Ist eine Erkältung in der Schwangerschaft gefährlich fürs Baby? In der Regel nicht, denn die Beschwerden betreffen vor allem Kopf, Hals und die oberen Atemwege der werdenden Mutter. Der wachsende Fötus wird nicht geschädigt. Wir erklären Ihnen, worauf Sie trotzdem achten sollten.
Ratgeber: Erkältung

Erkältung in Schwangerschaft und Stillzeit

Ist eine Erkältung in der Schwangerschaft gefährlich fürs Baby? In der Regel nicht, denn die Beschwerden betreffen vor allem Kopf, Hals und die oberen Atemwege der werdenden Mutter. Der wachsende Fötus wird nicht geschädigt. Wir erklären Ihnen, worauf Sie trotzdem achten sollten.

Schwanger mit Erkältung: Lieber keine Medikamente

Viele Menschen verzichten bei einem simplen Schnupfen grundsätzlich auf Medikamente. Bei einer Erkältung in der Schwangerschaft sollten Sie das auf jeden Fall tun. Denn auch Mittel wie Ibuprofen oder Paracetamol, die Glieder- oder Kopfschmerzen bekämpfen und das Fieber senken, sind nicht ganz risikolos. Das hängt damit zusammen, dass ihr Einfluss auf das Ungeborene noch nicht erschöpfend erforscht ist. Lassen Sie sich im Zweifelsfall von Ihrem Frauenarzt beraten.

Embryotox klärt über Arzneimittel auf

Welche Medikamente sind während der Schwangerschaft erlaubt, welche könnten dem ungeborenen Kind schaden? Schwangere stellen sich diese Frage häufig, die App "Embryotox" gibt Antworten. Das Angebot des Beratungszentrums für Embryonaltoxokologie der Berliner Charité-Universitätsmedizin gibt Infos zu mehr als 400 Arzneimitteln und ihrer Wirkungsweise.

Hausmittel bei Erkältung in der Schwangerschaft

Wenn Sie von Erkältungssymptomen geplagt werden, sollten Sie auch als Schwangere viel trinken, damit der infektiöse Schleim sich lösen kann. Kräutertee etwa ist gesund und wirkt lindernd. Um Ihre Nasenschleimhäute abschwellen zu lassen und durchatmen zu können, eignen sich Dampfbäder mit Kamille oder Eukalyptus. Auch Nasenspülungen mit Salzwasser sind geeignet.

Heißes Wasser mit Honig und Zitrone sorgt dafür, dass Halsschmerzen erträglich werden. Halten sich die Beschwerden hartnäckig, können Sie auch einen heißen Kartoffelwickel oder einen Quarkwickel anlegen. All diese Strategien sind bei einer Erkältung in der Schwangerschaft komplett unbedenklich.

Vorsicht bei diesen Pflanzenölen

Doch nicht alle pflanzlichen Hausmittel gegen Erkältung sind so harmlos wie die oben genannten Strategien. So sollte der gemeinhin als Mittel gegen Erkältung bekannte Salbei von Schwangeren lieber nicht eingenommen werden. Die Pflanze wirkt auf die Gebärmutter und die Hormone. Bei einer Erkältung in der Stillzeit sollte Salbeiöl ebenfalls nicht verwendet werden, da es die Milchbildung hemmen kann.

Auch auf das ätherische Öl des Thymians sollten Sie in der Schwangerschaft verzichten. Zwar befreit Thymian die Atemwege, seine stimulierende Wirkung auf die Gebärmutter kann aber zu verfrühten Wehen führen. Das gilt allerdings nur für das medizinisch wirksame Thymianöl – als Gewürz können Sie das mediterrane Kraut unbesorgt zu sich nehmen. Ebenso sollten Sie Pfefferminzöl und Rosmarinöl meiden – beide Öle können ebenfalls stimulierend auf die Gebärmutter wirken.

Wann zum Arzt?

Bei einer normalen Erkältung reicht es auch in der Schwangerschaft, wenn Sie sich einfach schonen. Bekommen Sie aber Fieber von etwa 38,5 Grad oder darüber, sollten Sie auf jeden Fall nach spätestens zwei Tagen zum Arzt gehen: Es kann zu verfrühten Wehen führen.

Auch, wenn Sie nur schwer Luft bekommen, ist ein Arztbesuch angebracht, denn möglicherweise haben Sie zur Erkältung noch eine weitere Infektion bekommen. Erwähnen Sie Ihre Schwangerschaft und sagen Sie, in welchem Monat Sie sind. So kann der Arzt die passenden Medikamente verschreiben.

Schwangerschaftsschnupfen: Was ist das?

Ein Schnupfen in der Schwangerschaft ist nicht immer Symptom für eine Erkältung. Schätzungsweise 20 - 30 Prozent aller Frauen, die ein Kind erwarten, leiden unter dem Krankheitsbild des Schwangerschaftsschnupfens. Dieser ist in der Regel harmlos und steht im unmittelbaren Zusammenhang mit der Schwangerschaft – ist das Kind auf der Welt, verschwindet die chronisch verstopfte Nase also meistens wieder.

Als Grund für den Schwangerschaftsschnupfen vermuten Experten einen erhöhten Östrogenspiegel bei Schwangeren. Durch den Anstieg des weiblichen Sexualhormons können die Nasenschleimhäute dazu neigen, schneller anzuschwellen, und der Körper bildet mehr Nasensekret.

Erkältung in der Schwangerschaft vorbeugen

Eine sichere Strategie, gar nicht erst an einer Erkältung zu erkranken, gibt es nicht. Trotzdem können Sie in der Schwangerschaft versuchen, gerade in den kalten Monaten große Menschenansammlungen zu meiden. Waschen Sie sich oft die Hände und achten Sie darauf, dass Sie genug Schlaf bekommen.

Unterstützen Sie Ihr Immunsystem, das jetzt schließlich für zwei Personen arbeiten muss: Verschaffen Sie sich ausreichend Bewegung (Ihr Arzt erklärt Ihnen, welcher Sport in der Schwangerschaft geeignet ist) und vermeiden Sie Stress. In der Kombination mit einer vielfältigen und ausgewogenen Ernährung mit allen wichtigen Vitaminen und Nährstoffen tun Sie so alles, was in Ihrer Macht steht, um gesund zu bleiben.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Sascha Müller
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