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Trockene Augen: Ursachen und Hilfe

Vor allem Menschen, die viel am Bildschirm arbeiten, haben trockene Augen. Die Ursachen hierfür können aber auch ernsterer Natur sein. Hier erfahren Sie, was gegen trockene und gereizte Augen hilft.

Ursachen: Warum werden die Augen trocken?

Trockene Augen, die ein Fremdkörpergefühl auslösen, jucken oder schmerzen, entstehen, wenn der natürliche Tränenfilm auf der Augenoberfläche zu dünn ist. Das kann banale Ursachen haben, zum Beispiel intensive Bildschirmarbeit. Wenn Sie lange konzentriert auf einen Monitor blicken, vergessen Sie, regelmäßig zu blinzeln, sodass die Lider den schützenden Tränenfilm nicht mehr auf dem Auge verteilen. Eigentlich blinzelt der Mensch etwa zehn- bis fünfzehnmal pro Minute – bei der Bildschirmarbeit sind es oft nur noch ein- bis zweimal. Auch trockene Raumluft, zum Beispiel durch eine Klimaanlage, kann zu trockenen Augen führen, ebenso wie das Tragen von Kontaktlinsen, da die Linsen den Tränenfilm schneller verdunsten lassen. Manchmal sind auch die sogenannten Meibom-Drüsen verstopft, die den fettigen Bestandteil des Tränenfilms produzieren.

Allerdings können trockene Augen auch ernstere Ursachen haben. Krankheiten wie Diabetes, Vitamin-A-Mangel, Rheuma, Schilddrüsenfunktionsstörungen oder Hauterkrankungen wie Rosazea oder Neurodermitis können sich negativ auf den Tränenfilm der Augen auswirken. Auch Nebenwirkungen von Medikamenten wie Betablockern, Antidepressiva, Allergiemedikamenten, Neuroleptika oder Mitteln gegen Bluthochdruck sind manchmal Ursache für trockene Augen.

Wann bei trockenen Augen zum Arzt?

In der Regel sind trockene Augen unangenehm, aber nicht gefährlich. Einige chronisch entzündliche Krankheiten können die Binde- und Hornhaut jedoch so stark beschädigen, dass eine dauerhafte Minderung der Sehkraft oder sogar Erblindung droht. Zum Arzt sollten Sie daher gehen, wenn Ihre Augen nicht nur trocken, sondern auch gerötet sind, Sie Schmerzen haben oder eine Verminderung der Sehschärfe feststellen. Auch Diabetiker sollten trockene Augen und deren Ursachen lieber beim Augenarzt abklären lassen. Durch die Zuckerkrankheit können die Nerven im Auge beschädigt sein, sodass ernsthafte Hornhautverletzungen oft zu spät bemerkt werden.

Was hilft gegen trockene Augen?

Sind die Augen aufgrund ausgedehnter Bildschirmarbeit trocken, kann schon regelmäßiges Blinzeln helfen – zum Beispiel, indem Sie ein Post-it an den Monitor kleben, das Sie daran erinnert.

In den meisten Fällen von chronisch trockenen Augen verschreibt der Arzt Augentropfen oder Gels, die die fehlende Tränenflüssigkeit ersetzen und so den schützenden Tränenfilm wiederherstellen. Hilft das nicht, kann es passieren, dass antientzündliche Mittel wie Kortison verschrieben werden müssen. In seltenen Fällen muss der Arzt verstopfte Tränenkanäle mit einer operativen Maßnahme wieder öffnen.

Verstopfte Meibom-Drüsen können dagegen leicht mithilfe von warmen Kompressen und Wattestäbchen gereinigt werden. Hat der Augenarzt bei Ihnen die Meibom-Drüsen als Ursache für trockene Augen diagnostiziert, zeigt er Ihnen in der Regel, wie Sie diese Prozedur auch vorsichtig zu Hause durchführen können.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Gisèle Schneider
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