Wer mit dem Rauchen aufhören will, tut sich und seinem Körper einen großen Gefallen. Folgenlos bleibt der Nikotinentzug aber meist nicht. Wissenswertes zu den gängigsten Entzugserscheinungen lesen Sie hier.
Endlich rauchfrei: So greifen Sie nicht mehr zur Zigarette •

Rauchstopp: Typische Symptome beim Nikotinentzug

Wer mit dem Rauchen aufhören will, tut sich und seinem Körper einen großen Gefallen. Folgenlos bleibt der Nikotinentzug aber meist nicht. Wissenswertes zu den gängigsten Entzugserscheinungen lesen Sie hier.

Positive Folgen, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören

Schon in den ersten 24 Stunden nach der letzten Zigarette passiert viel Gutes im Körper:

  • Puls und Blutdruck sinken
  • Sauerstoffsättigung im Blut steigt
  • Herzinfarktrisiko sinkt ein bisschen

In den nächsten Wochen beginnen die Nervenzellen mit der Regeneration und Sie fühlen sich immer fitter, denn:

  • Geruchs- und Geschmackssinn werden deutlich besser
  • Atemprobleme werden weniger
  • Lunge beginnt mit der Reinigung
  • Kreislauf stabilisiert sich
  • Wundheilung und allgemeines Hautbild verbessern sich

Ein Jahr nach dem Rauchstopp ist Ihr Risiko eine Koronare Herzkrankheit zu bekommen nur noch halb so hoch wie zu Raucherzeiten. Nach fünf Jahren hat sich das Risiko für Krebs in den Atemwegen halbiert. Auch in den Jahren danach sinkt Ihr Risiko für Herz- und Atemwegserkrankungen immer weiter, wenn Sie rauchfrei bleiben.

Nikotinentzugserscheinungen auf einem Blick

Der Nikotinentzug bringt auf lange Sicht nur Vorteile, ist zunächst aber durchaus anstrengend, denn ganz ohne Entzugserscheinungen verläuft die Entgiftung bei den wenigsten. Die klassischen Begleiterscheinungen des Rauchstopps sind:

  • Gereiztheit bis hin zu Aggressivität
  • Launenhaftigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Schwitzen
  • Zittern
  • Konzentrationsstörungen
  • Unaufmerksamkeit
  • Gesteigerter Appetit
  • Gewichtszunahme

Zeitlicher Verlauf der Entzugserscheinungen

Menschen, die mit dem Rauchen aufhören möchten, müssen sich darauf gefasst machen, dass ihr Körper schon bald auf den Nikotinentzug reagiert. Meist treten schon wenige Stunden nach dem Rauchen der letzten Zigarette die ersten Entzugserscheinungen auf. Nach etwa zwei Tagen erreichen die Beschwerden ihren Höhepunkt und lassen üblicherweise nach sechs bis zehn Tagen wieder nach.

Ein Nikotinentzug verläuft aber individuell verschieden. Manche Menschen stehen ihn leichter durch und andere hadern stärker mit den Auswirkungen des Rauchstopps.

Depressionen nach Rauchstopp

Der Grund für die depressiven Verstimmungen nach dem Rauchstopp ist vor allem das fehlende Dopamin. Dieses sogenannte Glückshormon schüttet unser Körper zum Beispiel beim Essen, Trinken oder beim Sex aus – oder eben beim Konsum von Nikotin.

Um die vermehrte Dopamin-Ausschüttung in den Griff zu bekommen, verringert das Gehirn die Zahl der Dopamin-Rezeptoren. Der Effekt pro Zigarette lässt deshalb nach, der Konsum des Rauchers steigt, es werden noch mehr Rezeptoren abgebaut. Ein Teufelskreis.

Aufgrund der verringerten Anzahl von Rezeptoren, erzielen auch natürliche Freuden wie Essen oder Sex weniger Wirkung. Fehlt nach dem Rauchstopp das Nikotin, fühlen sich die Ex-Raucher deshalb durch ihren gestörten Dopamin-Haushalt zunächst aller Freuden beraubt.

Stimmungsschwankungen während der Rauchentwöhnung

Erschwerend kommt hinzu, dass das Gehirn eines Rauchers auch die Hormone Adrenalin und Serotonin vermehrt produziert. Beim Nikotinentzug entsteht in der Folge ein Mangel an diesen Botenstoffen, sodass das gewohnte Belohnungsgefühl ausbleibt.

Der gestörte Botenstoffwechsel des Gehirns verursacht etwa folgende Symptome:

  • Aggressivität
  • Schlechte und gereizte Stimmung
  • Launenhaftigkeit
  • Konzentrationsstörungen
Rauchstopp: Typische Symptome beim Nikotinentzug

Die psychischen Auswirkungen des Rauchstopps sind zunächst anstrengend, doch die gute Nachricht ist: Die biochemischen Prozesse im Körper normalisieren sich mit der Zeit wieder.

Gründe für die mögliche Gewichtszunahme

Nikotin sorgt dafür, dass der Körper Kohlenhydrate und Fette schneller verarbeitet; der Kalorienverbrauch ist bei Rauchern höher als bei Nichtrauchern. Essen Betroffene nach dem Nikotinentzug immer noch genauso viel wie vorher, obwohl sie weniger verbrauchen, nehmen sie schleichend zu.

Die fehlenden Zigaretten werden häufig mit Essen kompensiert; nicht selten mit zucker- und fettreichen Snacks, da diese das Belohnungszentrum schneller aktivieren und so die Entzugserscheinungen erträglicher machen. Das beschleunigt die Gewichtszunahme.

Wer den Nikotinentzug mit Sport und einer gesunden Ernährung kombiniert und auf seinen verringerten Kalorienbedarf eingeht, kann jedoch den Kampf gegen die Zigaretten ohne zusätzliches Hüftgold überstehen.

Rückfälle: Die Macht der Gewohnheit

Wer mit dem Rauchen aufhören will, erlebt oft Rückfälle, da er zwar die körperliche Abhängigkeit überwinden kann, das psychische Verlangen aber bestehen bleibt.  Die Lust auf eine Zigarette kann noch Monate später aufkommen – vor allem, wenn sich ein Ex-Raucher in Situationen befindet, in denen er früher regelmäßig zur Zigarette gegriffen hat. Besonders häufig geschieht dies bei starkem Stress oder bei geselligen Ereignissen, gerade wenn auch andere Raucher zugegen sind.

Um trotz der Versuchung rauchfrei zu bleiben, können Sie Unterstützung bei Ihrem Hausarzt suchen, sich psychologisch beraten lassen oder es mit Hypnose probieren.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Christopher Kiel
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