Rasurbrand vermeiden: Tipps zum Rasieren ohne Pickel
© vfhnb12/fotolia.com
(2)

Rasurbrand vermeiden: Tipps zum Rasieren ohne Pickel

Brennende Haut und juckende Pusteln nach der Rasur sind unschön und schmerzhaft. Wie das Rasieren auch ohne Pickel klappt, welche SOS-Maßnahmen Linderung versprechen und wann der Rasurbrand ein Fall für den Hautarzt wird, erfahren Sie hier.

Ursachen für Pickel und Rasurbrand

Umgangssprachlich werden gern alle unangenehmen Begleiterscheinungen des Rasierens als Rasurbrand bezeichnet. Grundsätzlich treten bei empfindlicher und rasurgeplagter Haut aber zwei verschiedene Phänomene auf:

  • Rasurbrand: Die Haut ist gerötet, juckt und brennt. Grund sind winzige Verletzungen an der Hautoberfläche, die sich entzünden können – zum Beispiel, weil Schmutz eindringt.
  • Rasierpickel: Diese Pickel treten nicht direkt nach dem Rasieren auf, sondern ein wenig später – nämlich, sobald das Haar nachwächst und von innen gegen die Haut drückt, aber nicht durchkommt.

Beide Phänomene können sich durch kleine, entzündete Pusteln zeigen, parallel auftreten und mehrere Tage andauern.

Rasurbrand und Rasierpickel entstehen am häufigsten hier:

  • Intimbereich
  • Bikinizone
  • Achseln
  • Hals und Gesicht

Der Grund: Dicke Haare und eine krumme Wuchsrichtung (Locken) begünstigen das Einwachsen unter der Haut. Menschen mit dunklem Haut- und Haartyp leiden bedingt durch die Haarstruktur tendenziell stärker unter diesem Problem als hellhäutige Typen mit feinem Haar.

Rasurbrand am Hals ist für viele Männer Alltag. Ob das Rasieren auch ohne Pickel klappt, hängt von der Technik, aber auch vom Hauttyp ab.
© kinderkz/fotolia.com

Rasurbrand am Hals ist für viele Männer Alltag. Ob das Rasieren auch ohne Pickel klappt, hängt von der Technik, aber auch vom Hauttyp ab.

Gute Vorbereitung vermeidet Hautprobleme

Die Neigung zu Rasurbrand und Rasierpickeln ist ein Stück weit eine Frage der genetischen Veranlagung. Eine gute Vorbereitung auf die Rasur hilft aber dabei, die Prozedur ohne Pickel und Brennen zu überstehen:

  • Regelmäßiges Peeling: Peeling macht die Haut weich und entfernt Hornschichten, an denen die Klinge hängen bleiben kann. Das sorgt für ein glatteres Rasierergebnis und weniger Entzündungen.
  • Haut einweichen: Nach einer langen Dusche oder einem Wannenbad ist die Haut weich und die Poren sind geöffnet. Die Gefahr, sich an der Klinge zu verletzen, ist dann gering
  • Saubere, scharfe Klinge: Müssen Sie jeden Zug zwei- bis dreimal machen, reizen Sie Ihre Haut auch doppelt und dreifach. Verwenden Sie deshalb niemals stumpfe Klingen.
  • Frisches Handtuch: Handtücher können echte Keimbrutstätten sein. Nutzen Sie ein sauberes Tuch, um nicht unnötig viele Bakterien auf die offenen Hautstellen zu bringen.

Die richtige Technik fürs Rasieren ohne Pickel

Wenn Sie diese Tipps beherzigen, stehen die Chancen gut, dass Sie ohne Pickel davonkommen:

  • Mit der Wuchsrichtung rasieren: Dabei ist die Gefahr, in die Haut zu schneiden, geringer. Das ist allerdings nicht immer möglich, denn unter den Achseln wachsen die Haare in verschiedene Richtungen und im Intimbereich sind nicht alle Stellen aus allen Richtungen gut zu erreichen.
  • Trocken rasieren: Das Ergebnis ist nicht ganz so glatt, dafür wird die Haut weniger strapaziert.
  • Nassrasur nur mit Rasierschaum: Wasser allein reicht als Gleitfilm nicht aus. Schäumen Sie die Haut großzügig ein und lassen den Schaum einen Moment einwirken.

Pflege danach schützt die Haut

Viele After-Shave-Produkte bestehen hauptsächlich aus Alkohol und Parfum. Das riecht zwar gut, brennt aber fürchterlich und reizt die Haut zusätzlich. Die Alternative: Sensitiv-Produkte ohne Alkohol und Duftstoffe. 

Neigen Sie zu Hautentzündungen und wollen deshalb nicht auf den desinfizierenden Effekt des Alkohols verzichten? Nutzen Sie stattdessen ein Schleimhautdesinfektionsmittel aus der Apotheke. Das brennt nicht, tötet aber mögliche Infektionserreger.

Speziell im Intimbereich und an den Beinen kann die richtige Kleidung helfen, Rasurbrand und Pickel nach dem Rasieren zu verhindern: Lockere, weiche und atmungsaktive Stoffe – zum Beispiel Baumwolle, Leinen oder Seide – sind gut geeignet; Polyester und Mikrofaser eher nicht.

Gönnen Sie Ihrer Haut nach der Rasur sanfte Pflege. Für raffinierten Duft können Sie später noch sorgen. 
© Yakobchuk Olena/fotolia.com

Gönnen Sie Ihrer Haut nach der Rasur sanfte Pflege. Für raffinierten Duft können Sie später noch sorgen. 

Rasurbrand behandeln: Erste Hilfe und Hausmittel

Brennt die Haut nach dem Rasieren, helfen folgende Tipps:

  • Rasierpause: Lassen Sie den Rasurbrand und die Pickel abheilen, bevor Sie wieder zur Klinge greifen.
  • Kühlen: Eiswürfel oder sehr kaltes Wasser lindern das brennende Gefühl. Dabei schließen sich auch die Poren, so dass nicht noch mehr Schmutz eindringen und die Entzündung verschlimmern kann.
  • Pflegen: Cremen Sie sich ein und ersparen Sie Ihrer Haut Stress, wie zum Beispiel Make-up, Schweiß oder Parfum.

Bei der Heilung unterstützen können auch folgende Produkte:

  • Zinksalbe aus der Apotheke
  • Rasurbrandcreme aus der Drogerie
  • talkumfreies, zinkhaltiges Babypuder aus der Drogerie

Bedenken Sie dabei aber, dass unterschiedliche Hauttypen unterschiedlich reagieren können – Babypuder zum Beispiel trocknet die Haut aus, Zinksalbe hingegen ist oft sehr fettig.

Kühl, klar, sauber – die Regeln für eine hautfreundliche Rasur sind gar nicht so kompliziert.
© georgerudy/fotolia.com

Kühl, klar, sauber – die Regeln für eine hautfreundliche Rasur sind gar nicht so kompliziert.

Schlimmer Rasurbrand ist ein Fall für den Hautarzt

Haben Sie keine Scheu, wegen ein paar Rasierpickeln medizinische Hilfe zu suchen. Die Phänomene haben sogar einen Namen: Pseudofolliculitis barbae (PFB) und Folliculitis barbae – beide zeigen sich durch entzündete Pusteln an der Haarwurzel. Unbehandelt können große, schmerzhafte Infektionen daraus werden.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Wie finden Sie diesen Artikel?