Was früher Spaß gemacht hat, bereitet keine Freude mehr. Innere Leere, fehlender Sinn – alles fühlt sich gleichgültig an. Wer so empfindet, leidet womöglich an einer Depression. Symptome der psychischen Krankheit haben viele Facetten, doch es gibt einige Anzeichen, die für Depressionen typisch sind.
Ratgeber: Depressionen

Depression: Symptome der psychischen Erkrankung erkennen

Was früher Spaß gemacht hat, bereitet keine Freude mehr. Innere Leere, fehlender Sinn – alles fühlt sich gleichgültig an. Wer so empfindet, leidet womöglich an einer Depression. Symptome der psychischen Krankheit haben viele Facetten, doch es gibt einige Anzeichen, die für Depressionen typisch sind.

Was sind die Hauptsymptome einer Depression?

Experten unterscheiden drei Hauptsymptome, an denen man Depressionen erkennen kann:

  • Niedergeschlagenheit: Eine anhaltende niedergedrückte Stimmung schlägt Betroffenen aufs Gemüt.
  • Verlust von Freude und Interessen: Depressive Menschen verspüren oft eine innere Leere und eine Gefühlsarmut. Sie haben an nichts mehr Freude oder Interesse.
  • verminderter Antrieb: Betroffenen fällt es schwer, sich aufzuraffen. Auch einfache Tätigkeiten fordern ihnen plötzlich sehr viel Kraft ab. Sie fühlen sich erschöpft und ausgelaugt.

Um die Diagnose Depression stellen zu können, müssen zunächst mindestens zwei dieser Hauptsymptome zutreffen.

Welche weiteren Symptome für Depressionen gibt es?

Die Hauptsymptome allein genügen jedoch noch nicht, um Depressionen zu erkennen. Darüber hinaus müssen noch mindestens zwei Zusatzsymptome bestehen. Mögliche psychische Anzeichen sind:

  • Konzentrationsschwierigkeiten und verminderte Aufmerksamkeit
  • Geringes Selbstwertgefühl und starke Selbstzweifel
  • Negative, pessimistische Sicht auf die Zukunft
  • Schuldgefühle
  • Grübeleien
  • Angstzustände
  • Libidoverlust, sexuelle Unlust

 

Kostenlose Telefonseelsorge

Achtung! Bei einer schweren Depression kann es zu Suizidgedanken bis hin zu Suizidhandlungen kommen. Betroffene können sich in diesem Fall an die Telefonseelsorge wenden, unter der kostenlosen Telefonnummer: 0800-111 0 111

Welche körperlichen Symptome von Depressionen gibt es?

Depressionen erkennen Sie nicht nur an psychischen Symptomen – die Krankheit kann sich auch durch körperliche Symptome bemerkbar machen. Innere Unruhe, Herzrasen und Atembeschwerden können zum Beispiel psychosomatische Auswirkungen einer Depression sein.

Außerdem können ein Engegefühl in der Brust und Schwindel hinzukommen. Manche Menschen mit Depressionen bekommen scheinbar grundlos weiche Knie oder Sehstörungen. Auch Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und Verdauungsbeschwerden, für die Ihr Arzt keine organische Ursache findet, können auf Depressionen hinweisen.

Woran erkennt man die Symptome von Depressionen im Unterschied zum Stimmungstief?

Nicht alle dieser Anzeichen sind zwingend auf eine Depression zurückzuführen. Für die Diagnose sind die Dauer und der Kontext der Symptome entscheidend. Gibt es zum Beispiel einen konkreten Grund für eine traurige, niedergeschlagene Stimmung, ist eine Depression weniger wahrscheinlich. Nach einer Trennung, Jobverlust oder dem Tod eines lieben Menschen traurig zu sein, ist vollkommen normal. In der Regel erholen sich Menschen nach einer gewissen Zeit von derartigen Schicksalsschlägen.

Manche Menschen sind auch von Natur aus eher zurückhaltende Persönlichkeiten, die auf den ersten Blick wenig kommunikativ wirken oder sich alleine wohler fühlen. Sie sind deswegen nicht gleich depressiv; entscheidend ist der Vergleich zu früherem Verhalten. Sind sozialer Rückzug, Interesseverlust oder Antriebslosigkeit neu oder außergewöhnlich stark, ist ein Arztbesuch ratsam.

Bestehen Symptome wie Traurigkeit, Antriebslosigkeit oder Interessensverlust seit länger als zwei Wochen und ohne konkreten Anlass, kann das an Depressionen liegen und sollte einen Arztbesuch nach sich ziehen.

Was können frühe Symptome einer Depression sein?

Die Anzeichen und Symptome einer Depression ähneln denen einer depressiven Episode, fallen aber schwächer und diffuser aus. Betroffene fühlen sich möglicherweise erschöpfter und lustloser als sonst oder haben ein erhöhtes Bedürfnis, sich zurückzuziehen. Es fällt ihnen vielleicht schwerer als normalerweise, morgens aufzustehen und alltägliche Notwendigkeiten zu erledigen – aber noch schaffen sie alles.

Auch hier gilt: Der Kontext ist wichtig. Nur, wenn diese Gefühle sich stark vom gewohnten Verhalten und Naturell unterscheiden, besteht Anlass zur Sorge. Wer trotzdem unsicher ist, sollte mit seinem Arzt sprechen. Besteht der Verdacht auf eine Depression, kann er den Patienten an einen Psychotherapeuten überweisen. Mit der auf die individuelle Situation des Betroffenen abgestimmten Behandlung der Depression– in der Regel durch eine Gesprächstherapie oder Medikamente – können die Symptome der Krankheit gelindert werden.

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