Wenn Außenstehende oder Angehörige versuchen, Menschen mit Depressionen mit aufmunternden Worten Mut zuzusprechen, kann das schnell nach hinten losgehen. Vor allem die folgenden vier Floskeln sollten Sie gegenüber depressiven Menschen nicht äußern, da sie sehr verletzend wirken können.
Was Sie über Depressionen wissen sollten •

4 Dinge, die man zu Menschen mit Depressionen nie sagen sollte

Wenn Außenstehende oder Angehörige versuchen, Menschen mit Depressionen mit aufmunternden Worten Mut zuzusprechen, kann das schnell nach hinten losgehen. Vor allem die folgenden vier Floskeln sollten Sie gegenüber depressiven Menschen nicht äußern, da sie sehr verletzend wirken können.

1. “Lach doch mal!”

Depressionen sind keine vorübergehenden Stimmungstiefs, die sich einfach so weglachen lassen. Auch gut gemeinte Ratschläge à la “Geh doch mehr unter Leute”, “Such dir ein Hobby” oder “Mach doch mal Sport” sind für Depressive nicht hilfreich.

Die Krankheit wird auf diese Weise heruntergespielt. Es wirkt, als könne sie durch ganz einfache Gegenmaßnahmen weggezaubert werden, würde der Betroffene sich nur ein wenig mehr anstrengen.

2. “Sei nicht immer so ichbezogen!”

Einige depressive Menschen tun ihr Leid oft Kund, wirken sehr verzweifelt und scheinen ständig nur von sich zu sprechen. Außerdem grübeln sie viel und ziehen sich zurück. Für gesunde Menschen ist es häufig schwer nachvollziehbar, dass Betroffene das nicht absichtlich tun.

Depressive sind nicht besonders ichbezogen und suhlen sich auch nicht in Selbstmitleid – sie können einfach nicht anders. Dahinter verbergen sich Symptome wie geringes Selbstwertgefühl, negative Gedankenspiralen und starke Schuldgefühle. Ihnen die Symptome ihrer Krankheit zum Vorwurf zu machen, verstärkt die fatale Spirale aus Schuldgefühlen und Minderwertigkeitsdenken.

3. “Selber schuld, was denkst du auch immer so negativ!”

Der Vorwurf, der Depressive wäre zu sensibel, negativ und nicht um seine eigene Heilung bemüht, kann den Betroffenen zutiefst verletzen. Solche Äußerungen können sogar zu einer Verschlechterung des Gesamtzustandes führen. Alles, was andeutet oder explizit aussagt, dass der Depressive selbst an seinem Zustand schuld ist, verschlimmert die Situation erheblich.

4. “Ich war auch schon mal deprimiert!”

Es mag mitfühlend gemeint sein, wenn Angehörige Menschen mit Depressionen helfen wollen und dafür von ihren eigenen negativen Erlebnissen und Gedanken berichten. Doch wer selbst noch nie mit wirklichen Depressionen zu kämpfen hatte, weiß nicht, wie sich der Betroffene fühlt.

Jeder ist mal traurig, bedrückt oder niedergeschlagen. Das ist aber mit einer Depression als psychische Erkrankung nicht vergleichbar. Wer das annimmt, spielt die Krankheit herunter und wirkt auf Betroffene zutiefst abwertend.

 

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Gsundheit oder zu Erkrankungen haben, besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt. 

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