Die Folgen des Rauchens machen sich häufig erst sehr spät bemerkbar.
Endlich rauchfrei: So greifen Sie nicht mehr zur Zigarette •

Warum Sie mit dem Rauchen aufhören sollten: So schaden Zigaretten Ihrem Körper

Rauchen ist ungesund und verkürzt das Leben - auch Raucher wissen das, unternehmen jedoch oft lange nichts dagegen. Besonders tückisch ist, dass sich die Folgen des Rauchens oft erst sehr spät bemerkbar machen. Trotzdem gilt: Um mit dem Rauchen aufzuhören, ist es nie zu spät. Unmittelbar nach der letzten Zigarette beginnt der Körper, sich von den schädlichen Substanzen im Tabak zu erholen. 

Tabakrauch ist ein starkes Gift

Der Rauch einer Zigarette enthält rund 4.800 chemische Substanzen. 250 von ihnen sind giftig, 90 dieser Stoffe sind direkt krebserregend. Auch viele scheinbar harmlose Zusatzstoffe, die das Aroma des Tabakrauchs verbessern sollen, werden durch den Verbrennungsprozess in gesundheitsschädliche Substanzen umgewandelt. Zudem beeinflussen sich die Inhaltsstoffe des Tabakrauchs in ihrer Wirkung gegenseitig. Hierdurch verstärken sich oft ihre negativen Effekte auf den Körper. Einen Grenzwert für "unschädliches" Rauchen gibt es übrigens nicht. Ärzte und Wissenschaftler wissen heute, dass schon wenige Zigaretten täglich das Risiko für Krebs und andere Erkrankungen deutlich steigern. 

Wie Rauchen Ihrem Körper schadet

Rauchen schädigt den Körper in vielen Dimensionen. Einige Auswirkungen des Rauchens machen sich recht schnell bemerkbar, andere werden erst nach Jahren oder sogar Jahrzehnten spürbar. Schädliche Folgen des Rauchens sind zum Beispiel: 

Permanente Nikotinvergiftung

Nikotin ist ein starkes Nervengift. Beim Rauchen einer Zigarette erreicht es schon nach wenigen Sekunden bestimmte Rezeptoren im Gehirn. Raucher nehmen seine Wirkung als stimulierend oder beruhigend wahr. Tatsächlich handelt es sich dabei jedoch um leichte Vergiftungssymptome. Durch die Wirkung des Nikotins steigen außerdem der Blutdruck und die Herzfrequenz. Hautwiderstand und Hauttemperatur verringern sich, so dass Raucher beispielsweise leichter frieren. 

Beschleunigte Alterungsprozesse

Die Schadstoffe im Tabakrauch beschleunigen den Alterungsprozess des Körpers. Sie schädigen das Immunsystem und die Regeneration der Zellen. Vor allem starke Raucher haben schlecht durchblutete, schlaffe Haut und wirken hierdurch um Jahre älter. Allerdings handelt es sich dabei nicht nur um ein ästhetisches Problem. Die Lebenserwartung von Rauchern ist im Vergleich zu Nichtrauchern im Durchschnitt deutlich kürzer. 

Gefäßschädigungen und Herz-Kreislauferkrankungen

Das Nikotin und andere Tabakinhaltsstoffe schädigen Herz und Kreislauf. Rauchen fördert die Verkalkung der Gefäße, treibt den Blutdruck in die Höhe und senkt den Sauerstoffgehalt im Blut. Bei Rauchern verdoppelt sich das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Ebenso können durch jahrelanges Rauchen schwere Durchblutungsstörungen entstehen. 

Diabetes Typ 2

Inzwischen ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Raucher im Vergleich zu Nichtrauchern ein doppelt so hohes Risiko haben, einen Diabetes Typ 2 - den sogenannten Altersdiabetes - zu entwickeln. Die Tabakinhaltsstoffe bringen den Zuckerstoffwechsel aus dem Gleichgewicht, indem sie die Empfindlichkeit der Zellen gegenüber dem Hormon Insulin verringern. 

Erkrankungen der Atemwege und der Lunge

Lungenkrebs ist eine typische Raucherkrankheit - Statistiken belegen, dass rund 90 Prozent aller Lungenkrebsfälle in Verbindung mit dem Rauchen stehen. Das Risiko für Lungenkrebs steigt mit der Zahl der Raucherjahre und der pro Tag gerauchten Zigaretten an. Besonders groß ist bei Menschen, die bereits sehr früh mit dem Rauchen angefangen haben. Unabhängig davon zieht Rauchen immer eine mehr oder weniger starke Schädigung der Atemwege. Tabakrauch wirkt sich negativ auf die Selbstreinigung der Bronchien aus und fördert damit Entzündungen der Atemwege. Auf lange Sicht kann sich hieraus eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) entwickeln. Dabei verengen sich die Atemwege, was zu einer Überblähung der Lungenbläschen, einer dauerhaft gestörten Atmung und auch zu einer starken Belastung des Herzens führt. 

Rauchen  erhöht Risiko für eine Krebserkrankung

Durch das Rauchen erhöht sich nicht nur das Risiko für Lungenkrebs, sondern auch für zahlreiche andere Krebserkrankungen. Ein entsprechender Zusammenhang wurde beispielsweise für Krebs im Mund- und Rachenraum sowie Speiseröhrenkrebs, aber auch für viele Krebsarten der inneren Organe nachgewiesen. 

Gefahren für das ungeborene Baby

Rauchen in der Schwangerschaft ist nicht nur für die Mutter, sondern auch für das ungeborene Leben schädlich. Nikotin und andere Tabakinhaltsstoffe überwinden die Plazentaschranke und gehen somit in den Blutkreislauf des Babys über. Daraus resultiert eine Unterversorgung des Kindes. Zudem steigt bei Raucherinnen das Risiko für Früh- und Fehlgeburten sowie für Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen des Babys. 

Libido und Fruchtbarkeit nehmen ab

Viele starke Raucher - Frauen ebenso wie Männer - bemerken irgendwann, dass ihre Libido zurückgegangen ist. Bei Männern kommt es im Vergleich zu Nichtrauchern häufiger zu Erektionsstörungen, da durch das Rauchen die Durchblutung der feinen Kapillargefäße vermindert ist. Paare mit Kinderwunsch müssen damit rechnen, dass es durch den Tabakkonsum zumindest länger dauert, bis dieser sich erfüllt - Rauchen hat bei beiden Geschlechtern negative Folgen für die Fruchtbarkeit. Raucherinnen können außerdem früher in die Wechseljahre kommen. 

Nach dem Rauchstopp: Der Körper regeneriert sich selbst

Die gute Nachricht: Auch wenn Sie bereits seit Langem rauchen, erholt sich Ihr Körper nach der letzten Zigarette gut und schnell. Der Blutdruck erreicht bereits nach 20 Minuten wieder seinen normalen Wert, die Sauerstoffversorgung normalisiert sich innerhalb weniger Stunden. Nach wenigen Tagen funktionieren auch Ihr Geruchs- und Geschmackssinn spürbar besser. Eine Verbesserung der Atmung und Ihrer allgemeinen Kondition setzen nach etwa zwei Wochen ein, jedoch brauchen Ihre Atemwege rund neun Monate, um sich nachhaltig zu regenerieren. 

Ein Rauchstopp ist somit eine Entscheidung, mit der Sie sich und Ihrem Körper etwas wirklich Gutes tun. Wichtig ist vor allem, dass Sie dafür motiviert sind, sie in die Praxis umzusetzen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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