Dampfen statt Rauchen – rund zwei Millionen Deutsche greifen bereits zur elektronischen Raucheralternative. Doch sind nicht auch E-Zigaretten schädlich? Hier finden Sie Vor- und Nachteile der trendigen Glimmstängel.
Endlich rauchfrei: So greifen Sie nicht mehr zur Zigarette •

Sind E-Zigaretten schädlich? So wirkt sich die Rauchalternative auf Ihre Gesundheit aus

Dampfen statt Rauchen – rund zwei Millionen Deutsche greifen bereits zur elektronischen Raucheralternative. Doch sind nicht auch E-Zigaretten schädlich? Hier finden Sie Vor- und Nachteile der trendigen Glimmstängel.

E-Zigaretten: Eine rauchfreie Alternative

Ob E-Zigaretten schädlich sind, versuchen Wissenschaftler zu ergründen, seitdem die elektronischen Glimmstängel ab 2006 die internationalen Märkte eroberten. Schließlich soll das “Dampfen” eine gesündere Alternative zum Rauchen darstellen. Begründet wird dieser Anspruch vor allem damit, dass bei der E-Zigarette kein Tabak verbrannt wird. Raucher von herkömmlichen Zigaretten nehmen mehr als 4000 verschiedene Chemikalien auf, 90 davon gelten als krebserregend. Bei der E-Zigarette dagegen verdampft eine Flüssigkeit, die der Konsument dann inhaliert.

Die meisten Flüssigkeiten, die in die E-Zigaretten gefüllt werden, enthalten Nikotin. Das bekämpft den typischen “Schmachter” des Rauchers und macht die E-Zigarette zur beliebten Alternative. Zumal es sie schon in fast 8000 Geschmacksrichtungen gibt, von Tiramisu über Buttermilch bis Knoblauch und Grillhähnchen ist alles im Angebot. Rund zwei Millionen Deutsche greifen bereits regelmäßig zum dampfenden Zigarettenersatz. Sie ersparen sich damit gelbe Finger sowie den typischen Raucherhusten und verbreiten keinen Tabakrauch. Aber bedeutet das gleichzeitig, dass das Dampfen folgenlos bleibt? Oder ist nicht auch die E-Zigarette schädlich?

Gefahrenquelle Propylenglykol

Das Problem bei der Frage, ob E-Zigaretten schädlich sind, ist ihr junges Alter. Während die Wissenschaft die Auswirkungen des Tabakkonsums schon seit Jahrzehnten erforscht, liegen zum Dampfen erst wenige Daten vor. Welche Folgen der Konsum langfristig haben kann, ist also noch nicht gesichert. Doch die Inhaltsstoffe geben einen ersten Aufschluss darüber, ob E-Zigaretten schädlich sein können.

Hauptbestandteil der meisten elektronischen Glimmstängel ist Propylenglykol. Dieser Stoff sorgt auch bei den Nebelmaschinen auf Konzertbühnen oder in der Disco für Dampf. Genauso wird Propylenglykol in Kosmetika und Medikamenten eingesetzt, dort dient es als Konservierungsmittel. Doch Propylenglykol ist nicht zum Einatmen geeignet, denn es reizt die Atemwege. Hersteller des Verdampfungsmittels weisen in ihren Produktblättern ausdrücklich darauf hin und empfehlen beim Einatmen eine ausreichende Frischluftzufuhr. In einer Studie hat die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie (Lungenheilkunde) E-Zigaretten explizit als schädlich für die Atemwege benannt und dafür hauptsächlich Propylenglykol verantwortlich gemacht.

Viele Inhaltsstoffe machen E-Zigaretten schädlich

Neben dem Propylenglykol kommen noch viele weitere Inhaltsstoffe infrage, die E-Zigaretten schädlich machen können. Zum Beispiel das Nikotin. Es entfaltet in der elektronischen Variante ebenso sein Suchtpotenzial wie in der klassischen Zigarette. Darüber hinaus ist es in hohen Dosen ein gefährliches Nervengift.

Eine weitere Gefahr lauert in den Aroma- und Geschmacksstoffen. Da man die Kartuschen selbst befüllen kann, sind der Phantasie der Verbraucher und Hersteller keine Grenzen gesetzt. So fanden zum Beispiel Mitarbeiter der US-Gesundheitsbehörde in mehreren E-Zigaretten Nitrosamine, die Krebs auslösen können. Auch Giftstoffe wie Diethylenglykol und Formaldehyd sind in manchen Varianten enthalten. Zudem ist noch nicht erforscht, ob beim Verdampfen der Aromastoffe toxische Chemikalien entstehen können. Außerdem können ätherische Öle und Aromen Allergien auslösen.

Passivrauchen bei E-Zigaretten?

Einer der entscheidenden Gründe für ein Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden und auf vielen Plätzen waren die Gefahren für die umstehenden Nichtraucher. Nach jedem Zug bläst der Tabakraucher Schadstoffe in die Luft, die sich an Vorhängen, Möbeln, aber auch in den Lungen von anderen absetzen können. Die Umstehenden werden zu “Passivrauchern”. Bei E-Zigaretten scheint diese Gefahr geringer. Das liegt vor allem daran, dass die Stoffe aus dem Dampf der E-Zigarette mit der Zeit gasförmig werden und sich auflösen oder verfliegen. Doch völlige Entwarnung heißt das nicht. Denn niemand weiß, was sich die Konsumenten in den nachfüllbaren Kartuschen zusammenmischen – und wie viele dieser Stoffe über den Dampf abgegeben werden und wie sie mit der Umgebung reagieren.

So sind E-Zigaretten nach dem Stand der Forschung sicherlich weniger schädlich für den Konsumenten als die klassische Tabak-Zigarette. Von einer “gesunden Alternative”, die manche Hersteller anpreisen, kann allerdings keine Rede sein.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Sascha Müller
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