Die Diagnose Burnout, als medizinischer Befund noch nicht anerkannt, hat jetzt dennoch auch die Kinderzimmer erreicht. Burnout bei Kindern muss immer nahe zum Krankheitsbild einer Depression gesehen werden. Das Wort Burnout als Bild verweist aber auch auf zeitgeistige Aspekte. Dies rechtfertigt seinen Gebrauch: Ausbrennen ist auch bei Kindern Folge einer verhängnisvollen Leistungsfixierung, deren Ziel ist, unangenehme Gefühle und Leere nicht spüren zu müssen. Dieser krankmachende Weg endet in Stress, Sinnlosigkeit und extremen Spannungsgefühlen. Was das für Sie als Eltern bedeuten kann, das erfahren Sie hier.
Burnout und der Übergang zur Depression •

Burnout: Burnout bei Kindern

Die Diagnose Burnout, als medizinischer Befund noch nicht anerkannt, hat jetzt dennoch auch die Kinderzimmer erreicht. Burnout bei Kindern muss immer nahe zum Krankheitsbild einer Depression gesehen werden. Das Wort Burnout als Bild verweist aber auch auf zeitgeistige Aspekte. Dies rechtfertigt seinen Gebrauch: Ausbrennen ist auch bei Kindern Folge einer verhängnisvollen Leistungsfixierung, deren Ziel ist, unangenehme Gefühle und Leere nicht spüren zu müssen. Dieser krankmachende Weg endet in Stress, Sinnlosigkeit und extremen Spannungsgefühlen. Was das für Sie als Eltern bedeuten kann, das erfahren Sie hier.

Erkennen Sie die Symptome

Burnout bei Kindern zeigt sich, wie alle psychischen Störungen im Kindesalter, oft sehr unterschiedlich: - Ihr Kind orientiert sich nur nach Leistung und Anerkennung, ist bei Erfolg aber nicht zufrieden.- Es reagiert gereizt, schläft wenig oder schlecht.- Daher ist es morgens und auch tagsüber zunehmend kraftlos und müde.- Dennoch kann es kaum entspannen oder ausgelassen sein.- Es zieht sich oft zurück und wirkt abwesend.- Es häufen sich andere Krankheiten wie Infekte, Allergien, Hauterkrankungen usw. Die Kunst für Eltern ist, nicht zu ängstlich zu werden und dennoch wachsam zu bleiben. Genannte Symptome sind etwa als kurze Phasen der Pubertät normal. Achtsam sollten Eltern aber auch sein, wenn scheinbar alles positiv läuft und es nie Problem gibt. Kritische Hinweise aus dem Umfeld, etwa von Lehrern, Freunden und anderen wichtigen Bezugspersonen der Kinder sollten ernsthaft geprüft werden: Wir Eltern sind auch manchmal betriebsblind.

Wie Burnout bei Kindern entsteht

Bei Krankheiten gibt es oft nicht nur eine Ursache: Burnout bei Kindern ist ein zunächst verborgen sich entwickelnder Zustand. Die Ursachen sind im Umfeld zu suchen. Unser soziales Leben ist zunehmend geprägt von typischen Themen:

Leistung: Ein als Ansporn eigentlich wichtiger Aspekt verselbständigt sich und wird zum Tyrann.- Sinn: Eine lebensnotwendige Erfahrung fehlt zunehmend und wird an falschen Orten gesucht (Konkurrenz, Anerkennung durch andere, Leistung als Ersatzbefriedigungen ...)- Freude: Ein Zustand, der eigentlich mit Kindheit assoziiert wird, geht jetzt auch der Kinderwelt verloren. Diese problematische Gemengelage finden betroffene Kinder meist in ihrem Elternhaus vor. Mit zunehmendem Alter sind dann auch die Schulen oft negativ prägend. Eltern sollten daher prüfen, wie sie selbst zu genannten Themen stehen:

- Welche Lebenshaltung in Sachen Leistung vermitteln Sie Ihren Kindern?- Wie können Sie gemeinsam in der Familie Sinn erleben?- Welche Bedeutung haben Spiel und Freude in Ihrem Leben?- Wie leben Sie Gemeinschaft mit Ihren Kindern?- Wie stehen Sie zur aktuellen Institution Schule?

Alle kritischen Ereignisse wie Scheidung, Schul- und Wohnortswechsel, Verlust wichtiger Bezugspersonen, Arbeitslosigkeit und Existenzängste der Eltern können Auslöser oder Verstärker für Burnout bei Kindern sein. Keines dieser Ereignisse muss krank machen. Wichtig ist aber, dass damit offen, ehrlich, wohlwollend im Sinne der Kinder umgegangen wird.

Behandlung und Prävention von Burnout bei Kindern 

Sollte sich bei einem Kind der Verdacht der Diagnose Burnout oder Erschöpfungsdepression bestätigen, ist professionelle Hilfe notwendig. Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Symptome:- Medikamentöse Therapie: Eine vorübergehende Behandlung mit Antidepressiva ist nicht die Lösung des Problems. Für depressive Kinder ist es aber oft richtungsweisend, durch die Medikation wieder eine andere, bessere Stimmung zu haben. Dies macht deutlich, dass der Zustand der Leere veränderbar ist.- Einzelgespräche: Hierbei ist es wichtig, dass die Kinder mit ihren subjektiven Bewertungen ihrer Lebenssituation ernst genommen werden. - Familientherapie: Die systemische Sichtweise, die bei Therapie erkrankter Kindern wichtig und verbreitet ist, erkennt Erkrankte als Symptomträger in einem belasten System, also der Familie. Wenn die Kinder zu einer positiveren Lebenshaltung zurückfinden sollen, muss jeder in der Familie seine eigene Lebenshaltung reflektieren und eventuell neu ausrichten. 

So können Sie einem Burnout bei Kindern vorbeugen:

- Sorgen Sie für einen geregelten Tagesablauf, der aber auch Freiraum lässt.- Leben Sie gemeinsame Rituale: Mahlzeiten, zum Tagesanfang und -ende, Freizeit usw.- Gehen Sie mit auftauchenden Problemen transparent und konstruktiv um. - Leben Sie eine solche Kultur vor: Probleme, Streit, Rückschläge usw. sind normal, gehören zum Leben und man kann damit konstruktiv umgehen.- Binden Sie Ihre Kinder altersentsprechend in die Gemeinschaft ein.- Zunehmend mit dem Alter sollen "Rechte" der Kinder auch an "Pflichten" gekoppelt sein.- Fördern Sie Aktivitäten, die neben der heute üblichen Medienlastigkeit in der Freizeitgestaltung auch körperliche Aktivitäten und echte Sinneseindrücke und Naturwahrnehmung bieten.Letztlich ist es elementar, wenn Sie als Eltern gut für sich selber sorgen: Das größte Geschenk für Kinder sind glückliche und zufriedene Eltern.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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