Morbus Crohn ruft bei den Betroffenen starke Bauchschmerzen hervor.
Darmerkrankung •

Morbus Crohn: Therapie der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung

Morbus Crohn ruft bei den Betroffenen schubweise Magenschmerzen und Durchfall hervor. Wie sieht eine Morbus Crohn Therapie aus? Welche Maßnahmen gegen die chronischen Entzündungen im Darmbereich getroffen werden und was dabei im Körper passiert, erfahren Sie hier.

Nur in schweren Fällen sollten während der Therapie von Morbus Crohn  zudem sogenannte Biologika verabreicht werden. Dazu gehören künstlich hergestellte Antikörper wie Infliximab oder Adalimumab. Sie richten sich gegen Botenstoffe, die die Entzündungsreaktionen begleiten. Alternativ wird das Medikament Methotrexat in Form einer wöchentlichen Spritze verabreicht.

Langfristige Therapie, langfristige Beschwerdefreiheit

Auch nach dem Abklingen der akuten Beschwerden empfehlen viele Ärzte ihren Patienten, weiterhin entzündungshemmende Medikamente einzunehmen. Denn bei über zwei Drittel der Betroffenen tritt innerhalb von zwei Jahren der nächste Schub ein. Treten die Schübe gehäuft auf oder ist der Betroffene dauerhaft auf die Kortison-Präparate angewiesen, die nur einen über einen begrenzten Zeitraum eingesetzt werden sollten, kommt eine Langzeittherapie in Betracht. Diese kann vier bis sechs Jahre dauern. Sie soll einen neuen Schub verhindern und damit die beschwerdefreien Abschnitte ausweiten.

Immunsystem-Blocker zur Morbus Crohn-Therapie

Bei der Langzeittherapie werden weiterhin die Immunsystem-Blocker Azathioprin und 6-Mercaptopurin eingesetzt. Zusätzlich stellen viele Betroffene ihre Ernährung auf ballaststoffarme Kost um. Da Morbus Crohn vermutlich durch Stress begünstigt wird und oft den gesamten Tagesablauf der Patienten dominiert, beginnen viele eine Psychotherapie. Regelmäßige Entspannungsübungen wie Autogenes Training können zusätzlich helfen, den Stress zu reduzieren. Außerdem haben Mediziner entdeckt, dass bei Rauchern das Risiko eines erneuten Schubs doppelt so hoch liegt wie bei Nichtrauchern. Eine Langzeittherapie sollte also unbedingt von einem Rauchstopp begleitet sein.

Auch Operation bei der Therapie von Morbus Crohn nicht ausgeschlossen

Schließlich ist bei dauerhaften Schmerzen und bei der Erkrankung lebenswichtiger Organe auch eine Operation nicht ausgeschlossen. Bleibt die Entzündung trotz dauerhaften Medikamenteneinsatz bestehen, kann der Chirurg den betroffenen Darmabschnitt entfernen. Auch bei Kindern ist eine Operation ratsam, wenn die Erkrankung ihr Wachstum verzögert. Unbedingt nötig wird eine Operation, wenn es durch Morbus Crohn zu Komplikationen wie zum Beispiel einen Darmverschluss kommt.

Heilungschancen bei Morbus Crohn

Eine vollständige Heilung von der Krankheit ist nicht möglich. Doch durch eine zielgerichtete, individuelle Morbus Crohn Therapie können die meisten Betroffenen überwiegend beschwerdefrei leben. Die Intervalle, bis ein erneuter Schub der Krankheit auftritt, werden länger, dazwischen bekommt der Patient kaum etwas von der Krankheit mit und kann ein normales Leben führen. Durch einen gesunden Lebenswandel mit ausreichend Erholung, Stressabbau, ausgewogener Ernährung und viel Bewegung lassen sich die Intervalle weiter vergrößern.

Betroffene von Morbus Crohn haben ein erhöhtes Risiko für eine Darmkrebserkrankung und sollten deshalb regelmäßig zur Vorsorge gehen. Ansonsten aber besitzen sie eine normale Lebenserwartung.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Sascha Müller
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