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Endometriose: Ursache der schmerzhaften Frauenkrankheit
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Endometriose: Ursache der schmerzhaften Frauenkrankheit

Ursache der Endometriose-Schmerzen sind gutartige Zysten und Tumoren aus gebärmutterähnlichen Schleimhautzellen im Unterleib. Doch warum siedeln sich die Zellen außerhalb der Gebärmutter im Bauchraum an? Experten vermuten die Endometriose-Ursache vor allem in der retrograden Menstruation.

Endometriose: Ursache der Frauenkrankheit

Die Ursache für die Bildung der gutartigen Gebärmutterschleimhautwucherungen außerhalb der Gebärmutter ist nicht eindeutig geklärt. Es gibt verschiedene Theorien dazu, wie das gebärmutterähnliche Gewebe in die Bauchhöhle, zu den Eileitern, an Blase und Darm sowie zu anderen Organen gelangt.

Endometriose-Ursache: Implantationstheorie

Die von Experten am häufigsten vermutete Ursache der Endometriose ist die retrograde Menstruation. Hierbei fließen Menstruationsblut und Gebärmutterschleimhautzellen nicht nur über die Scheide nach außen, sondern gelangen auch über die Eileiter in den Bauchraum. Zurückzuführen ist das beispielsweise auf eine fehlerhafte Gebärmutterkontraktion während der Periode. Gelangen lebensfähige Gebärmutterschleimhautnester über das Menstruationsblut zu anderen Stellen des Körpers, können sie sich dort einnisten (implantieren). Mediziner sprechen daher auch von Implantationstheorie oder Transplantationstheorie.

Bei 76 bis 90 Prozent der Frauen mit durchgängigen Eileitern (Tuben) kommt es während der Menstruation zum retrograden Austritt von Menstruationsblut. Untersuchungen haben außerdem gezeigt, dass Frauen mit starker Monatsblutung ein erhöhtes Risiko für Endometriose haben. Dies könnte die Transplantationstheorie untermauern.

Endometriose-Ursache: Coelom-Metaplasie-Theorie

Ebenfalls diskutiert wird die sogenannte Coelom-Metaplasie-Theorie. Die Metaplasie-Theorie basiert auf der Idee, dass sich während der Entwicklung des weiblichen Embryos im Mutterleib bestimmte Zellen aus dem Ursprungsgewebe für die Gebärmutterschleimhautzellen (embryonale Bauchhöhlenzellen/ Coelomzellen) bilden. Diese siedeln sich dann außerhalb der Gebärmutter an und werden zu Schleimhautzellen. Als Auslöser der Metaplasie werden entzündliche und hormonelle Stimuli vermutet. Für diese Theorie spricht, dass Männer ebenso an Endometriose erkranken können wie auch Frauen, die ohne Gebärmutter auf die Welt gekommen sind.

Weitere Theorien zu Endometriose-Ursachen basieren auf immunologischen beziehungsweise entzündlichen Reaktionen sowie auf genetischen Einflussgrößen, hormonellen Veränderungen sowie Fehlfunktionen des vegetativen Nervensystems.

Die drei Formen der Endometriose

Medizinisch werden die Erscheinungsformen der Endometriose danach eingeteilt, wo sich die gebärmutterschleimhautähnlichen Zellen ansiedeln. Im Wesentlichen lassen sich drei verschiedene Formen der gutartigen Wucherungen im Bauchraum feststellen:

  1. Endometriosis genitalis externa: Die überschüssige Gebärmutterschleimhaut befindet sich beispielsweise auf der Gebärmutter, den Eierstöcken, dem Bauchfell, in den Eileitern, an der Scheide oder den Schamlippen.
  2. Endometriosis genitalis interna: Die Wucherungen befinden sich innerhalb der Gebärmutterwand, der Eierstöcke und der Gebärmuttermuskulatur.
  3. Endometriosis extragenitalis: Die Gebärmutterschleimhaut hat sich auf Organe wie Blase, Darm, Lunge, Leber, Bauchwand oder Zwerchfell ausgebreitet.

Endometriose vorbeugen – geht das?

Vorbeugen lässt sich Endometriose nicht. Auch heilbar ist Endometriose nicht. Die gutartige Erkrankung ist chronisch. Das heißt, die betroffenen Frauen haben ein Leben lang mit den Wucherungen und den damit verbundenen Beschwerden zu kämpfen. Nur selten bilden sich die Endometrioseherde spontan zurück.

Eine spezielle Ernährung bei Endometriose sowie die Behandlung mit Medikamenten oder eine Endometriose-OP können den Betroffenen helfen, die Endometriose-Symptome zu lindern. Eine 100-prozentige Garantie für Erfolg gibt es nicht. Mit Beginn der Wechseljahre und der nachlassenden Östrogenproduktion nehmen die Beschwerden meist ab.

Quellen:

Gesundheitsinformation.de

Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V.

Stiftung Endometriose Forschung

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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