Die geballte Pflanzenkraft gegen Rheuma
© Alliance/iStock/Thinkstock
(0)

Die geballte Pflanzenkraft gegen Rheuma

Gegen die Schmerzen und Entzündungsreaktionen, die einem das Leben mit Rheuma, bzw. rheumatoider Arthritis schwer machen, ist eine Fülle von Heilkräutern gewachsen. Von vielen weiß man, dass sie die Beschwerden tatsächlich lindern können. Es lohnt sich, die folgenden sanften Helfer aus der Natur einmal auszuprobieren.

Birkenblätter

Von der Birke, die volkstümlich auch als Besen-, Frühlings- oder Maibaum bezeichnet wird, verwendet man bei rheumatischen Beschwerden die getrockneten Laubblätter. Als Tagesmenge werden 2 bis 3 Gramm Birkenblätter empfohlen. Insgesamt sollten darin mindestens 150 bis 200 Milligramm der heilenden Inhaltsstoffe (Gesamtflavonoidgehalt) enthalten sein, damit eine Wirkung möglich ist. Das Arzneibuch (DABQualität) fordert einen Mindestgehalt von 1,5 Prozent Flavonoiden. Gut geeignet sind Frischpflanzenpresssäfte, sie enthalten bis zu 2 Prozent Flavonoide.

So bereiten Sie den Tee zu:

  • Übergießen Sie ein bis zwei Esslöffel mittelfein geschnittener Blätter mit einer Tasse kochendem Wasser.
  • Lassen Sie sie etwa 10 Minuten lang ziehen.
  • Sieben Sie die Flüssigkeit ab.
  • Trinken Sie mehrmals täglich eine Tasse des warmen Tees.

Brennnesselkraut und -blätter

Von der Brennnessel verwendet man das Kraut bzw. die Blätter, die entzündungshemmend wirken. Auszüge aus Brennnesselblättern enthalten verschiedene Varianten der sogenannten Kaffeesäurederivate, vor allem der Kaffeoyläpfelsäure. Diese Stoffe hemmen die Bildung und Freisetzung entzündungsfördernder Substanzen wie der Eikosanoide. Diese unheilvollen Substanzen, die man Zytokine nennt, dringen im Rahmen einer entzündlichen Reaktion ins Gewebe ein. Die Folge: ein schmerzhaft entzündetes Gelenk.

Die Säure aus den Brennnesselblättern hemmt nicht nur das Eindringen der entzündungsfördernden Substanzen in das Gewebe, sondern auch deren Aktivität. Als Tagesmenge werden 8 bis 12 Gramm des Krauts empfohlen. Auch Frischpflanzenpresssäfte sind gut geeignet, da sie einen hohen Gehalt an wirksamen Substanzen enthalten. Davon sollte man dreimal täglich einen Esslöffel einnehmen. Diese Heilpflanzensäfte gibt es in der Apotheke oder im Reformhaus fertig zu kaufen, ebenso Hartkapseln mit 145 oder 335 Milligramm standardisiertem Trockenextrakt.

So gehen Sie bei der Teezubereitung vor:

  • Übergießen Sie einen gehäuften Teelöffel (ca. 1 Gramm) fein geschnittene Brennnesselblätter mit einer Tasse kochendem Wasser.
  • Lassen Sie die Mischung 20 Minuten ziehen.
  • Sieben Sie die Flüssigkeit ab.
  • Trinken Sie mehrmals täglich eine Tasse des heißen Tees.

Achtung: Da Brennnesselkraut harntreibend wirkt und es dadurch zu einem Kaliumverlust kommen kann, sollten Sie die Brennnesselkur höchstens 3 Wochen durchführen. Während dieses Anwendungszeitraums sollten Sie 2 Liter Flüssigkeit über den Tag verteilt trinken. Eine Kombination mit anderen Heilkräutern wie Birkenblättern, Schachtelhalmkraut und Wacholderbeeren ist sinnvoll, ebenso mit anderen durchblutungsfördernden Heilkräutern wie Kampfer oder Arnikablüten.

Weidenrinde

Auch Weidenrinde enthält die Vorstufe der Salizylsäure, das Salizin. Dabei handelt es sich um eine inaktive Vorstufe der Azetylsalizylsäure, die erst im Darm und in der Leber zum eigentlichen Schmerzmittel wird; damit sind geringere Nebenwirkungen und eine bessere Magenverträglichkeit verbunden. Genau diese Salizylsäure aus Weidenrinde diente als Vorlage für die künstlich hergestellte Azetylsalizylsäure (ASS), die zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) gehört.

In Studien waren die Weidenrinden-Präparate gut verträglich und wirkten ähnlich wie die chemisch-synthetischen Arzneimittel. Zusätzlich findet man in der Weidenrinde Gerbstoffe, Pflanzensäuren und die gesundheitsfördernden Flavonoide. Der Weidenrinden-Extrakt hemmt bestimmte entzündungsfördernde Substanzen, wodurch Entzündungen und Schmerzen gelindert werden. Man verwendet am besten die möglichst im Frühjahr gesammelte, ganze oder geschnittene, getrocknete Rinde junger Zweige oder die im Erntejahr entwickelten jungen Triebe der Weidenrinde.

Im Handel finden Sie vor allem die Rinden von Salix purpurea und Salix daphnoides, die bis zu 11 Prozent Gesamtsalizin enthalten, wenn sie aus Weidenkulturen stammen. Achten Sie darauf, dass ein Kadmiumgehalt von 0,5 ppm nicht überschritten wird. Zu den Hauptwirkungen der Weidenrinden-Extrakte gehört die entzündungshemmende Wirkung. Dafür ist eine tägliche Menge von 60 bis 120 Milligramm Salizin erforderlich. Es wird auch gut aufgenommen.

Da bei einer Teezubereitung die Inhaltsstoffe nicht zu 100 Prozent in das Getränk übergehen, sind dafür etwa 8 bis 15 Gramm Weidenrinde erforderlich, die mindestens 1,5 Prozent Gesamtsalizin enthalten müssen. Am sichersten erhält man dies über Fertigarzneien wie Dragees, Tabletten oder Kapseln, die man in Apotheken oder Reformhäusern bekommt.

So bereiten Sie den Tee zu:

  • Übergießen Sie einen Teelöffel fein geschnittene Weidenrinde mit einer Tasse (250 Milliliter) kochendem Wasser.
  • Lassen Sie die Mischung 10 Minuten ziehen, sieben Sie dann die Flüssigkeit ab.
  • Trinken Sie mehrmals täglich eine Tasse des heißen Tees.
  • Sollte Ihnen der gewöhnungsbedürftige Geschmack zu unangenehm sein, können Sie auf die Fertigpräparate aus Weidenrinde gegen rheumatische Beschwerden und Muskelschmerzen ausweichen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

CK
Autor/-in
Christopher Kiel
Wie finden Sie diesen Artikel?