Cholesterinwerte werden anhand einer Blutprobe aus der Armvene bestimmt.
Ratgeber: Cholesterin

Colesterin Werte: Was die Blutwerte bedeuten und wann sie zu hoch sind

Der Blutwert des Cholesterins ist fester Bestandteil der Blutanalyse. Ärzten sind solche Laborwerte eine wertvolle Hilfe zur Diagnose zahlreicher Erkrankungen. Neben dem Gesamtcholesterin sind HDL-Cholesterin, LDL-Cholesterin und der Quotient aus beiden Werten wichtig. Für die Abschätzung des Arterioskleroserisikos spielen weitere Blutwerte wie Triglyceride sowie Bluthochdruck, Blutzucker und Übergewicht eine Rolle.

Wie werden die Blutwerte von Cholesterin bestimmt?

Die Bestimmung der Cholesterin-Blutwerte erfolgt anhand einer Blutprobe aus der Armvene. Arztpraxen sammeln die morgendlichen Blutentnahmen und lassen sie in ein hämatologisches Labor bringen. Dort nehmen spezielle Analysegeräte alle Bestimmungen innerhalb von Sekunden vor und erstellen eine Übersicht, die man als Hämogramm bezeichnet. Man unterscheidet kleines und großes Blutbild sowie weitere Parameter, die der Arzt anfordert. Gerade bei den Blutwerten für Cholesterin ist es wichtig, dass der Patient mindestens zwölf Stunden lang nichts gegessen hat und nüchtern zur Blutentnahme erscheint: Abhängig von der Nahrungsaufnahme schwanken sie erheblich und ein Frühstück aus Butterstulle und Rührei mit Speck treibt sie für Stunden in ungeahnte Höhen.

Cholesterin: Referenzbereiche und Normwerte

Labore vergleichen alle Blutwerte eines Hämogramms mit Referenzbereichen oder Normwerten. Diese entsprechen den Werten, die man bei 95 Prozent der gesunden Bevölkerung misst. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass bei zu hohen oder zu niedrigen Blutwerte eine Erkrankung vorliegt. Manch einer läuft putzmunter mit Werten herum, mit denen es anderen hundeelend geht .Zudem unterscheiden sich Referenzbereiche oftmals von Labor zu Labor, da diese teils unterschiedliche Messmethoden verwenden. Daher muss man bei einem Hämogramm stets auf die dort angegebenen Normwerte achten. Bei den Cholesterin-Blutwerten bestimmt man das Gesamtcholesterin sowie "böses" LDL-Cholesterin, das Arteriosklerose verursacht und "gutes" HDL-Cholesterin, welches die Gefäße schützt. Der Normbereich des HDL-Cholesterins liegt bei Männern etwas niedriger als bei Frauen.

Referenzbereich Cholesterin gesamt im Serum (Cholesterin gesamt i. S.)

Frauen und Männer <= 200 mg/dl (<= 5,17 mmol/l)

Referenzbereich HDL-Cholesterin:

- Frauen: 45 - 65 mg/dl (1,16 - 1,68 mmol/l)

- Männer: 33 - 45 mg/dl (0,85 - 1,16 mmol/l)

Referenzbereich LDL-Cholesterin

Frauen und Männer <= 150 mg/dl (<= 3,88 mmol/l)

"Gut" und Böse" besagt bereits, dass das Verhältnis LDL-Cholesterin zu HDL-Cholesterin eine wichtige Rolle spielt. Daher bestimmt man zusätzlich den Quotienten aus beiden Blutwerten:

 LDL/HDL-Quotient

- normal: <= 3,5

- leicht erhöht: 3,6 - 3,8

- erhöht: >= 3,9

Weitere Blutwerte für die Abschätzung des Arterioskleroserisikos

Ein erhöhter LDL/HDL-Quotient bedeutet viel "böses" LDL-Cholesterin und gilt als Risikofaktor für Arterienverkalkung. Um dieses besser abschätzen zu können, muss der Arzt zusätzliche Blutwerte berücksichtigen, allen voran die Triglyceride oder Neutralfette. Sie bilden den größten Teil unserer Fettreserven und sind wesentlicher Bestandteil der ungeliebten Fettpölsterchen. Im Blut taucht davon nur wenig auf.

Referenzbereich Triglyceride

Frauen und Männer < 160 mg/dl (< 1,8 mmol/l)

Hinzu kommen weitere klinische Diagnosen, vor allem

- Übergewicht (Adipositas), 

- Bluthochdruck (Hypertonie), 

- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), 

- Rauchen,

- Alkoholgenuss und

- familiäre Faktoren. 

Was haben zu niedrige und zu hohe Cholesterinwerte zu bedeuten?

Entgegen der landläufigen Meinung sagen die Cholesterinwerte nicht nur etwas über das Arterioskleroserisiko aus. Gegenüber den Normbereichen erniedrigte oder erhöhte Werte misst man bei einer Reihe von Erkrankungen auf, die der Arzt gegebenenfalls weiter abklären muss. Niedrige Blutwerte von Cholesterin (Hypocholesterinämie) sind vergleichsweise selten. Sie treten bei Überfunktionen der Schilddrüse (Hyperthyreose) und einigen erblichen Stoffwechselstörungen auf. In einigen Fällen sind sie die Folge einer längerfristigen Einnahme von Vitamin C oder einer extrem cholesterinarmen Ernährung .Zu hohe Cholesterinwerte (Hypercholesterinämie) findet man bei Unterfunktionen der Schilddrüse (Hypothyreose), der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und schweren Nierenschäden in Form eines nephrotischen Syndroms. Ebenso erhöhen verschiedene Medikamente den Cholesterinspiegel. Hier sind vor allem orale Kontrazeptiva (Antibabypille) und Thiaziddiuretika zu nennen, die man zur Behandlung von Bluthochdruck einsetzt.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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