Immer da, nicht nur im Sommer: UV-Strahlen entfalten ihre Wirkung zu jeder Jahreszeit - selbst bei dichter Bewölkung. Schnee, Sand und Wasser, aber auch Straßen und Glasfronten reflektieren sie. Eine hochwertige Sonnenbrille muss her - mit UV-Schutz, richtiger Tönung, Spezialbeschichtung.
Alles Wichtige rund um die Brille •

Sonnenbrille: Tönungsstufen und UV-Schutz bei Sonnenbrillen

Immer da, nicht nur im Sommer: UV-Strahlen entfalten ihre Wirkung zu jeder Jahreszeit - selbst bei dichter Bewölkung. Schnee, Sand und Wasser, aber auch Straßen und Glasfronten reflektieren sie. Eine hochwertige Sonnenbrille muss her - mit UV-Schutz, richtiger Tönung, Spezialbeschichtung.

Ihre Sonnenbrille: Idealkombination aus UV Schutz und Tönungsstufe 

Da sind sie, verführerisch im Design, coole Accessoires: Sonnenbrillen en masse, und alle tragen das CE-Zeichen auf der Bügelinnenseite. Aber bieten alle besten Augenschutz? Keinesfalls, denn es ist zwar für alle Sonnenbrillen auf dem EU-Markt vorgeschrieben, aber bürgt lediglich für Sicherheitsbasics wie Robustheit und Kratzfestigkeit. Zumindest verspricht ein Aufkleber "UV 400": Diese Sonnenbrille blockt sämtliche UV-Strahlen bis Wellenlänge 400 nm (Nanometer). Seit der Novellierung der EU-Normen EN ISO 12312-1 und EN ISO 12311 2013 müssen Hersteller zumindest Gebrauchseinschränkungen wie "nicht für direkten Blick in die Sonne geeignet" oder "zum Schutz gegen künstliche Lichtquellen (Solarium etc.) ungeeignet" speziell kenntlich machen.

Was Ihre ausgesuchte Favoritin kann, steht auf der Innenseite der Bügel. Für aktuelle Sonnenbrillengläser existieren zahlreiche Ausstattungsvarianten. Kombiniert, wird daraus die ideale Sonnenbrille - für jeden ausgewählten Zweck. Egal, ob Sie in der Sonne liegen, Autofahren oder Wintersport treiben. Ihr Augenoptiker unterstützt Sie beratend bei der Zusammenstellung von UV-Schutz, Tönung sowie weiteren Features von Beschichtung bis Korrektion.

UV Schutz Sonnenbrille: Nie ohne UV 400

Für das Auge unsichtbar, aber umso gefährlicher: Unzureichend geschützt, kann ultraviolette Strahlung Bindehaut, Hornhaut und Netzhaut dauerhaft schädigen. Besonders Kinderaugen freuen sich über ernstzunehmenden Sonnenschutz durch Babybrille oder Kleinkindbrille. Besser ab in die Tonne mit den Spielzeugbrillen mit Tönung, die den sensiblen Photorezeptoren mehr schaden als nützen! Überhaupt: jede Sonnenbrille, die UV-Strahlung unzureichend absorbiert, ist schlecht fürs Auge. Dunkle Tönung allein reicht nicht, sondern führt nur dazu, dass sich die Pupille weitet und so der natürliche Blendschutz (das Zusammenkneifen der Augen) verhindert wird. Eine Einladung an aggressives UV-Licht, ungebremst auf die Netzhaut zu treffen.

Nur UV 400 bezeichnet Sonnenbrillen mit optimalem Schutz gegen UVA- (315 bis 400 nm), UVB- (280 bis 315 nm) und UVC-Strahlen (100 bis 280 nm). Erste Orientierung bietet außerdem der UV-Index: Welcher Tageshöchstwert von 0 bis 11 oder mehr ist zu erwarten, welcher Schutz empfohlen? Auf Stufe 0 bis 2 ist die Belastung niedrig und kein Schutz erforderlich. 3 bis 5 bedeutet mäßig - bereits ab 3 ist das Tragen einer Sonnenbrille empfohlen! Darüber hinaus reduziert eine gute Sonnenbrille auch den augenschädlichen Blauanteil sichtbaren Lichts; empfohlen sind unter 10 Prozent Transmission (Lichtdurchlass) zwischen 400 und 470 Nanometer (nm).

Tönungen der Sonnenbrille: Welche gibt es?

Sie suchen eine Sonnenbrille, die in jeder Situation ihr Bestes gibt? Laut technischer Norm ISO 12312-1:2013 kennen Sonnenbrillen fünf Filterkategorien bzw. Tönungsstufen. EU-Kategorien, auch Blendschutzkategorien genannt, verraten Ihnen die Höhe der Schutzwirkung von 0 bis 4. Je höher die Zahl, desto mehr Licht wird ausgefiltert und desto dunkler das Glas:-

In Kategorie 0 werden 0 bis 20 Prozent des Lichts absorbiert. Der sehr helle Filter sorgt für leichten Lichtschutz bei bewölktem Himmel oder abends.

Kategorie 1 heißt, 20 bis 57 Prozent des Lichts werden absorbiert. Ein heller bis mittlerer Filter, passend an bedeckten Tage und bei wechselndem Wetter.

Gläser der Kategorie 2 leisten 57 bis 82 Prozent Lichtabsorption. Ihr dunkler Universalfilter sorgt vor allem im Sommer für besten Blendschutz im mitteleuropäischen Raum.

Eine Sonnenbrille der Kategorie 3? 82 bis 92 Prozent Lichtabsorption sind dank des sehr dunklen Filters drin - ideal im Süden, an hellen Wasserflächen, Bergen und Strand - von Südeuropa bis Tropen. 

Die dunkelste Kategorie: Sonnenbrillen der Kategorie 4 lassen nur noch 3 bis 8 Prozent des Lichtes passieren. Achtung: Laut Zusatzkennung ist dieser extrem dunkle Filter im Straßenverkehr, vor allem in der Dämmerung und bei Nacht, nicht geeignet, läuft aber auf dem Gletscher und im gleißenden Schnee zur Hochform auf! Außerdem sind (Sonnen-)Brillen mit einer Tönung von mehr als 25 Prozent nicht nachtfahrtauglich (Transmission unter 75 Prozent).

Ohne Blendschutz und UV-400-Filter spüren Sie UV-Belastung schmerzhaft: Ob im Skiurlaub, im Schnee bei gleißender Sonne, wo die Piste das Licht reflektiert und so die UV-Belastung für das Auge vervielfacht. Oder am Meer, wo Lichtreflexionen des Wassers UV-Licht um ganze 20 Prozent verstärkt. Im Hochgebirge steigt die Intensität von UV-Strahlung pro 1000 Höhenmeter sogar um 10 Prozent. Aber auch im Herbst bringt eine gute Sonnenbrille Erleichterung - gegen tiefstehende Sonne und ihre intensiv blendenden Reflexionen oder Wassertröpfchen, die die Strahlung in nebeliger Landschaft verstärken.

Tönung der anderen Art: Farbeffekte für intensives Sehen

Gute Sportbrillen machen alles mit! Sonnenschutz gehört dazu, die Tönung richtet sich nach der Sportart. Neben optimalem Blendschutz und UV-Schutz muss Sie Ihre Sportbrille außerdem vor Fahrtwind, Schmutz und Insekten abschirmen. Dabei kann die Wahl einer bestimmten Gläserfarbe das Sehen beeinflussen - und so Ihre Leistung steigern und Unfälle verhüten. Aber nicht jede liefert das gewünschte Kontrast- und Farberlebnis:

Graue und braune Gläser überzeugen mit der natürlichsten, weil unverfälschten Farbwiedergabe, sind universell einsetzbar, machen gute Allzweck-Sonnenbrillen.- Rote und violette Gläser hemmen die Farbwiedergabe von Signalanlagen wie Verkehrsampeln.- Gelbe und orange Gläser steigern Kontraste bei bewölkten Himmel, sorgen sogar bei wechselnden Lichtverhältnissen (Nebelbank etc.) für detailgenaue Sicht, leider ist ihr Blendschutz begrenzt.- Gläser mit Farbverlauf? Oben mit Lichtdämpfung, im unteren Bereich heller getönt, ist oben Blendfreiheit und Richtung Boden gute Kontrastsicht gewährleistet, Entfernungen werden so besser eingeschätzt.

Kontrastreicher: Sonnenbrillen mit Polfilter

Der Regen hat endlich aufgehört, die Sonne kommt raus. Leider spiegelt sich das Sonnenlicht jetzt in der regennassen Fahrbahn: Die Sicht leidet, das Auge strengt sich an - ein Sicherheitsrisiko. Polarisierende Gläser reduzieren solche Blendeffekte auf ein absolutes Minimum und verbessern gleichzeitig Farbwahrnehmung und Kontrastsehen, für klarere, ermüdungsfreie Sicht. Auch auf Schneeflächen und Wasserflächen schafft eine polarisierende Sonnenbrille Abhilfe. Wie geht das eigentlich? Polarisationsveredelung lässt Licht, das von allen Seiten ins Auge fällt, nur noch in einer Ebene durch. Alle anderen Lichtwellen, die lästige Reflexionen verursachen, werden absorbiert.

Sonnenbrillen mit automatischer Tönung

Wie lästig! Manchmal wechseln die Lichtverhältnisse von einer Sekunde zur nächsten. Wie gut wäre jetzt eine Brille, die mitgeht? Selbsttönende Gläser schaffen das: Eine Wolke schiebt sich vor die Sonne? Phototrope Gläser reagieren - und werden innerhalb von Sekunden automatisch heller bzw. dunkler, bis zu 90 Prozent. Beim Autofahren ist eine solche Sonnenbrille weniger ideal, da diese Gläser bei grellem Sonnenlicht nicht ausreichend schützen. Nie verzichten sollten Sie auf eine Entspiegelung, da so reflektierte UV-Strahlung oft bis 50 Prozent der UV-Belastung ausmacht. Schon einfaches Entspiegeln blockt Reflexe auf die Hälfte, Superentspiegelung sogar bis zu 98 Prozent.

Sonnenbrille kaufen: Die richtige Fassung ...

... macht natürlich auch optisch Spaß! Aber nur, wenn das gewählte Design besten Schutz bringt. Mal sehen: Der Schutz von vorn klappt perfekt! Aber was ist mit den Seiten? Möglichst großzügige Gläser und Bügel kümmern sich auch um seitwärts auftreffende Strahlung, die zuweilen bis zu 60 Prozent ausmachen kann.

Bester Schutz gegen aggressive UV-Strahlung und geblendet werden macht keine Kompromisse zugunsten cooler Designoptik und zu kleiner Fassungen oder filigraner Bügel. Sie brauchen Sonnenbrillengläser oder eine getönte Sportbrille mit Sehstärke? Rüsten Sie Ihre Sehhilfe einfach mittels Sonnenbrillen-Clip oder passender Überbrille auf. Oder investieren Sie gleich in Ihr persönliches Modell getönter Korrektionsgläser: Was Ihre Neue außer UV- und Blendschutz sonst noch kann, bleibt natürlich Ihr Geheimnis.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Bewerten:
Weitere Inhalte in diesem Themenbereich
Artikel
Der Brillenrahmen: Darum ist der richtige Sitz auf der Nase so wichtig

Sie steht Ihnen klasse zu Gesicht, begleitet Sie dezent und federleicht, durch Joballtag...

weiterlesen
Der Brillenrahmen: Darum ist der richtige Sitz auf der Nase so wichtig
Leitartikel
Welche Brille passt zu mir?

Hervorragend sehen - und aussehen! Brillen, die ihre Sache gut machen, komplettieren...

weiterlesen
Welche Brille passt zu mir?
Artikel
Arbeitsplatzbrille: Alles über Vorteile und Kostenübernahme

Konzentriert auf den Monitor gerichtet, leisten unsere Augen Schwerstarbeit. Geht...

weiterlesen
Arbeitsplatzbrille: Alles über Vorteile und Kostenübernahme
Artikel
Sehtest beim Optiker oder Augenarzt?

Manche Brillen- und Kontaktlinsenträger schwören auf den Sehtest beim Augenarzt....

weiterlesen
Sehtest beim Optiker oder Augenarzt?