Auf fettes Essen sollten Sie bei einem Reizdarm besser verzichten.
Reizdarm •

Reizdarm: So wird er behandelt

Reizdarm ist eine Ausschlussdiagnose. Konnten alle sonst infrage kommenden organischen Ursachen für Verstopfungen, Durchfälle, Schmerzen und Blähungen ausgeschlossen werden, richtet sich die Therapie nach dem Beschwerdebild eines Patienten. Mit einigen Anpassungen im Lebensstil lassen sich viele Symptome lindern.

Grundsätzliches zu Ernährung und Lebensweise bei Reizdarm

Die meisten Ernährungsempfehlungen richten sich nach der individuellen Symptomatik wie Durchfällen oder Verstopfungen. Einige grundsätzliche Regeln helfen, den Darm zu entlasten:

Verzichten Sie auf alles, was Ihnen schwer im Magen liegt!

Üppige Mahlzeiten, fettige und scharf gewürzte Speisen und Nahrungsaufnahme vor dem Schlafen belasten den Darm. Nehmen Sie mehrere kleine Gerichte über den Tag verteilt ein und achten Sie auf leicht bekömmliche Kost. Essen sie langsam und kauen Sie gründlich - das hilft der Verdauung beim Aufschluss der Nahrung.

Bei übersäuertem Magen weniger Kohlenhydrate!

Viele Reizdarmpatienten leiden zusätzlich an Sodbrennen und saurem Aufstoßen. Begrenzen Sie leicht verdauliche Kohlenhydrate wie Süßigkeiten und Softdrinks.

Vorsicht mit Alkohol, Koffein, Nikotin!

Reizmittel schaden der Verdauung direkt oder über den Umweg über das Nervensystem. Verzichten Sie auf Zigaretten und trinken Sie Kaffee und Alkohol nur in Maßen. Achten Sie auf Ihre persönlichen Trigger!

Mit der Zeit merken Sie, welche Nahrungsmittel Ihnen bekommen und welche nicht. Vermeiden Sie alles, was sie schlecht vertragen. Fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie den Verdacht auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hegen.

Mehr Bewegung, weniger Stress!

Stressabbau und körperliche Aktivität helfen bei einer Vielzahl von Erkrankungen von Arterienverkalkung bis Übergewicht. Verdauungsspaziergänge bringen die Darmtätigkeit in Gang, leichter Sport hilft Stress abzubauen. Zudem schläft man danach wesentlich besser.

Vorsicht vor Dauermedikation!

Ständige Durchfälle oder Verstopfungen führen oft zu jahrelanger Einnahme von Medikamenten. Das beeinträchtigt die Darmmotilität und verschlimmert auf lange Sicht die Beschwerden, statt sie zu lindern.

Unterstützung mit Homöopathie und Schüßler-Salzen

Bei vielen Aspekten wie Schmerzen und Blähungen hat sich eine ergänzende Therapie mit homöopathischen Mitteln oder Schüßler-Salzen bewährt. Welches Mittel für Ihre speziellen Beschwerden am besten geeignet ist, sollten Sie in Anbetracht des komplexen Krankheitsgeschehens einem erfahrenen Homöopathen oder Heilpraktiker überlassen.

Bei Reizdarm mit ausgeprägter Durchfall-Symptomatik

Beherrschen Durchfälle das Geschehen, müssen Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Mineralstoffversorgung achten. Trinken Sie Mineralwasser, Kräutertee oder eine warme Bouillon. Vor dem Hausmittel "Salzstangen und Cola" sei ausdrücklich gewarnt - Zucker, Kohlenhydrate, Säure und Kochsalz richten mehr Schaden an als sie nutzen. Verwenden Sie stattdessen spezielle Elektrolyte aus Ihrer Apotheke. Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit, Mannit und Xylit sollte man meiden, da sie Wasser in den Darm ziehen und Durchfälle verschlimmern. Nehmen Sie lieber kurzfristig ein Loperamid-Präparat. Stopfend wirkt ballaststoffreiche Kost wie Reis, Vollkornnudeln und Haferflocken. Karotten, Äpfel und Bananen enthalten wichtige Mineralstoffe und binden mit ihrem Pektin Flüssigkeit. Probiotische Joghurts helfen der Darmflora bei der Erholung.

Getrocknete Pflaumen können gegen Verstopfung helfen.

Getrocknete Pflaumen können gegen Verstopfung helfen.

So behandelt man Reizdarm mit Verstopfungen

Gegen Verstopfungen helfen alte Hausmittel wie getrocknete Pflaumen oder Sauerkrautsaft. Hüten Sie sich vor einem Übermaß, das Blähungen verursacht! Regulierend auf die Darmflora wirken auch hier Probiotika mit lebenden Milchsäurebakterien und Sauermilchprodukte wie Quark und Kefir. Ballaststoffe füllen den Darm und regulieren den Wassergehalt. Gut geeignet sind fein vermahlene Flohsamenschalen. Die Samenschalen des indischen Wegerichs binden Unmengen an Flüssigkeit und machen den Stuhlgang weich. Regelmäßig angewendet sind sie unbedenklich und empfehlenswerter als jedes Abführmittel.

Was tun bei Blähungen?

Bei Blähungen bringen Probiotika und Bewegung den besten Erfolg. Bei ballaststoffreicher Ernährung sollte man darauf achten, dass ein Zuviel bei langsamer Verdauung viele Gase produziert.Entschäumer werden heftig beworben, aber ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich umstritten und nicht gesichert.

Bei Bauchschmerzen und Krämpfen

Bei Schmerzen im Bauchraum helfen Wärme und beruhigende Tees am besten. Wärmflaschen oder Körnerkissen entspannen die Bauch- und Darmmuskulatur, wahlweise eine sanfte Bauchmassage. Als Kräutertee empfiehlt sich eine Mischung aus gleichen Teilen Fenchel-, Anis- und Kümmelsamen. Aber auch einfacher Fenchel-, Kamillen- oder Pfefferminztee leistet gute Dienste. Bei Krämpfen helfen Spasmolytika wie Butylscopalamin. Vermeiden Sie Acetylsalicylsäure oder Paracetamol sowie Opioide und Opioid-Antagonisten, die zudem Verstopfungen verursachen.

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