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Corona-Krise: Wann darf ich noch zum Arzt – und worauf muss ich achten?
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Corona-Krise: Wann darf ich noch zum Arzt – und worauf muss ich achten?

Covid-19 und Arztbesuch? Aufgrund der erneut steigenden Infektionszahlen und der Ausbreitung der Corona-Mutationen nimmt bei vielen Menschen die Unsicherheit zu: Soll ich zum Arzt gehen oder besser nicht?

Wie kann ich beim Zahnarzt das Ansteckungsrisiko senken?

Abstand halten von 1,5 bis 2 Metern – beim Zahnarzt ist das nicht möglich. Viele sind daher verunsichert und fragen sich, ob sie während des Lockdowns zum Zahnarzt gehen sollen. Behandlungen und Zahnreinigungen sind grundsätzlich weiterhin möglich.

Zahnärzte haben ihren Praxisbetrieb an die aktuelle Situation angepasst, und halten Hygiene-Auflagen ein: Im Wartezimmer stehen die Stühle weit auseinander. Nur wenige Patienten warten zeitgleich. Vor oder nach Betreten der Praxis müssen Hände gewaschen und desinfiziert werden. Zahnärzte und zahnmedizinische Fachangestellte tragen einen Mund-Nasen- oder einen Gesichtsschutz. In manchen Fällen erheben Zahnärzte eine sogenannte Hygiene-Pauschale von knapp 7 Euro pro Sitzung - sowohl bei Privat- als auch bei Kassenpatienten. Fragen Sie nach, ob auch Ihr Zahnarzt die Pauschale für Ihre Behandlung in Rechnung stellt.

Rat: Bei Zahnschmerzen sollten Sie auf jeden Fall einen Zahnarzt aufsuchen. Fragen Sie nach, worauf Sie beim Besuch der Zahnarzt-Praxis achten mĂĽssen. Reine Kontrolluntersuchungen und Vorsorgetermine können Sie verschieben, wenn Sie unsicher sind oder Angst vor einer Ansteckung haben. Wichtig: Sagen Sie bestehende Termine frĂĽhzeitig ab. Sagen Sie den Termin auch ab, wenn Sie bereits Symptome einer akuten Atemwegserkrankung wie Schnupfen, Halsschmerzen, Husten, Fieber, SchĂĽttelfrost oder Kopf- und Gliederschmerzen haben. Gehen Sie erst nach Abklingen der Erkrankung zum Arzt.

Ich habe akute Zahnschmerzen und Covid-19-Symptome: Was soll ich tun?

Haben Sie akute Zahnschmerzen und Symptome einer Atemwegserkrankung, rufen Sie bei Ihrem Zahnarzt an und fragen Sie nach, wie Ihnen geholfen werden kann. FĂĽr akute zahnärztliche Notfälle bei Covid-19-Patienten haben die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen Schwerpunktpraxen in den Bundesländern eingerichtet. Ihr Zahnarzt kann Ihnen eine solche Schwerpunktpraxis nennen. Diese Praxen sind ausschlieĂźlich fĂĽr die akute Notfallbehandlung von Zahnschmerz-Patienten geöffnet, die mit dem Coronavirus infiziert sind oder bei denen ein entsprechender Verdacht besteht.

Corona-Krise: Kann ich zum Augenarzt gehen?

Nicht nur Zahnärzte, auch Augenärzte kommen ihren Patienten nahe. Daher gilt auch hier: Termine wie Check-ups und Vorsorgeuntersuchungen können Sie verschieben, wenn Sie unsicher sind. Sagen Sie frühzeitig ab. Bei Notfällen wie einer Augenverletzung oder einer plötzlich eintretenden Sehverschlechterung sollten Sie auf jeden Fall zum Augenarzt gehen. Notfälle werden von Augenärzten versorgt.

Rat: Ist der Besuch beim Augenarzt therapeutisch notwendig, fragen Sie nach, was Sie beachten mĂĽssen, damit die Hygieneschutzregeln eingehalten werden. Wenn möglich sollten Sie alleine die Praxis aufsuchen.

Wichtig: Haben Sie bereits Symptome einer akuten Atemwegserkrankung, sollten Sie - wenn kein akuter Notfall oder dringlicher Termin vorliegt - erst nach Abklingen der Erkrankung zum Augenarzt gehen. Sagen Sie bestehende Termine, die Sie nicht wahrnehmen können oder möchten, frĂĽhzeitig ab. Haben Sie akute Augenbeschwerden und Symptome einer Atemwegserkrankung, rufen Sie bei Ihrem Augenarzt an und fragen Sie nach, wie Ihnen geholfen werden kann.

Videosprechstunden beim Arzt während der Corona-Pandemie

Was bei Zahnärzten und Augenärzten nicht funktioniert, hat bei anderen Arztgruppen gute Chancen: Videosprechstunden. Diese werden immer öfter genutzt. Videosprechstunden können sowohl bei Ă„rzten als auch bei Psychotherapeuten und Hebammmen eine Alternative zum Praxisbesuch sein. Diese Videosprechstunden können unbegrenzt und flexibel fĂĽr alle Fälle genutzt werden, in denen es therapeutisch sinnvoll ist. Auch Schmerztherapeutische Gespräche können kĂĽnftig dauerhaft per Videosprechstunde erfolgen.

Bietet mein Arzt Videosprechstunden an?

Fragen Sie bei Interesse bei Ihrem Arzt an, ob dieser Videosprechstunden anbietet und wie der Ablauf organisiert ist.

AusfallgebĂĽhren: Kosten durch nicht wahrgenommene Behandlungstermine?

Haben Sie Termine bei einem Arzt, einem Physiotherapeuten oder bei der Krankengymnastik, sollten Sie sich zuvor telefonisch erkundigen, ob dieser wie geplant stattfindet. Können Sie den Termin nicht wahrnehmen, etwa weil Sie erkrankt oder in Quarantäne sind oder Sie aufgrund anderer Gegebenheiten verhindert sind, rufen Sie frühzeitig bei Ihrem Behandler an und sagen Sie den Termin ab. So hat der Behandler die Chance, den Termin an andere wartende Patienten zu vergeben und zugleich Ausfälle gering zu halten.

Ob der Patient für den abgesagten Termin Schadensersatz leisten muss, hängt laut der Verbraucherzentrale Hamburg davon ab, ob er die Absage des Termins selbst verantworten muss. Konnten Sie den Termin beispielsweise nicht rechtzeitig absagen, weil Sie kurzfristig in Quarantäne mussten, liegt der VZHH zufolge kein schuldhaftes Verhalten vor.

Muss ich fĂĽr eine Krankschreibung zum Arzt?

Telefonische Krankschreibungen wegen Erkältungsbeschwerden sind bundesweit weiterhin möglich - vorerst bis 30. Juni 2021. Darauf hat sich der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) aufgrund der steigenden Covid-19-Infektionszahlen geeinigt. Bei leichten Atemwegserkrankungen können Sie sich telefonisch bis zu sieben Kalendertage krankschreiben lassen. Der Arzt kann die telefonische Krankschreibung bei Bedarf einmalig fĂĽr sieben Tage verlängern.

Muss ich meine Versichertenkarte vorlegen?

Findet in dem Quartal der Kontakt zwischen Arzt und Patient ausschlieĂźlich telefonisch statt, muss die elektronische Gesundheitskarte nicht zwingend eingelesen werden. Die behandelnde Praxis kann die Versichertendaten fĂĽr die Abrechnung aus der Akte des Patienten entnehmen. Fragen Sie nach, wie Ihre Praxis das aktuell handhabt.

Wie bekomme ich ein Rezept fĂĽr Medikamente?

Da die Infektionszahlen in Deutschland weiterhin sehr hoch sind, dĂĽrfen Ă„rzte ihren Patienten wieder Rezepte, Folgerezepte und Ăśberweisungen per Post zusenden. Des Weiteren dĂĽrfen Folgeverordnungen von Heil- und Hilfsmitteln, Krankenfahrten sowie die häusliche Krankenpflege telefonisch ausgestellt werden. Voraussetzung fĂĽr die telefonische Ausstellung ist, dass der Patient bereits zuvor aufgrund derselben Erkrankung beim Arzt war und eine Untersuchung erfolgt ist. Haben Sie Fragen hierzu, kontaktieren Sie Ihren Arzt.

Verdacht auf Corona-Infektion: Was tun?

Hatten Sie persönlichen Kontakt zu einer Person, die positiv auf SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde? Haben Sie sich in einem vom Robert Koch-Institut ausgewiesenen Risikogebiet aufgehalten? Oder zeigen Sie die Hauptsymptome von Corona (Fieber ĂĽber 38 Grad, trockener Husten, Abgeschlagenheit)? Dann sollten Sie sich unverzĂĽglich mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung setzen, Ihren Hausarzt anrufen oder die 116117 fĂĽr den ärztlichen Bereitschaftsdienst wählen und erfragen, wie Sie sich verhalten sollen.

Achtung: Auf keinen Fall sollten Sie ohne AnkĂĽndigung eine Arztpraxis aufsuchen. Leiden Sie unter akuter Atemnot, sollten Sie den Notruf unter 112 kontaktieren.

Ich habe einen Termin für eine Operation – wird diese wegen Corona verschoben?

Es ist nicht auszuschließen, dass planbare Operationen, also nicht notfallmäßige Eingriffe, in besonders Corona-belasteten Regionen und Kliniken verschoben werden müssen oder Termine erst für einen weiter in der Zukunft liegenden Zeitraum vergeben werden. Aber: Notfälle werden nach wie vor behandelt. Ärzte betonen, dass bei einem Notfall, etwa bei Verdacht auf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall immer der Notarzt gerufen werden muss.

Rat: Haben Sie einen Termin für eine Operation oder einen Eingriff, rufen Sie in der Klinik an und fragen Sie nach dem weiteren Vorgehen. Die Entscheidung, ob ein Eingriff verschoben wird, prüft der Arzt im Einzelfall. Eine Operation kann verschoben werden, wenn der Arzt zu der Einschätzung kommt, dass der Patient in den kommenden 2 Monaten ohne diese Versorgung auskommen kann.

FĂĽr wen ist eine Pneumokokken-Impfung sinnvoll?

Es steht noch kein Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus zur VerfĂĽgung. Forscher weltweit arbeiten intensiv an einem solchen Impfstoff. Wann eine Impfung gegen COVID-19 verfĂĽgbar sein wird, ist derzeit noch unklar. Allerdings empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Pneumokokken-Impfung fĂĽr:

  • Säuglinge und Kleinkinder bis zum Alter von 2 Jahren mit Prevenar 13 oder Synflorix
  • Personen mit Immundefizienz
  • Senioren ab 70 Jahren
  • Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen (z.B. Asthma oder COPD) mit Pneumovax 23

Zwar schĂĽtzt die Pneumokokken-Impfung nicht vor COVID-19. "Allerdings können Pneumokokken-Infektionen zu schweren LungenentzĂĽndungen und Sepsis fĂĽhren und die Versorgung der Patienten auf einer Intensivstation ggf. mit Beatmung erfordern. Dies gilt es gerade bei einem ohnehin schon ĂĽber die MaĂźen belasteten Gesundheitssystem zu vermeiden. (...) Es ist zudem plausibel, dass die Pneumokokken-Impfung eine bakterielle Superinfektion durch Pneumokokken bei Patienten mit COVID-19 verhindern kann. Bei Influenza-Erkrankungen sind bakterielle Superinfektionen durch Pneumokokken eine bekannte Komplikation", so das Robert Koch-Institut.

Brauche ich Desinfektionsmittel zuhause?

Das Bundesinstitut fĂĽr Risikobewertung (BfR) sieht fĂĽr gesunde Menschen derzeit keine Notwendigkeit, im Alltag Desinfektionsmittel zu verwenden. Normale, haushaltsĂĽbliche Reinigungsmittel sind den Experten zufolge in einem Haushalt ohne Corona-Infizierte ausreichend. Generell seit es in einem Haushalt mit gesunden Personen aber sinnvoll, die Stellen, die häufig von allen angefasst werden - etwa TĂĽrgriffe und Lichtschalter - häufiger mit Allzweckreiniger, Seife oder SpĂĽlmittel und Wasser zu reinigen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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