteren finden hormonelle Veränderungen statt. Bei Mädchen und Jungen kann es zu einer Verzögerung der körperlichen Entwicklung und der Pubertät kommen. Das Wachstum verlangsamt sich. Bei jungen Mädchen und Frauen bleibt häufig die Monatsblutung aus. Die betroffenen Frauen können unfruchtbar werden. Männer haben Potenzstörungen.

Kranke Nieren: Magersucht schädigt das Nierengewebe

Weitere Magersucht-Folgen sind Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung sowie Bauchschmerzen. Auch die Speiseröhre im fortschreitenden Verlauf Schaden. Störungen im Wasser- und Elektrolythaushalt sowie Störungen der Nierenfunktion und Schäden am Nierengewebe sind ebenfalls Folgen der Magersucht. Blasenschwäche ist möglich.

Ein vorliegender Kaliummangel beeinträchtigt nicht nur die Nierenfunktion, sondern kann auf Dauer auch zu einem kranken Herzen führen. Da wichtige Nährstoffe fehlen, sind Magersüchtige meist sehr infektanfällig und häufig krank.

Osteoporose: Magersucht greift die Knochen an

In Folge des Vitamin- und Mineralstoffmangels kommt es zu Störungen im Knochenstoffwechsel. Die Knochendichte nimmt ab und die Knochen werden brüchig. Im fortgeschrittenen Verlauf können bereits kleine Stürze Knochenbrüche nach sich ziehen. Manche Betroffene leiden infolge ihrer Essstörung schließlich an einem Abbau der Knochengrundsubstanz (Osteoporose).

Auch die Zähne leiden in Folge der Magersucht. Haarausfall, brüchige Fingernägel sowie trockene, juckende Haut sind häufig. Während die Kopfhaare in Folge des bestehenden Untergewichts bei vielen Betroffenen ausfallen, bilden sich am Körper oft die sogenannten Lanugohaare. Dabei handelt es sich um einen Haarflaum, der normal den Fötus im Mutterleib bedeckt. Er hilft, den Körper zu wärmen.

Menschen mit Magersucht haben ein mehr als 5-fach höheres Risiko zu sterben als Gleichaltrige ohne Erkrankung. Eine Auswertung von Patientenakten zeigte, dass die meisten Menschen mit Magersucht an gesundheitlichen Störungen verstorben waren, die die Magersucht verursacht hatte. Jeder fünfte Todesfall war ein Suizid. Die Todesrate bei Magersucht steigt vor allem, wenn andere Erkrankungen vorliegen - insbesondere andere psychische Erkrankungen. Menschen mit Magersucht haben im Vergleich zu Gesunden ein 18-fach höheres Risiko, sich selbst das Leben zu nehmen.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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