Eine Bulimie hat Folgen. Sie kann die Gesundheit der Betroffenen auch dann noch einschränken, wenn die Essstörung selbst schon längst überwunden ist. Welche Spätfolgen Bulimia nervosa nach sich ziehen kann: So wirkt sich die Ess-Brech-Sucht auf den Körper aus.
Bulimie (Bulimia nervosa) •

Bulimie: Folgen der Ess-Brech-Sucht

Eine Bulimie hat Folgen. Sie kann die Gesundheit der Betroffenen auch dann noch einschränken, wenn die Essstörung selbst schon längst überwunden ist. Welche Spätfolgen Bulimia nervosa nach sich ziehen kann: So wirkt sich die Ess-Brech-Sucht auf den Körper aus.

Körperliche Folgen von Bulimie

Das wiederholte Erbrechen befördert immer wieder Magensäure durch die Speiseröhre und den Mund. Darunter leiden die empfindlichen Schleimhäute und die Zähne. Typische Folgen von Bulimie sind daher:

  • Häufiges Sodbrennen aufgrund einer Erschlaffung des Mageneingangs.
  • Entzündungen innerer Organe wie der Bauchspeicheldrüse und der Speiseröhre.
  • Die sogenannten “Hamsterbacken”: In manchen Fällen bekommen Betroffene durch das ständige Erbrechen “Hamsterbacken”: Die Speicheldrüsen werden zu starker Tätigkeit angeregt und vergrößern sich. Dadurch schwellen die Wangen an – ein Vorgang, der gerade bei der gestörten Selbstwahrnehmung von Bulimikern für zusätzliches Leid sorgt.
  • Zahnschäden: Häufig werden durch das Erbrechen bei der Bulimie die Zähne in Mitleidenschaft gezogen: Die Magensäure sorgt für einen raschen Abbau des Zahnschmelzes; Karies und vergrößerte Abstände zwischen den Zähnen sind die Folge. Oft haben die Betroffenen wunde Mundwinkel und entzündetes Zahnfleisch.

Beeinträchtigungen durch Mangelerscheinungen

Im Rahmen der Ess-Brech-Sucht ist die Ernährung fast immer unausgewogen: Durch das Erbrechen gehen dem Körper viele wichtige Nährstoffe verloren. Mangelerscheinungen sind häufig: Elektrolytstörungen durch Erbrechen oder den Missbrauch von Abführmitteln führen in schweren Fällen zu Nierenschäden. Es kommt zu Flüssigkeitseinlagerungen und in manchen Fällen zu lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen, die vor allem durch einen Kaliummangel ausgelöst werden. Im Extremfall können diese Herzrhythmusstörungen zum Herztod führen.

Zu den weiteren typischen Folgen von Bulimie zählen:

  • Haarausfall
  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Kreislaufstörungen
  • Muskelkrämpfe und -schwäche
  • eine Anfälligkeit für Infekte
  • Verstopfungen oder eine träge Verdauung
  • unter Umständen auch Menstruationsstörungen, wenn die Betroffene stark untergewichtig ist. Das trifft nur auf einen kleinen Teil der Bulimiker zu – die meisten von ihnen haben Normalgewicht.
  • Lustlosigkeit
  • innere Unruhe
  • Wassereinlagerungen

Die körperlichen Folgen ähneln leicht denen der Magersucht. Durch die Bulimie verändert sich bei 50 % nach gewisser Zeit das Gehirn. Außerdem kann es zu Magenerweiterungen, Magenruptur und Entzündungen der Speiseröhre kommen oder auch zu Herzproblemen oder Nierenschäden.

Bundesfachverband Essstörung (BFE)

Bulimie: Folgen für die Psyche

Menschen, die an Bulimie leiden, haben oft ein schlechtes Selbstwertgefühl. Sie halten sich für zu dick und auch in anderer Hinsicht für unzulänglich. Das “Einknicken” bei den Heißhungerattacken wird als Niederlage empfunden. Häufig begeiten Angststörungen und selbstverletzendes Verhalten die Erkrankung.

Bulimie und sozialer Rückzug

Manchen Betroffenen sind das Versteckspiel und das überlegte Essen in Gesellschaft zu anstrengend. Für sie hat ihre Essstörung auch Folgen für ihr Zusammensein mit anderen Menschen: Sie ziehen sich zurück und schützen Ausreden vor, um Treffen zu entgehen. Daraus resultieren häufig Vereinsamung und eine seelische Müdigkeit.

Bulimie und Depression

Nicht umsonst leidet ein Teil der von Bulimie Betroffenen auch unter Depressionen: Die Krankheit bringt häufig Enttäuschung durch die eigene Person, Scham, Einsamkeit und Selbsthass mit sich. Zudem kann Bulimie von Suizidgedanken begleitet sein.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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