Die Behandlung von Hautflechten
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Die Behandlung von Hautflechten

Hautflechten sind dermatologische Erkrankungen mit verstärkter Schuppenbildung. Die meisten davon verlaufen chronisch und bedürfen ständiger Behandlung. Wir möchten Ihnen zeigen, welche schulmedizinische Therapien man üblicherweise bei Hautflechte verwendet und was es an Hausmitteln und komplementärmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten gibt.

Behandlung von Hautpilz (Dermatomykose)

Dermatomykosen werden von Hautpilzen hervorgerufen und sind vergleichsweise einfach zu bekämpfen. Die Schulmedizin verwendet dazu spezielle Pilzmittel (Antimykotika), die man als Tinktur, in Form eines Puders auf feuchte und als Salbe auf eher trockene Hautareale aufträgt.Wichtig ist, dass man diese Therapie so lange fortführt wie in der Packungsbeilage angegeben. Verschwinden die Symptome gerade erst, können immer noch Pilzsporen vorhanden sein und jederzeit für einen neuerlichen Ausbruch sorgen. Daher ist es auch wichtig, die mit den befallen Hautarealen in Kontakt gekommene Wäsche bei mindestens 60 °C zu waschen.

Vorbeugung ist die beste Behandlung

Ansonsten ist Vorbeugung die beste Behandlung. Oft reicht es, den Kontakt mit möglichen Infektionsquellen zu vermeiden und Waschlotionen zu verwenden, die den natürlichen pH-Wert der Haut nicht allzu sehr beeinträchtigen. Nach dem Duschen sollte man die Bereiche unter den Achseln, an Po und Leiste sowie zwischen den Zehen gründlich abtrocknen, um kein Feuchtbiotop zu hinterlassen.

Apfelessig, Knoblauch und ätherische Öle 

Gerne empfiehlt man zur Behandlung Apfelessig oder ätherische Öle (Patchouli, Teebaum, Zitrone und andere). Man muss beachten, dass diese die Haut reizen, sodass man sie verdünnen und kritisch im Auge behalten sollte.Knoblauch wirkt gegen Bakterien und Pilze. Wer sich nicht an seinem Aroma stört, kann eine frisch aufgeschnittene Zehe an der betroffenen Stelle verreiben. Auch Naturjoghurt hilft durch seine Milchsäurebakterien, Hautpilz zu bekämpfen.Eine homöopathische Behandlung sollte man am besten in Rücksprache mit einem erfahrenen Homöopathen durchführen. Geeignete Mittel sind Borax, Silicea und Kalium chloratum oder Kalium phosphoricum, die auch als Schüßler-Salze Nr. 4 und Nr. 5 erhältlich sind.

Behandlung bei Schuppenflechte (Psoriasis)

Harnstoff, Milchsäure und Salicylsäure

Medizinisch behandelt man Schuppenflechte mit speziellen Medikamenten, die der Arzt verschreibt und die man als Salben, Creme oder Lotion aufträgt oder in Form von Badezusätzen verwendet. Vor allem Harnstoff, aber auch Milchsäure oder Salicylsäure haben sich zum Aufweichen und Entfernen der Schuppen bewährt.

Cortison wirkt entzündungshemmend

Cortisonsalbe ist ein sehr gängiges Mittel gegen die Entzündungsreaktionen, führt aber bei Langzeitanwendung zu Gewöhnungseffekten und funktioniert dann nicht mehr. Bewährt hat sich in vielen Fällen eine Lichttherapie mit UV-Licht, das die Entzündung zurückgehen lässt. Dadurch verschwinden Juckreiz und die Schuppenbildung.

Hausmittel wie Aloe vera und Bittersalz helfen 

Ergänzende Hausmittel sind Bittersalz und Aloe vera. Ein Bad mit einigen Löffeln Bittersalz beruhigt die Haut und lässt die Entzündung zurückgehen. Gleiches gilt für Aloe, die man am besten frisch mit einem Stück der Pflanze oder als Präparat aus der Apotheke aufträgt. Ähnlich wirkt ein altes Hausmittel: zerstampfte Blätter von Weißkohl, mit denen man einen Verband an der betroffenen Stelle auflegt. Die enthaltenen Senföle helfen beim Abheilen.

Öle wirken heilsam 

Öle weichen die Hautschuppen auf. Verwenden kann man dazu eine ganze Reihe, vom Olivenöl über Jojobaöl, Arnikaöl und Schwarzkümmelöl bis zur Vitamin A-reichen Sheabutter. Auch bei Schuppenflechte sollte ein Homöopath entscheiden, welches Einzelmittel für den jeweiligen Patienten sinnvoll ist. Häufig verwendet man Berberis, Cardiospermum oder Sepia. Als Schüßler-Salze sind vor allem Nr. 1 (Calcium fluoratum) oder Nr. 2 (Calcium phosphoricum), Nr. 6 (Kalium sulfuricum) und Nr. 7 (Magnesium phosphoricum) in Gebrauch.

Behandlung von Knötchenflechte (Lichen ruber planus)

Knötchenflechte wird meist mit Cortison behandelt 

Bei der Behandlung der Knötchenflechte greift die Schulmedizin meist auf Cortison zurück. Salben oder Cremes trägt man auf und deckt sie zur Verstärkung des Effektes über Nacht mit Frischhaltefolie ab. Bei sehr großen Knötchen injiziert der Arzt das Cortison unter die Haut. In jedem Fall ist die Verwendung von Salben angebracht, die neben Cortison Salicylsäure enthalten, um das Hornmaterial aufzuweichen.

UV-Behandlung hilft bei Schuppenfelchte

Ähnlich wie bei der Schuppenflechte hilft vielen Patienten eine UV-Behandlung der Haut. Dabei trägt man vor der Bestrahlung eine Salbe mit dem Wirkstoff Psoralen auf. Diese Therapie bezeichnet man als Psoralen-UV-A-Behandlung (PUVA).

Arsenicum jodatum, Kalium arsenicosum oder Alumina

Homöopathische Einzelmittel gegen Lichen ruber sind unter anderem Arsenicum jodatum, Kalium arsenicosum oder Alumina. Darüber hinaus gibt es spezielle Komplexmittel mit mehreren homöopathischen Einzelwirkstoffen. Gerne angewendete Schüßler-Salze bei Knötchenflechte sind Nr. 1 (Calcium fluoratum) und Nr. 12 (Calcium sulfuricum), Nr. 7 (Magnesium phosphoricum) und Nr. 11 (Silicea).

Behandlung einer Schmetterlingsflechte (kutaner Lupus erythematodes)

Wie bei den anderen Hautflechten verwendet man schulmedizinisch zur Behandlung des Hautlupus entzündungshemmende Therapien, vor allem in Form von Cortison und nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Hinzu kommen Chloroquin, das man von der Malariabehandlung kennt, und bestimmte Zytostatika, die das Zellwachstum und damit die Vermehrung der weißen Blutkörperchen hemmen.

UV-Licht vermeiden 

Im Gegensatz zu anderen Hautflechten sollte man bei der Schmetterlingsflechte UV-Licht tunlichst vermeiden, da diese schon mit normaler Sonneneinstrahlung die Symptome wesentlich verschlechtert. Einen dadurch auftretenden Vitamin D-Mangel muss der Patient gegebenenfalls substituieren. Auch auf Rauchen sollte man unbedingt verzichten.

Bei Hautlupus greifen Homöopathen zu Präperaten mit organischem Material 

Für die Behandlung der Hautlupus greifen viele Homöopathen auf Komplexmittel aus mehreren Einzelmitteln zurück. Dazu gehören vor allem Nosoden, Präparate aus aufbereitetem organischem Material wie Haut oder Plazenta. Einzelmittel sind Viola tricolor, Rhus toxicodendron, Sulfur oder Staphysagria. Bei der Mittelwahl sollten Sie sich auch in diesem Falle von einem erfahrenen Therapeuten beraten lassen.

Behandlung der Röschenflechte (Pityriasis rosea)

Die Röschenflechte gehört zu den Hautflechten, bei denen in der Regel keine besondere Therapie notwendig ist. Die Hauterscheinungen verschwinden nach einer Weile von selbst, selbst wenn man sie nicht behandelt. Gegebenenfalls lässt sich der damit verbundene Juckreiz mit einer niedrig dosierten Cortisonsalbe, Heparinsalbe oder durch Antihistaminika lindern. Gegen die hinter der Erkrankung steckenden Herpesviren helfen spezielle Virostatika nur begrenzt.

Die Haut nicht weiter strapazieren

Wichtig ist vor allem, die gereizte Haut nicht noch weiter zu strapazieren, vor allem nicht durch Reiben oder Kratzen, eng anliegende Kleidung oder heißes Duschen. Ein einfaches Hausmittel ist die Aloe vera, von der man etwas von der Pflanze oder ein Präparat aus der Apotheke auftragen kann.Homöopathische Mittel gegen Röschenflechte sind Arsenicum jodatum, Berberis vulgaris, Sepia und Graphites. Kalium arsenicosum (Schüßler-Salz Nr. 13) unterstützt das Abheilen der Röschenflechte.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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