Was sich zunächst nur nach einer kurzzeitigen und situativen Gefühlslage anhört, kann mit der Zeit zum Problem werden. Denn eine depressive Verstimmung kann sich zu einer ausgewachsenen Depression entwickeln. Lesen Sie hier, wie Sie Symptome erkennen und was dagegen hilft.
Was Sie über Depressionen wissen sollten •

Depressive Verstimmung: Symptome und Behandlung

Was sich zunächst nur nach einer kurzzeitigen und situativen Gefühlslage anhört, kann mit der Zeit zum Problem werden. Denn eine depressive Verstimmung kann sich zu einer ausgewachsenen Depression entwickeln. Lesen Sie hier, wie Sie Symptome erkennen und was dagegen hilft.

Depressive Verstimmung: Unterschied zur Depression

Eine depressive Verstimmung kann schwer von einer leichten oder mittelschweren Depression abzugrenzen sein. Das liegt vor allem daran, dass die Symptome grundsätzlich dieselben sind. Allerdings sind sie bei einer depressiven Verstimmung weniger intensiv ausgeprägt als bei einer Depression. Oft treten sie saisonal auf wie zum Beispiel bei einer Winterdepression.

Psychische und soziale Symptome

Von einer depressiven Verstimmung spricht man, wenn die Phase der Niedergeschlagenheit kein kurzfristiges Stimmungstief ist, sondern länger andauert – etwa zwei Wochen. Häufig äußern sich die Symptome in:

  • Freudlosigkeit
  • Lustlosigkeit
  • Permanente Müdigkeit
  • Erschöpfungserscheinungen
  • Nervosität und innere Unruhe

Selbst Kleinigkeiten wie das Treffen von Freunden können für depressiv Verstimmte anstrengend sein. Das führt oft dazu, dass Aktivitäten zunehmend reduziert werden. Die Betroffenen pflegen weniger soziale Kontakte, vernachlässigen Hobbys, Privatleben und Verpflichtungen. Die dadurch entstehende Isolation verstärkt das Gefühl der Traurigkeit, es entsteht ein Teufelskreis.

Zusätzlich werden die Patienten häufig von Ängsten und Selbstzweifeln geplagt – auch Zwangsgedanken sind typisch. Von außen lassen sich oft ein Leistungsabfall und Konzentrationsprobleme beobachten.

Körperliche Symptome einer depressiven Verstimmung

Auch wenn depressive Störungen vor allem im Kopf stattfinden, manifestieren sie sich häufig körperlich. Findet der Arzt für bestimmte Symptome keine körperliche Ursache, liegt der Verdacht nahe, dass sie psychisch bedingt sind. Klassische Begleiterscheinungen, die auf eine depressive Verstimmung hindeuten, oder auch Symptome einer ausgewachsenen Depression sein können, sind:

  • Kopfschmerzen
  • Magen-Darm-Probleme
  • Schlafstörungen
  • Schwindel
  • Hautprobleme
  • Appetitlosigkeit
Frische Luft, Sonnenlicht, Natur: Was dem Körper gut tut, tut auch der getrübten Seele gut.

Frische Luft, Sonnenlicht, Natur: Was dem Körper gut tut, tut auch der getrübten Seele gut.

Selbsthilfe bei depressiven Verstimmungen

Aber was hilft bei depressiver Verstimmung? Die Antwort ist nicht immer eindeutig. Die Art der Behandlung richtet sich stark nach dem Grad der Depression. Ist die Verstimmung nur mild, können Sie sie auch allein bekämpfen. Zum Beispiel durch folgende Maßnahmen:

  • Licht kann bei einer leichten depressiven Verstimmung helfen, die Traurigkeit zu überwinden – vor allem dann, wenn es sich um eine saisonal bedingte Depression handelt, die durch die dunklen Wintermonate ausgelöst wird.
  • Bewegung an der frischen Luft: Grundsätzlich gilt alles, was den Serotoninspiegel anhebt, als eine willkommene Methode zur Bekämpfung depressiver Episoden. Serotonin wird auch als “Glückshormon” bezeichnet und wird unter anderem beim Sport ausgeschüttet. Körperliche Aktivität wirkt dem Tief konsequent entgegen.
  • Eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährungist ebenfalls ratsam, um eine depressive Verstimmung zu bekämpfen. Mangelerscheinungen und permanent fett- und zuckerreiches Essen können die Entstehung von Depressionen begünstigen.

Bei ernsthaften Depressionen: Keine Angst vor professioneller Hilfe!

Bei schweren Fällen von depressiven Verstimmungen helfen Spaziergänge und Sonnenschein allein allerdings wenig. Bei starkem Leidensdruck sollten Sie sich unbedingt professionelle Hilfe suchen.

Denn hält das Tief länger als zwei Wochen intensiv an oder kommt in regelmäßigen Abständen immer wieder vor, besteht der Verdacht auf eine Depression. Scheuen Sie sich dann nicht vor Ihrem Hausarzt als erster Anlaufstelle. Der Allgemeinmediziner kann Sie beraten und Sie zu einem Experten weiterleiten.

Eine ambulante Gesprächstherapie bei einem Psychotherapeuten hilft in vielen Fällen bereits, die Symptome zu lindern. Abhängig von der Ursache und Schwere der Depression können auch Medikamente eingesetzt werden, um Sie dabei zu unterstützen, das seelische Tief zu überwinden.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Bewerten:
Weitere Inhalte in diesem Themenbereich
Artikel
Burnout: Wann wird Burnout zur Depression?

Burnout und Depression sind in ihrem Erscheinungsbild oftmals so ähnlich, dass...

weiterlesen
Burnout: Wann wird Burnout zur Depression?
Leitartikel
Was sind Depressionen? Alles über die psychische Erkrankung

Trauer, Frust oder Lustlosigkeit erlebt jeder Mensch hin und wieder. Depressionen...

weiterlesen
Was sind Depressionen? Alles über die psychische Erkrankung
Artikel
Depression: Symptome der psychischen Erkrankung erkennen

Was früher Spaß gemacht hat, bereitet keine Freude mehr. Innere Leere,...

weiterlesen
Depression: Symptome der psychischen Erkrankung erkennen
Artikel
Depression: Behandlung der psychischen Erkrankung

Was tun gegen Depressionen? Bei einer Depression wird die Behandlung in der Regel...

weiterlesen
Depression: Behandlung der psychischen Erkrankung