Eine leichte Nikotin-Intoxikation kann auftreten, wenn über mehrere Stunden deutlich mehr geraucht wird als üblich.
Nikotinvergiftung •

Das sind die Symptome einer Nikotinvergiftung

Menschen, die das erste Mal eine Zigarette rauchen, erfahren sehr schnell die zügige Wirkung von Nikotin. Binnen 10 bis 20 Sekunden gelangt das Nikotin ins Gehirn, wo es die Dopamin-Produktion anregt und ein wohliges Gefühl hervorruft, das gegebenenfalls mit einem leichten Schwindel einhergeht. Bereits diese Reaktionsweise des Körpers zeigt die hohe Wirkungskraft von Nikotin auf den Körper. Je nach Schwere der Nikotinvergiftung entwickeln sich unterschiedliche Symptome, die unbehandelt bis zum Tod führen können.

Symptome einer leichten Nikotinvergiftung

Eine leichte Nikotin-Intoxikation kann auftreten, wenn beispielsweise in geselliger Runde und unter Alkoholeinfluss über mehrere Stunden deutlich mehr geraucht wird als üblich. Durch den hohen Nikotingehalt erhöht sich der Speichelfluss, es treten Übelkeit und Erbrechen oder Zittern und Kopfschmerzen auf. Das Herz-Kreislauf-System wird durch die übermäßige Stimulation irritiert, was zu Schwindel und Kreislaufproblemen führen kann. Das Atmen fällt den Betroffenen ebenfalls meist schwerer als gewohnt und wird erst durch eine längere Nikotinabstinenz sowie viel Frischluftzufuhr langsam wieder besser, wenn das Nikotin im Körper abgebaut wird. 

Schwere Nikotinvergiftung

Bei einer schweren Nikotinvergiftung verstärken sich die Symptome der leichten Vergiftung und ergänzen sich mit kaltem Schweiß, einem schnellen und flachen Puls, Herzrhythmusstörungen und/oder intensiven Kreislaufproblemen, die bis hin zu einem Kreislaufzusammenbruch führen können. Sie entsteht nur selten durch das Rauchen, sondern eher über den übermäßigen oder unsachgemäßen Gebrauch von nikotinhaltigen Substanzen. Bei einem Bewusstseinsverlust sind Atem- und Herzlähmungen zu befürchten, weshalb schon bei einem Verdacht auf eine Nikotinvergiftung unbedingt der Gift-Notdienst oder der Notarzt kontaktiert werden sollte.

Die chronische Nikotinvergiftung

Die chronische Nikotin-Intoxikation entsteht schleichend über einen längeren Zeitraum hinweg. Die hierbei entstehenden Schäden sind meist irreparabel, was bedeutet, dass sie sich ab einem gewissen Stadium der Chronifizierung auch bei folgender Nikotinabstinenz nicht mehr zurückbilden können. 

Zu den Symptomen der chronischen Nikotinvergiftung zählen unter anderem


- Durchblutungsstörungen sowie Verengungen von Herzkranzgefäßen, 


- eine erhöhte Neigung zu Thrombose, 


- verminderte Durchblutung im Gehirn (erhöhte Gefahr für einen Schlaganfall), 


- Ablagerungen in der Lunge (häufige akute, später chronische Bronchitis, ohne frühzeitige Behandlung Entwicklung einer COPD, Lungenemphysem oder Lungenkarzinom), 


- Schäden in den Entgiftungsorganen (Leber und Nieren), 


- Entzündungen im Magen-Darm-Trakt oder Magen-Darm-Geschwüre sowie 


- Erektionsstörungen (bei Männern) und Libidoverlust (bei Männern und Frauen). 

Schnelle Behandlung gegen nachhaltige Schäden wichtig 

Je nach Schwere der Vergiftung ist die zeitnahe Behandlung unabdingbar, um nachhaltige Schäden zu vermeiden. Bereits ein Milligramm je Kilogramm Körpergewicht kann eine Vergiftung hervorrufen, die zum Tode führt. Zudem gilt Nikotin als Stoff, der Krebserkrankungen fördern oder auslösen kann.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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