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Bluthochdruck-Werte: Ab wann spricht man von Bluthochdruck?
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Bluthochdruck-Werte: Ab wann spricht man von Bluthochdruck?

Bluthochdruck entwickelt sich meist schleichend. Symptome gibt es kaum und viele Betroffene wissen gar nicht, dass ihr Blutdruck zu hoch ist. Ab welchen Werten spricht man überhaupt von Hypertonie und wann wird es gefährlich? Eine einfache Antwort darauf gibt es nicht, denn die Werte schwanken oft stark. Zudem hängt es auch vom Gesundheitszustand und möglichen Risikofaktoren ab, ob der hohe Blutdruck gefährlich wird. 

Der systolische und der diastolische Blutdruck

Jeder Herzschlag pumpt Blut durch unsere Gefäße. Der Blutdruck beziffert den Druck, der dadurch im Inneren der Gefäße herrscht. Bei der Blutdruckmessung ermittelt der Arzt zwei Werte:

  • Der systolische Wert (oberer Wert): Er bezeichnet den maximalen Druck in den Gefäßen, der sich während der Anspannungsphase des Herzens entwickelt. Er liegt normalerweise bei 110 bis 130 mmHg.
  • Der diastolische Wert (unterer Wert) entspricht dem niedrigsten Wert, der sich während der Entspannungsphase des Herzens messen lässt. Er liegt normalerweise zwischen 80 und 89 mmHg.

Der Blutdruck wird in mmHg angegeben. 1 mmHg entspricht dem Druck, den ein Millimeter einer Quecksilbersäule auf die darunterliegende Fläche ausübt. 

Ab wann hat man Bluthochdruck?

Liegen Ihre Blutdruckwerte bei wiederholten Messungen bei mindestens 140 zu 90 mmHg, leiden Sie unter Bluthochdruck. Bei ansonsten gesunden Menschen werden im Alter auch systolische Werte bis 150 mmHg toleriert. Bei Diabetes oder anderen Risikofaktoren hingegen werden Werte unter 130 zu 80 angestrebt. Liegen die Werte deutlich höher oder steigen sie plötzlich an, sind Blutgefäße, Herz und Gehirn in Gefahr.

Liegt nur der obere Wert über 140, während der untere unter 90 liegt, sprechen Ärzte von einer isolierten systolischen Hypertonie. Auch diese Form der Krankheit muss unbedingt behandelt werden: Sie ist genauso gefährlich wie zwei erhöhte Werte. Ist nur der untere Wert zu hoch, liegt eine isolierte diastolische Hypertonie vor. Hierbei sollten Ärzte mögliche Ursachen abklären und den Blutdruck langfristig überwachen.

Bluthochdruck-Tabelle

Welche Bluthochdruck-Werte als wie gefährlich eingestuft werden, können Sie dieser Tabelle entnehmen:

  Oberer Wert Unterer Wert
Normal 120 – 129 80 - 85
Hochnormal 130 – 139 85 - 89
Leichter Bluthochdruck (Grad 1) 140 – 159 90 - 99
Mittelschwerer Bluthochdruck (Grad 2) 160 – 179 100 - 109
Schwerer Bluthochdruck (Grad 3) 180 und mehr 110 und mehr

Ihre Blutdruckwerte können Sie auch bequem zu Hause kontrollieren – zum Beispiel mit einem digitalen Blutdruckmessgerät.

Die Werte dieser Tabelle sind allgemein gültig. Welche Behandlung der Arzt aber daraus ableitet, kann je nach Situation unterschiedlich sein: Sind Sie ansonsten gesund und ist Ihr Blutdruck nie auffällig gewesen, können Sie im Falle eines leichten Bluthochdrucks zunächst die Empfehlung bekommen, mehr Sport in Ihren Alltag zu integrieren, Stress zu vermeiden und sich salzarm zu ernähren. Unter Umständen reicht das bereits aus.

Liegen Ihre Werte im hochnormalen Bereich, aber Sie leiden an Diabetes mellitus oder einer anderen Stoffwechselstörung, die Ihre Gefäße in Mitleidenschaft zieht, kann Ihr Arzt bereits eine medikamentöse Behandlung für angebracht halten. Welche Therapie die Bluthochdruck-Wertenach sich ziehen, hängt also stark von den individuellen Gegebenheiten ab.

© Ake Ngiamsanguan/iStock / Getty Images Plus

Ihre Blutdruckwerte können Sie auch bequem zu Hause kontrollieren – zum Beispiel mit einem digitalen Blutdruckmessgerät.

Wie oft sollte man den Blutdruck messen?

Da ein zu hoher Blutdruck lange Zeit keine Symptome verursacht, sollten Sie Ihren Blutdruck regelmäßig überprüfen lassen. Ärzte raten bei gesunden Menschen zu mindestens viermal im Jahr. Sie müssen dafür aber nicht immer in die Sprechstunde gehen. Auch in Apotheken wird die Messung vorgenommen, und es gibt relativ günstige Blutdruckmessgeräte für den Hausgebrauch.

Wurde bei Ihnen ein Bluthochdruck festgestellt, muss die Überwachung engmaschiger ablaufen: Viele Betroffene messen auch selbst zu Hause. Dabei sollten Sie allerdings nicht öfter als dreimal am Tag messen. Ansonsten verursachen Sie sich selbst Stress, und die Werte fallen höher aus.

Profilbild von Sascha Müller
Sascha Müller
Autor/-in
Ob Krankheiten behandeln oder die Traumfigur erreichen: Sascha Müller setzt sich als gelernter Fitnesskaufmann mit Faible für Medizin mit jeglichen Fragen im Gesünder Leben-Bereich auseinander.
Sascha Müller
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