Endlich mit dem Rauchen aufhören: Bei diesem Vorsatz können Medikamente helfen. Erfahren Sie hier, welche Möglichkeiten es gibt.
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Mit Rauchen aufhören: Medikamente zur Nikotinentwöhnung?

Endlich mit dem Rauchen aufhören: Bei diesem Vorsatz können Medikamente helfen. Erfahren Sie hier, welche Möglichkeiten es gibt.

Mit Rauchen aufhören: Was hilft?

Als medikamentöse Unterstützung gegen das Rauchen gelten vor allem zwei große Gruppen: einerseits die Medikamente, die Entzugserscheinungen abmildern sollen. Umgangssprachlich nennt man sie “Anti-Raucher-Pillen”. Andererseits können Sie eine sogenannte Nikotinersatztherapie machen, also durch Anwendung zum Beispiel von Nikotinpflastern den Körper langsam vom Nikotin entwöhnen.

Die Anti-Raucher-Pillen

In Deutschland gibt es zwei zugelassene Medikamente zur Unterstützung beim Rauchstopp: Vareniclin und Bupropion. Vareniclin wurde speziell für den Nikotinentzug entwickelt. Durch die Einnahme treten weniger Entzugserscheinungen auf. So haben Sie weniger Verlangen danach, doch wieder zur Zigarette zu greifen. Bupropion wurde ursprünglich als Antidepressivum entwickelt, ist nun aber auch zur Raucherentwöhnung zugelassen, da festgestellt wurde, dass auch Bupropion das Verlangen nach einer Zigarette vermindert.

Allerdings helfen Ihnen diese Medikamente nur dabei, mit dem Rauchen aufzuhören, wenn Sie begleitende Maßnahmen ergreifen, zum Beispiel einen Kurs zur Raucherentwöhnung. Dabei handelt es sich um eine Form der Gruppentherapie, die Sie darin unterstützt, die psychische Abhängigkeit von Zigaretten zu überwinden.

Die Tabletten allein können auch die gesundheitsschädlichen Folgen des Rauchens nicht mildern. Das Lungenkrebsrisiko bleibt zunächst gleich hoch. Erst im Lauf der nächsten rauchfreien Jahre regenerieren sich die Lunge und anderen Organe allmählich, sodass Ihr Erkrankungsrisiko immer weiter sinkt.

Tabletten gegen das Rauchen: Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen der Anti-Raucher-Pillen werden weiterhin untersucht. Einige unerwünschte Begleiterscheinungen nach der Einnahme von Vareniclin oder Bupropion konnten jedoch bereits festgestellt werden, zum Beispiel:

  • Übelkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Kopfschmerzen

Vereinzelt konnten Depressionen beobachtet werden, wobei aber nicht zweifelsfrei geklärt ist, ob dies durch das Medikament entstand oder ob eine Vorerkrankung vorlag. Bei Stimmungsveränderungen nach Einnahme von Vareniclin oder Bupropion oder auch, wenn Sie unsicher sind, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen und ihn befragen.

Da sowohl Vareniclin als auch Bupropion rezeptpflichtig sind, muss die Behandlung sowieso mit einem Arzt besprochen und im weiteren Verlauf vom Arzt begleitet werden.

Nikotinentzug: Patient beim Arzt

Medikamente, die Sie bei der Raucherentwöhnung unterstützen, kann Ihnen Ihr Arzt verschreiben.

Nikotinersatztherapie mit Nikotinkaugummis & Co.

Auch eine sogenannte Nikotinersatztherapie kann dabei helfen, mit dem Rauchen aufzuhören. Dabei ist der Name allerdings etwas irreführend: Nikotinkaugummis und ähnliche Produkte enthalten durchaus Nikotin, sind also kein “Ersatz” im eigentlichen Sinne. Allerdings enthalten sie weniger Nikotin als Zigaretten und geben es langsamer ab. Dadurch lindern sie die Entzugserscheinungen.

Außerdem enthalten Nikotinersatzmittel im Gegensatz zu Zigaretten neben dem Nikotin keine weiteren schädlichen Stoffe wie Teer oder Kohlenmonoxid, die den Zigarettenrauch so gefährlich machen. Eine Nikotinersatztherapie kann somit dabei helfen, mit dem Rauchen aufzuhören, am besten zusammen mit anderen Maßnahmen.

Welche Nikotinersatzmittel gibt es?

Alle Nikotinersatzmittel gibt es in unterschiedlichen Dosierungen. Hier wählen Sie, je nachdem, wie viel Sie geraucht haben, die höhere oder niedrigere Dosis. Die häufigsten Präparate sind:

  • Nikotinpflaster
  • Nikotinkaugummis
  • Nikotinlutschtabletten

Nikotinpflaster bleiben je nach Wirkdauer 16 oder 24 Stunden auf der Haut und geben in dieser Zeit Nikotin an den Körper ab. Sie werden zum Beispiel am Oberarm oder an der Hüfte getragen. Wechseln Sie das Nikotinpflaster jeden Tag, am besten morgens, und kleben Sie das neue Pflaster auf eine andere Stelle, damit sich die Haut erholen kann.

Nikotinkaugummis sind in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen erhältlich. Sie werden für etwa 30 Minuten gekaut, am besten langsam und mit Pausen, damit das Nikotin von der Mundschleimhaut aufgenommen werden kann. Ähnlich funktionieren Nikotinlutschtabletten, die man langsam auf der Zunge zergehen lässt.

Nikotinkaugummis und andere Nikotinersatzmittel

Nikotinkaugummis und andere Mittel zur Nikotinersatztherapie können die körperlichen Entzugssymptome nach dem Rauchstopp lindern.

Darüber hinaus gibt es Liquids für E-Zigaretten, die Nikotin enthalten. Dies kann im gewissen Sinn auch als Nikotinersatzmittel gelten. Allerdings gewöhnen Sie sich mit den E-Zigaretten nicht die Abläufe des Rauchens ab. Dadurch fällt es eventuell schwerer, die psychische Abhängigkeit zu bekämpfen.

Gibt es Nebenwirkungen bei der Nikotinersatztherapie?

Bei Nikotinersatzmitteln sind keine starken Nebenwirkungen zu erwarten. Es kann aber passieren, dass ein Nikotinpflaster die Haut irritiert, dann kommt es zu Rötungen und Juckreiz. Nikotinkaugummis können als Nebenwirkung durch das viele Kauen Kieferschmerzen verursachen. Nikotinlutschtabletten reizen gelegentlich die Mundschleimhaut.

Sowohl Kaugummis als auch Lutschtabletten können Magen-Darm-Probleme verursachen. Sollten Nebenwirkungen auftreten, kann es sich lohnen, ein anderes Nikotinersatzmittel auszuprobieren. Nikotinersatzmittel sind rezeptfrei in jeder Apotheke erhältlich. Lassen Sie sich von den Apothekern ausführlich zur richtigen Anwendung beraten.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Sascha Müller
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