Ist es draußen dunkel, nass und kalt, schlägt das schnell auf die Stimmung. Entsprechend ist die sogenannte Winterdepression vielen ein Begriff. Hier erfahren Sie, welche Symptome eine Winterdepression kennzeichnen und mit welcher Behandlung Sie aus dem Stimmungstief herausfinden.
Was Sie über Depressionen wissen sollten •

Winterdepression - was tun?

Ist es draußen dunkel, nass und kalt, schlägt das schnell auf die Stimmung. Entsprechend ist die sogenannte Winterdepression vielen ein Begriff. Hier erfahren Sie, welche Symptome eine Winterdepression kennzeichnen und mit welcher Behandlung Sie aus dem Stimmungstief herausfinden.

Symptome einer Winterdepression

Von einer Winterdepression, auch als Seasonal Affective Disorder (SAD) bezeichnet, wird gesprochen, wenn sich die Symptome einer depressiven Episode ausschließlich und wiederholt im Herbst und Winter äußern. Betroffene fühlen sich in dieser Zeit niedergeschlagen, verspüren einen Heißhunger auf kohlenhydratreiche und süße Speisen und sind häufig müde und antriebslos.

Zudem können auch psychosomatische Beschwerden – also körperliche Probleme, denen keine organische Ursache zugrunde liegt – wie Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Probleme auftreten. Machen sich nur leichte Symptome bemerkbar, wird die Winterdepression umgangssprachlich auch als “Winterblues” bezeichnet.

Die saisonale depressive Verstimmung tritt bei den meisten Betroffenen jedes Jahr aufs Neue auf und dauert in der Regel länger als zwei Wochen an. Spätestens nach 90 Tagen und dem Ende des Winters klingen die Symptome einer typischen Winterdepression aber wieder vollständig ab.

Verantwortlich für die saisonale Schwermut ist vor allem der jahreszeitbedingte Lichtmangel: Es wird draußen spät hell und früh dunkel. Das sorgt dafür, dass der Körper vermehrt das Schlafhormon Melatonin ausschüttet und die Produktion des Gute-Laune-Hormons Serotonin herunterfährt.

Bei klinischen Depressionen professionelle Hilfe suchen

Handelt es sich bei der winterlichen Melancholie nicht um eine saisonale Verstimmung, sondern um eine ernste Depression, deren Symptome das gesamte Jahr hindurch auftreten, sollten Sie sich professionelle Hilfe suchen. Eine derartige psychische Erkrankung kann nur ein Arzt oder Therapeut behandeln. Auch schwere Fälle von SAD, die sich merklich auf Ihre Lebensqualität auswirken, sollten Sie mit einem Experten besprechen, um entsprechende Therapiemaßnahmen einzuleiten. Eine leichte Winterdepression können Sie dagegen auch selbst mit einfachen Maßnahmen in den Griff bekommen.

Ein Spaziergang an der frischen Luft ist Balsam für die Seele – und kann helfen, depressive Stimmung im Winter zu lindern. 

Ein Spaziergang an der frischen Luft ist Balsam für die Seele – und kann helfen, depressive Stimmung im Winter zu lindern. 

Mit Licht und Luft depressive Stimmung lindern

Komplexe körperliche Prozesse sorgen dafür, dass sich die Stimmung hebt oder senkt. Diese Prozesse lassen sich jedoch auch beeinflussen. Das effektivste Mittel bei der Behandlung einer Winterdepression ist dabei die Sonne. Sie kurbelt die Produktion des Wohlfühlhormons Serotonin und des lebenswichtigen Vitamin D an. Beide beeinflussen unsere Stimmung positiv.

Nutzen Sie die hellen Stunden des Tages, um frische Luft zu tanken und die Sonnenstrahlen einzufangen. Das funktioniert übrigens auch bei bedecktem Himmel. Es ist wichtig, nach draußen zu gehen, da die Lichteinwirkung dort um ein Vielfaches höher ist als im Haus. Durch Sonnenlicht steigt der Serotoninspiegel wieder an, was sich positiv auf die Stimmung auswirkt.

Manchen Menschen hilft auch eine sogenannte Lichttherapie mit Kunstlicht, das dem Sonnenlicht sehr ähnlich ist. Dabei setzt sich der Patient vor eine spezielle Lampe, die ein weißes Licht ohne UV-Anteil ausstrahlt. Die Stärke der Leuchte sollte etwa 10.000 Lux betragen, das entspricht in etwa der Helligkeit an einem Sommertag. Zum Vergleich: Normale Zimmerbeleuchtung hat nur eine Stärke von rund 400 Lux.

Auch Sport kann die Stimmung verbessern

Auch wenn das Wetter meist nicht dazu einlädt: Neben dem positiven Lichteffekt gibt es noch einen weiteren Grund, nach draußen zu gehen – und zwar, um Sport zu machen. Ausdauersport wie Joggen, Radfahren oder Nordic Walking kurbelt den Kreislauf an und verbessert die Durchblutung des Körpers. Sogar ein entspannter Waldspaziergang kann helfen, Ihre Laune erheblich zu verbessern.

Werden die Zellen vermehrt mit Sauerstoff versorgt, fühlen Sie sich fitter und nicht mehr so abgeschlagen. Bei ganz schlechtem Wetter bieten sich Wechselduschen als Alternative zum Workout an. Sie regen den Kreislauf ebenfalls an.

Weitere Tipps, um in der dunklen Jahreszeit die Stimmung zu heben:

  • Gesunde, ausgewogene Ernährung
  • Verwöhnmomente genießen, zum Beispiel ein heißes Bad
  • Kuscheleinheiten
  • Musik
  • Duftlampe mit Düften, die an den Sommer erinnern
  • Kleidung und Dinge in warmen Farben

 

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Gsundheit oder zu Erkrankungen haben, besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt. 

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