Für viele Burnout-Patienten ist die Burnout Therapie der letzte Ausweg.
Ratgeber: Burnout

Burnout: Wie wird Burnout behandelt?

Burnout kann eine schwere und sehr bedrohliche Krankheit sein, die sich lange hinter einer vermeintlich ansehnlichen Fassade verbirgt. Irgendwann zeigt sich ein extremer Erschöpfungszustand.

Burnout kann eine schwere und sehr bedrohliche Krankheit sein, die sich lange hinter einer vermeintlich ansehnlichen Fassade verbirgt. Irgendwann zeigt sich ein extremer Erschöpfungszustand. Es gibt Ähnlichkeiten zu Formen der Depression: Hinter der vordergründig reaktiven Erschöpfung verbirgt sich ein langes vorhandenes Gefühl von völliger Leere und Sinnlosigkeit. Wer sich in Sachen Arbeit und Leistung "nur" etwas übernommen hat, der hat allerdings noch kein Burnout. Er kann meistens

  • Hilfe annehmen,
  • Pausen einlegen und sich erholen,
  • sein Pensum herunterschrauben,
  • eventuell seinen Lebensstil verändern und
  • dann auch wieder Freude und Sinnhaftigkeit empfinden
  • Bei einem echten Burnout fühlen Betroffene nach Wegfall ihrer bisherigen Arbeit durch Krankheit oder Kündigung nur noch ein schreckliches Nichts. Oft gibt es neben Arbeitskollegen kein tragfähiges soziales Umfeld. Manchmal ist auch gar niemand mehr da. Einsicht in das eigene destruktive Verhalten besteht oft noch nicht. Daher spielen bei der Vermittlung in eine Burnout Therapie Menschen von außen (Kollegen, Angehörige, Freund, Nachbarn, Ärzte) eine wichtige Rolle.

Burnout Therapie - wie geht das?

Eine spezielle Burnout Therapie gibt es nicht. Auch über die Burnout Therapie Dauer kann man jetzt noch keine Prognose treffen, da meist erst in einer Burnout Therapie das jeweilige Ausmaß der Erkrankung deutlich wird. Wichtig ist, dass sich eine Person findet, die anstehende wichtige Schritte (Gang zum Arzt, Therapieplatzsuche etc.) begleitet: Von Burnout Betroffene haben oft nicht mehr die Kraft oder Motivation. In dieser Phase fällt auch je nach Allgemeinzustand des Betroffenen eine wichtige Entscheidung: Reicht bei diesem Burnout eine ambulante Therapie aus oder muss man das Burnout stationär behandeln?

Burnout Behandlung in der Klinik

In schweren Fällen ist ein Aufenthalt in einer Burnout Therapie Klinik nicht zu umgehen. Dem Betroffenen wird so die Möglichkeit genommen, sein sich selbst überforderndes und in Folge schädliches Verhalten weiter fortzusetzen. Doch von Burnout Betroffene überfordern sich nicht nur am Arbeitsplatz: Auch in Privatleben und Freizeit gehen sie ständig über ihre eigenen Grenzen.Diese Verhaltensmuster sind über Jahre erlernt worden. Sie können aber in Therapie durch gesunde Achtsamkeit für sich selbst ersetzt werden. Eine Burnout Therapie Klinik stellt hierfür viele Übungssituationen zur Verfügung. Besonders der Kontakt mit ähnlich Betroffenen ist dabei heilsam: Das Verständnis anderer Patienten weckt auch wieder das Mitgefühl für die eigene geschundene Seele. Die Behandlung besteht hier vor allem aus einer Kombination von Einzel- und Gruppenpsychotherapie. Ergänzend ist wichtig, dass Betroffene ein Entspannungsverfahren wie etwa Yoga, Tai-Chi oder Progressive Muskelentspannung lernen und üben. Auch kreative Therapie mit Musik, Tanz oder künstlerischer Gestaltung ist hilfreich. Oft ging durch die extreme Leistungsorientierung der kreative und emotionale Selbstausdruck komplett verloren. Je nach Schwere kann eine Therapie in einer Burnout Klinik schon bis zu drei Monaten oder länger dauern.

 Auch bei Burnout ambulante Therapie möglich

Bei leichteren Fällen, und wenn es für den Betroffenen und sein soziales Umfeld besser ist, kann auch bei Burnout ambulante Therapie der geeignete Weg sein. Das zentrale Angebot ist dann eine regelmäßige ambulante Psychotherapie. Diese kann wie auch in einer Klinik eine Kombination aus Einzel- und Gruppentherapie sein. Als Psychotherapieverfahren hat sich bei Burnout Verhaltenstherapie bewährt. Wie bereits skizziert liegt bei Burnout Betroffenen ein meist über Jahre oder gar Jahrzehnte erlerntes Verhalten vor, dass folgende Kennzeichen aufweist:

  • starke Orientierung nach Anerkennung für Leistung
  • Interesse an "schönen Dingen des Lebens" fehlt
  • Abgrenzung gegenüber Mitmenschen fällt sehr schwer
  • soziale Kontakte außerhalb von Arbeit reduziert oder fehlen ganz
  • kann nicht entspannen, Pausen und Urlaub machen und genießen
  • oft kein eigener Lebensplan, folgt Erwartungen anderer Menschen.

In der Burnout Verhaltenstherapie werden im geschützten Raum solche destruktiven Muster erkannt und aufgelöst. Betroffene lernen bei einer solchen Burnout Therapie, sich mehr an eigenen Werten zu orientieren. Das führt zu mehr Achtsamkeit für sich selbst und Wahrung der eigenen Grenzen. In Folge planen von Burnout Betroffene ihr Leben komplett neu. Eventuell suchen sie sich einen neuen Arbeitsplatz, oft auch in einer weniger stressigen Branche. Auch von manchen Menschen im sozialen Umfeld nehmen sie Abstand und suchen sich verständnisvollere und sensiblere Freunde. Das Entscheidende für den dauerhaften Erfolg einer Burnout Therapie ist, dass

  • neu erlernte Verhaltensmuster weiter eingeübt und gehalten werden,
  • ein genauer Tages-, Wochen- und Monatsplan geführt wird,
  • dort auch freie Zeiten bewusst eingeplant sind,
  • eine Weiterbegleitung durch Psychotherapie oder Selbsthilfegruppe erfolgt und
  • ein wieder tragfähiges und nährendes soziales Umfeld geschaffen wird
  • Burnout behandeln - die Chance für ein neues Leben

Wenn die Einsicht bei Betroffenen für eine Behandlung da ist, besteht gute Aussicht auf Erfolg. Betroffene lernen in ihrer Burnout Therapie, wie stark der Suchtcharakter dieser Erkrankung ist. Ob in einer Burnout Therapie Klinik oder in ambulanter Burnout Verhaltenstherapie: Das Ziel ist, neu gewonnene wirkliche Lebensqualität auch später im Alltag zu erhalten. Das soziale Umfeld kann hier wertvolle Unterstützung leisten. Partner und wichtige Bezugspersonen werden daher in eine Burnout Therapie oft mit einbezogen. Mag der Weg auch zunächst steinig und mühsam erscheinen: Für ein freudvolles neues Leben lohnt sich die Mühe.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Svenja Hauke
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