Ab welchem Bauchumfang wird es kritisch? Zum Thema Übergewicht gibt es viele Fragen.
Adipositas •

Warum ist Übergewicht so riskant? 5 Fragen zu Adipositas

Warum ist Übergewicht so riskant? Sind mehr Frauen oder Männer übergewichtig? Und wie nimmt man erfolgreich ab? Rund um das Thema Übergewicht und Adipositas stellen sich viele Fragen. Fünf gewichtige Antworten.

1.Übergewicht: Wie ist der Unterschied zwischen Männern und Frauen?

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) nimmt die Zahl der Übergewichtigen in Deutschland weiterhin zu. Laut dem 13. Ernährungsbericht von 2017 sind 59 Prozent der Männer und 37 Prozent der Frauen übergewichtig. In der Altersklasse der Berufstätigen sei das Dicksein heutzutage so weit verbreitet, dass es keine Ausnahme mehr darstelle, sondern der Normalzustand sei. Männer sind in allen Altersgruppen häufiger übergewichtig als Frauen.

2. Warum ist Übergewicht so riskant?

Übergewicht begünstigt das metabolische Syndrom. Dabei handelt es sich um eine chronische Stoffwechselschieflage, bei der es unter anderem zu Bluthochdruck sowie zu hohen Blutfett- und Blutzuckerwerten kommt. Entzündungsprozesse werden gefördert und der Hormonstoffwechsel negativ beeinflusst. Die Folge sind Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall, aber auch Gelenkbeschwerden. Bauchfett ist besonders gefährlich, da gerade dieses Fettgewebe sehr stoffwechselaktiv ist und Botenstoffe an die Umgebung abgibt, die Entzündungsreaktionen auslösen.

3. Gibt es gesundes Übergewicht?

Die Datenlage verschiedener Untersuchungen kommt zu dem Ergebnis: Es gibt kein gesundes Übergewicht. Unter anderem hatte 2017 der Forscher Dr. Rishi Caleyachetty von der University of Birmingham in Großbritannien gemeinsam mit Kollegen Daten von 3,5 Millionen Briten ausgewertet. Menschen, die zwar fettleibig sind, aber keine Stoffwechselstörung wie Diabetes, Bluthochdruck oder erhöhte Cholesterinwerte haben, zeigen der Untersuchung zufolge trotzdem ein deutlich höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Den Wissenschaftlern zufolge ist bei ihnen das Risiko für Herzschwäche fast doppelt so hoch wie bei normalgewichtigen Menschen mit gesundem Stoffwechsel. Außerdem lag bei den Übergewichtigen die Gefahr für die Koronare Herzkrankheit um fast 50 Prozent höher, für Schlaganfälle sieben Prozent. Übergewicht sei kein harmloser Zustand, schlussfolgerte Dr. Rishi Caleyachetty.

4. Ist mein Bauchfett riskant oder nicht?

Als Laie kann man nicht erkennen, ob es sich bei dem eigenen Bauchfett um das riskante viszerale Bauchfett oder um das harmlosere Unterhautfett handelt. Dafür sind aufwändige Untersuchungen mit Hilfe eines Computertomographen notwendig. Experten aber sagen: Wo Rettungsringe am Bauch sind, ist auch das riskante innere Bauchfett zu finden. Ein wichtiger Hinweis, ob der Bauchumfang Gesundheitsrisiken birgt, gibt die Messung des Bauchumfangs: Bei Frauen sollte der Wert für den Bauchumfang unter 80 Zentimetern und bei Männern unter 94 Zentimetern liegen.

Werte von über 88 Zentimetern bei Frauen und über 102 Zentimetern bei Männern gelten als sehr bedenklich und gehen unter anderem mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gelenkbeschwerden und Diabetes mellitus einher.

5. Ein gesundes Körpergewicht erreichen: Worauf kommt es an?

Die goldene Regel für ein gesundes Körpergewicht lautet: Nicht mehr Kalorien aufnehmen, als der Körper braucht. So nimmt man nicht zu und kann sein Gewicht halten. Wer abnehmen möchte, muss seine Energiezufuhr zurückschrauben, damit der Körper an die Fettreserven geht. Wichtig dabei: Nicht mehr als 500 Kilokalorien unter dem täglichen Bedarf liegen. Sonst gerät der Körper in Alarmbereitschaft und der Jo-Jo-Effekt droht. Auch Sport unterstützt ein gesundes Gewicht: Nach einer Stunde joggen sind etwa 500 Kilokalorien verbrannt. Es ist die Kombination aus Ernährungsumstellung und Sport, die zum Gewichtserfolg führt.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ann-Kathrin Landzettel
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